Schuh-Guru, Nerd, Nummer 2
Fünf heimliche Schweizer WM-Helden

Die Schweizer Nati hat mit dem Einzug in den Viertelfinal das erfolgreichste WM-Kapitel ihrer Geschichte geschrieben. Hinter dem Erfolg stecken mehr als nur die Aushängeschilder Xhaka, Kobel, Manzambi und Yakin.
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Darum gehts

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Lucas WerderReporter Fussball

Zeki Amdouni – der Abgebrühte

69 Minuten stand der Genfer an dieser WM auf dem Platz. Und damit genauso lange wie in der gesamten Saison für seinen Klub Burnley. Obwohl Amdouni erst im Mai nach überstandener Kreuzbandverletzung sein Comeback gegeben hatte, wollte ihn Nati-Coach Murat Yakin unbedingt mit zur WM nehmen. Bei seinen Kurzeinsätzen war dem Ex-FCB-Stürmer die fehlende Spielpraxis zwar anzusehen, seine beeindruckende Kaltschnäuzigkeit hat er aber nicht verloren. Sein WM-Aufgebot macht sich darum im Achtelfinal gegen Kolumbien bezahlt, als der im Team äusserst beliebte Amdouni seinen Penalty eiskalt verwandelt, obwohl er erst kurz zuvor eingewechselt worden ist.

Zeki Amdouni ist der vielleicht beste Penaltyschütze im Schweizer Team.
Foto: TOTO MARTI

Jean-Benoît Schüpbach – der Schuh-Guru

Drückt einem Nati-Star der Schuh, ist Schüpi gefragt. Seit 27 Jahren kümmert sich der Waadtländer um die Arbeitsausrüstung unserer Nati-Stars. Mit Schere, Feile und Klebeband präpariert er das Schuhwerk jedes Spielers so, dass dieses auch bei leichten Schwellungen oder Druckstellen perfekt sitzt. Nicht selten müssen dabei auch kurz vor Anpfiff noch Anpassungen vorgenommen werden. Für viele Spieler ist Schüpi eine Art Vaterfigur geworden, die schon am Frühstückstisch für gute Laune sorgt. Auch für Murat Yakin, der ihn schon seit seiner Zeit als Nati-Spieler kennt, ist der Besitzer eines Sportartikelgeschäfts eine wichtige Bezugsperson.

Jean-Benoît Schüpbach bespricht mit Granit Xhaka einen möglichen Schuhwechsel.
Foto: TOTO MARTI

Kevin Ehmes (34) – der Nerd

Bis auf die täglichen Trainingseinheiten hat der SFV-Chefanalyst im Nati-Camp in San Diego nicht viel Sonnenlicht gesehen. Täglich bis zu 15 Stunden sassen Ehmes und seine beiden Kollegen Julian Lauer und Adnan Alicajic jeweils in ihrem Trainerbüro, um sich auf die kommenden WM-Gegner vorzubereiten. Aufgrund des neuen WM-Modus mit 48 Teilnehmern waren in der ersten K.o.-Runde nicht nur 4, sondern 24 unterschiedliche Gegner möglich. Doch Ehmes sitzt nicht nur vor dem Computer, als Assistenztrainer steht er Murat Yakin als wichtiger Ratgeber zur Seite und nimmt während der Spiele neben ihm auf der Ersatzbank Platz.

Von Kevin Ehmes bekommt der Nati-Captain taktische Inputs.
Foto: TOTO MARTI

Yvon Mvogo (32) – die Nummer 2

Mit dem Fribourger verfügt die Nati über einen Ersatzgoalie, der bei einem Grossteil der 48 WM-Teams Ansprüche auf einen Stammplatz stellen könnte. Das gilt eigentlich auch für die Schweiz. Doch Mvogo ist kein Stinkstiefel. Im Gegenteil. Aufgrund seiner Zweisprachigkeit ist er ein wichtiges Bindeglied zwischen dem deutsch- und dem französischsprachigen Mannschaftsteil. Und er übernimmt auch Aufgaben, die er eigentlich gar nicht müsste. So wie nach dem Sieg im Sechzehntelfinal, als er einem Dutzend algerischer Journalisten auf deren Bitte ein mehrminütiges Interview gibt – obwohl er selbst nicht gespielt hat. Und wie sich später herausstellt: die Medienschaffenden aus Algerien keine Ahnung haben, wer da vor ihren Kameras steht.

Trotz seiner Ersatzrolle hat Yvon Mvogo ganz selten schlechte Laune.
Foto: TOTO MARTI

Antonio Molina – der Ernährungsprofi

Seit drei Jahren ist der Apotheker dafür verantwortlich, was die Nati-Stars zu sich nehmen. Darum hat Molina damals neben seinem spanischen Landsmann und Berufskollegen Pedro Estevan Navarro auch gleich noch einen neuen Koch mit in den SFV-Staff gebracht. Der Mann aus Andalusien gilt als Perfektionist, der dem Personal des Nati-Hotels auch mal auf die Nerven gehen kann, wenn zum Beispiel der Reifegrad der eingekauften Früchte nicht seinen Vorstellungen entspricht. Die Spieler vertrauen Molina aber blind – sei es beim Essen am Buffet oder bei den Snacks, Pillen und Shakes, die er ihnen über den Tag verteilt bereitstellt.

Antonio Molina kümmert sich während der Hydration Break um die Flüssigkeitszufuhr der Spieler.
Foto: TOTO MARTI
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