«Norwegerin» Naina Inauen
Nati-Neuling hat sich mit SMS selbst bei Sundhage beworben

Naina Inauen (24) ist die grosse Überraschung im ersten Nati-Aufgebot des EM-Jahres. Weil die Mittelfeldspielerin in der Schweiz niemand auf dem Radar hatte, hat sie sich selbst per Blindbewerbung bei Trainerin Pia Sundhage angeboten.
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Für die beiden Nations-League-Spiele gegen Island und Norwegen gehört Naina Inauen zum ersten Mal zum Nati-Kader.
Foto: imago/Bildbyran

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Naina Inauen überraschend für Schweizer Nationalteam nominiert
  • Inauen lebt seit 15 Jahren in Norwegen und spielte für verschiedene Klubs
  • 24-jährige Mittelfeldspielerin absolvierte 19 Spiele ohne Auswechslung für Lyn Fotball
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Lucas WerderReporter Fussball

In der Deichmanske-Bibliothek in Oslo herrscht normalerweise Totenstille. Doch am letzten Montag wird die Ruhe für ein paar Sekunden durch einen lauten Jubelschrei gestört. Dafür verantwortlich: Nati-Neuling Naina Inauen (24). «Ich habe gerade für mein Jura-Studium gelernt, als ich von meinem Aufgebot erfahren habe», erzählt die Mittelfeldspielerin von Lyn Fotball. «Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.»

Doch nicht nur für Inauen kommt das Nati-Aufgebot überraschend, denn in der Schweiz hatte die Norwegen-Söldnerin bislang kaum jemand auf dem Zettel. Auch nicht Nati-Trainerin Pia Sundhage (65). Darum hat sich Inauen vor einigen Monaten einfach selbst bei der Nati-Trainerin angeboten. Über die Goalie-Trainerin ihres Klubs organisierte sie sich Sundhages Nummer. «Ich habe mir gedacht, ich habe ja nichts zu verlieren. Also habe ich ihr geschrieben und gesagt, dass ich gerne Teil des Nationalteams wäre. Ich habe zuerst gar nicht mit einer Antwort gerechnet.» Doch Sundhage antwortete. «Und plötzlich bin ich hier!», so die Debütantin.

Seit 15 Jahren in Norwegen

Dass Inauen im Schweizer Fussball ein noch fast unbeschriebenes Blatt ist, hängt mit ihrer ungewöhnlichen Lebensgeschichte zusammen. Im Alter von neun Jahren verlässt sie mit ihrer Familie die Schweiz und zieht nach Norwegen. Dort eröffnen ihre Eltern in einem kleinen Dörfchen eine Farm für Schlittenhunde. «Ein Leben wie auf dem Bauernhof im Wald, irgendwo im Nirgendwo», erzählt Inauen. Als Kind hilft sie täglich im Betrieb mit, kümmert sich um die bis zu 50 Hunde und steht regelmässig auch selbst auf dem Schlitten.

Ihre grosse Leidenschaft gilt aber dem Fussball. Gerade im Frauenbereich geniesse dieser in Norwegen einen ganz anderen Stellenwert als in der Schweiz. «Wenn man in Norwegen erzählt, dass man professionell Fussball spielt, wird nach dem Klub und der Position gefragt. In der Schweiz, was man neben dem Fussball noch so macht», sagt Inauen.

Corona führt sie in die Schweiz zurück

Trotzdem führt sie ihre Karriere 2020 für ein paar Monate in die Schweiz zurück. Bei Rosenborg Trondheim steht sie kurz vor dem Sprung ins Profi-Kader. Doch aufgrund der Corona-Auflagen ist das Hin- und Her-Wechseln zwischen dem Juniorinnen-Bereich und dem A-Team vorübergehend nicht mehr erlaubt. Weil ihr das Niveau der Juniorinnen zu niedrig ist, wechselt sie im Herbst 2020 zum FC St. Gallen. Nach einem halben Jahr und neun Einsätzen geht es wieder zurück nach Norwegen.

Dort läuft Inauen erst für Zweitligist IF Flöya auf, dann für den Ligarivalen Tromsö, wo 2023 ihr Vater Emil das Traineramt übernimmt. Im vergangenen Sommer folgt schliesslich der Wechsel zu Lyn Fotball in die höchste norwegische Spielklasse. Nicht ganz freiwillig allerdings. Weil ihr Vater bei Tromsö entlassen wird, entschliess sich auch Inauen, den Klub zu verlassen und eine neue Herausforderung anzunehmen. «Eine spezielle Episode», sei das gewesen.

Keine einzige Spielminute verpasst

Rein sportlich gesehen sei der Wechsel aber genau der richtige Entscheid gewesen. «Ich war überreif dafür und hatte auch schon zwei Jahre zuvor Angebote für einen Wechsel», erzählt sie. Dass Inauen die Qualität für eine Top-Liga wie die «Toppserien» mitbringt, unterstreichen ihre Zahlen. Obwohl sie mitten in der Saison ins Team kommt, verpasst sie in 17 Ligaspielen und zwei Cuppartien keine einzige Spielminute.

In der Nati wird sich die Debütantin aber vorerst mit der Reservistenrolle begnügen müssen. Für Inauen aber überhaupt kein Problem: «Ich denke von Training zu Training und will das Team bestmöglich unterstützen. Über die EM mache ich mir noch keine Gedanken», sagt sie. Dabei darf sich Inauen durchaus Hoffnungen machen, am Turnier im Sommer dabei zu sein. Schliesslich hat Pia Sundhage nicht grundlos mit einem Nati-Aufgebot auf ihre Blindbewerbung reagiert.

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
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Mexiko
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Südafrika
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Südkorea
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Tschechien
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Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
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Katar
Katar
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Schweiz
Schweiz
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Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
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Brasilien
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Marokko
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Haiti
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Schottland
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Playoffs
Gruppe D
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USA
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Paraguay
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Australien
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Türkei
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Playoffs
Gruppe E
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Deutschland
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Curacao
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Elfenbeinküste
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Ecuador
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Gruppe F
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Niederlande
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Japan
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Gruppe G
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Ägypten
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Gruppe H
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Irak
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Demokratische Republik Kongo
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Usbekistan
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Kolumbien
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Gruppe L
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Kroatien
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Panama
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