Nati-Verteidiger Silvan Widmer redet Klartext
«Mich wird man nicht in Saudi-Arabien spielen sehen»

In der neusten Folge von «Gredig direkt» äussert sich Nati-Verteidiger Silvan Widmer zu heiklen Themen im Fussball: Depressionen, Homosexualität und Rassismus. Und er vertritt einen klaren Standpunkt.
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Nati-Verteidiger Silvan Widmer (r.) zu Gast bei «Gredig direkt» …
Foto: Screenshot SRF
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Dunja MoustopoulosSport-Desk

Während seine Nati-Kollegen in den nächsten Tagen um die EM-Qualifikation kämpfen, ist Verteidiger Silvan Widmer (30) nur Zuschauer. Eine Sprunggelenksverletzung setzt den Schweizer Fussballer seit Mai ausser Gefecht.

Jetzt tauscht Widmer kurzzeitig sein Trikot gegen ein elegantes Hemd und Hose aus: Widmer nimmt bei der SRF-Sendung «Gredig direkt» Platz und stellt sich den Fragen von Moderator Urs Gredig (53). Dabei äussert er sich über Themen, über die im Fussball zu wenig gesprochen werden.

Depressionen

«Viele meiner Kollegen haben das Gefühl, sie dürften nicht sagen, wenn es ihnen schlecht geht.» Für Widmer sei das vollkommen anders. «Ich stehe offen zu meinen Gefühlen und dem, was ich durchmache. Ich hoffe auch, dass ich den ein oder anderen dazu animieren kann, sich zu öffnen und darüber zu reden.»

Laut einer Studie würden 38 Prozent von Profis über Angstzuständen klagen. Darf man sich dieser Schwäche nicht zugestehen? Widmer weist dabei auf einen persönlichen Fall hin: «Wir hatten im Verein einen Spieler, der Depressionen hatte. Wenn ich zurückschaue, hat man es kommen sehen. Aber viele schämen sich, es zuzugeben. Wir müssen alle einen Teil dazu beitragen, dass es besser wird.»

Homosexualität

Doch Widmer setzt sich nicht nur fürs Thema mentale Gesundheit ein, auch das Thema Homosexualität, im Männerfussball ein Tabuthema, liegt ihm am Herzen. Aus diesem Grund trage der Mainz-Captain im Verein auch eine Regenbogen-Binde. Er selber wisse allerdings von keinem Spieler, dass er schwul sei. «Ich bin aber zu hundert Prozent sicher, dass man bei Mainz darüber reden könnte. Das würde sehr gut ankommen – wir sind alle offen.» Bereits beim Coming-out von Jakub Jankto – Widmers Ex-Mitspieler bei Udinese – freute sich Widmer. «Ich finde das Klasse», sagte er im Februar gegenüber Blick.

Rassismus

Ein weiteres Thema, das den Fussball beschäftigt. Die jüngsten Fälle von Inter-Stürmer Romelu Lukaku und Real-Star Vinicius Junior sind nur zwei von vielen Beispielen. Hier vertritt Widmer einen klaren Standpunkt: «Es ist richtig traurig. Auf der Tribüne gibt es gewisse Leute, die nichts in der Birne haben.» Zu seinem Bedauern stellt er fest: «Ich befürchte, dass es noch schlimmer wird.»

Das böse Geld

Seit 2021 ist er in Mainz – und er hat nicht vor zu gehen: Im Mai dieses Jahres hat Widmer seine Vertragsverlängerung beim Bundesligisten bekannt gegeben. Von den Fans wird Widmer für seine Treue gefeiert. Eine Eigenschaft, die im Fussball nicht mehr alltäglich ist. Des Geldes wegen. Mit Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Ngolo Kanté wechseln innert eines Jahres gleich drei Superstars von Europa nach Saudi-Arabien. Für Widmer, zweifacher Familienvater, unverständlich. «Mich wird man nicht in Saudi-Arabien spielen sehen. Auch nicht für 200 Millionen im Jahr.»

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
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Mexiko
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Südafrika
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Südkorea
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Tschechien
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Playoffs
Gruppe B
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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
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Katar
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Schweiz
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Playoffs
Gruppe C
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Marokko
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Haiti
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Schottland
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Gruppe D
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Australien
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Türkei
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Deutschland
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Curacao
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Ecuador
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Gruppe F
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Saudi Arabien
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Demokratische Republik Kongo
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Kolumbien
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Gruppe L
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Kroatien
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