Dan Ndoye über Karriere, Heimat und grosse Vorbilder
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Nati-Star im Interview:Dan Ndoye über Karriere, Heimat und grosse Vorbilder

Nati-Löwe Ndoye ist im WM-Fieber
«2010 hat Neymar meinen Tag gerettet»

Dan Ndoye spricht im Blick-Interview über seine schwierige erste Saison in der Premier League, die grossen Erwartungen vor der WM und warum der «Löwe» noch hungriger geworden ist.
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Dan Ndoye posiert für Blick im City Ground von Nottingham mit seinem Löwenjubel.
Foto: Stefan Bohrer
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Durchatmen – das ist in Nottingham derzeit angesagt. Auch Dan Ndoye (25) verspürt vor allem eines: grosse Erleichterung. Zu enttäuschend verlief die Saison. Erst am drittletzten Spieltag sicherte sich der Premier-League-Klub den Klassenerhalt – ein Jahr nach der Qualifikation für den Europacup. 

Blick reist wenige Tage vor dem Nati-Zusammenzug in die englischen Midlands und trifft Ndoye in Nottingham. Die Sonne scheint in der hübschen Innenstadt, der Himmel ist praktisch wolkenlos – kein bisschen typisch britisch. Das Wetter passt so gar nicht zu einer Saison, die sich viele rund um den Klub ganz anders vorgestellt hatten. Und trotzdem stehen die Fans aus der Robin-Hood-Stadt weiter voll hinter ihrer Mannschaft. Im Fanshop sind die Trikots praktisch ausverkauft, übrig geblieben sind nur noch Versionen in Übergrössen. Auch Autogrammkarten sind kaum mehr zu finden. Jene von Ndoye? Bereits alle weg. Nur einen Merch-Artikel gibt es noch vom Waadtländer: eine Tasse mit seiner Rückennummer. 

Vor einem Jahr wechselte Ndoye von Bologna mit grossen Vorschusslorbeeren und für 42 Millionen Euro auf die Insel. Den hohen Erwartungen konnte er bislang nicht gerecht werden. Nur 1176 Minuten stand er auf dem Platz. Einen guten Ruf geniesst er in Nottingham dennoch – auch wenn die Fans seinen ikonischen Löwenjubel im City Ground erst zweimal zu sehen bekamen. Genau dort nimmt er uns in Empfang. Er zeigt uns die Kabine, von der man bei offener Tür direkt auf den Platz sieht, die zwei Champions-League-Trophäen (1979 und 1980), die der Klub gewonnen hat, und setzt sich dann auf die Tribüne für den ersten Teil unseres Gesprächs. 

Hat die Premier League den Löwen in Ihnen gezähmt?
(Lacht.) Für mich bleibt der Löwe ein Löwe. Er ist nicht zahm geworden. Klar, ich habe in der Premier League nicht so viele Tore erzielt, wie ich mir vorgestellt hatte. Und es gab auch schwierige Momente sowie Phasen, in denen ich weniger gespielt habe. Aber leider kann man nicht alles beeinflussen.

Wie sind Sie mit diesen schwierigen Phasen umgegangen?
Ich habe immer alles gegeben und versucht, mein Maximum abzurufen. Vorwerfen kann ich mir nichts. Denn unabhängig davon, ob ich spiele oder nicht: Ich bin immer bereit und arbeite täglich daran, die bestmögliche Version von mir selbst zu sein.

Haben Sie eine so schwierige Saison erwartet?
Ich wusste, dass der Wechsel von der Serie A in die Premier League nicht einfach werden würde. Es braucht immer eine gewisse Anpassungszeit. Am Ende war es aber schon schwieriger, als ich erwartet hatte.

Nottingham hatte in dieser Saison vier Trainer. War das mit ein Grund für die Schwierigkeiten?
Natürlich sind so viele Trainerwechsel alles andere als ideal. Die Saison war nicht nur für mich, sondern für den ganzen Klub von extremen Höhen und Tiefen geprägt. Mit Trainer Vítor Pereira haben wir am Ende zu einer gewissen Stabilität gefunden und den Klassenerhalt geschafft. Schade ist nur, dass es nicht für den Einzug in den Europa-League-Final gereicht hat.

Sie haben nun in der Ligue 1, Serie A und Premier League gespielt. Ist die englische Liga wirklich die beste Liga der Welt?
Für mich ganz klar die beste, in der ich bisher gespielt habe. Bezüglich Intensität und Physis ist die Premier League schon nochmals was ganz anderes. Jede Woche gegen solche Teams mit so vielen Topspielern anzutreten, bringt dich automatisch weiter. Auch wenn ich nicht so viel gespielt habe, habe ich mich in vielen Bereichen verbessert.

Bisher war Nottingham kein einfaches Pflaster für Schweizer. Auch Remo Freuler, mit dem Sie bei Bologna zusammen gespielt haben, fand hier kein Glück. Hat er Ihnen was mit auf den Weg gegeben?
Ja, wir haben uns darüber ausgetauscht, wie es hier läuft. Er hat trotz allem sehr positiv über den Klub gesprochen und mir seine Eindrücke vom Leben hier geschildert. Am Ende war es aber meine eigene Entscheidung, nach Nottingham zu kommen, so wie bei jeder Station in meiner Karriere.

Freuler ist nach einem Jahr wieder zurück nach Italien. Vermissen Sie das italienische Wetter?
Am Anfang war es kompliziert. In Italien war es schon angenehmer. Aber rückblickend habe ich mich schnell an das englische Wetter gewöhnt.

Bei Ihrem Ex-Klub Bologna haben Sie sich vor einem Jahr mit dem Tor zum Cup-Sieg unsterblich gemacht. Welche Erinnerungen haben Sie an diesen Final in Rom?
Diesen Abend werde ich mein ganzes Leben nie vergessen. Bologna hatte seit 51 Jahren keinen Titel mehr gewonnen. Und dann schiesse ich dieses Tor in einem solchen Spiel. Einfach unglaublich. Es war mein erster grosser Titel und dieser Moment wird für immer ein Teil von mir bleiben.

Wo sehen Sie Ihre Zukunft?
Ich bin jetzt erst einmal stolz, dass wir die Saison mit Nottingham erfolgreich zu Ende gespielt haben. Nun steht aber die Weltmeisterschaft an. Sie ist für mich ein grosses Ziel. Was danach passiert, werden wir sehen. Ich habe in Nottingham aber einen Vertrag bis 2030 und bin voll darauf fokussiert.

Im City Ground, direkt am Ufer des Flusses Trent gelegen, endet der erste Teil unseres Gesprächs. Wir packen zusammen und wechseln den Ort – knapp zwei Kilometer weiter. Im Trainingszentrum setzen wir das Interview fort. Während Ndoye in Nottingham eine schwierige Zeit erlebt hat, gehört er in der Nati zu den grossen Hoffnungsträgern. Dieses Standing unterstrich er zuletzt auch bei der 3:4-Testspielpleite gegen Deutschland, als er zwischenzeitlich mit einer überragenden Aktion zum 1:0 traf und später immer wieder für Gefahr sorgte. So beliebt Ndoye bei den Fans ist, so gefragt ist er inzwischen auch bei Sponsoren. Der Offensivspieler hat sich längst zu einer attraktiven Werbefigur entwickelt. Aktuell begegnet man ihm in der Schweiz fast überall – als Gesicht von Panini. 

Welches ist Ihre erste Panini-Erinnerung?
Mein erstes Album war jenes der WM 2010 in Südafrika. Als ich damals den Sticker meines Vorbilds Neymar in den Händen hielt, war ich unglaublich stolz und glücklich. Mein Tag war gerettet (lacht).

Und welches ist Ihre erste sportliche WM-Erinnerung?
Da denke ich sofort an den Sieg gegen Spanien an der WM 2010 und das Tor von Gelson Fernandes. Ich weiss noch genau, wie wir damals zu Hause als Familie gefeiert haben. Später kamen dann auch Erinnerungen an die WM 2014 dazu – etwa das Spiel gegen Honduras mit dem Hattrick von Xherdan Shaqiri. Das waren grosse Momente.

Wo haben Sie die Spiele damals geschaut?
Meistens zu Hause mit der Familie. Später war ich aber auch oft in der Fanzone in Lausanne-Ouchy direkt am Genfersee. Das hat immer riesigen Spass gemacht.

Nun sind Sie selber zum ersten Mal an einer WM dabei. War das schon als Kind Ihr grosser Traum?
Absolut. Die Weltmeisterschaft ist für mich seit jeher das Grösste überhaupt. Als Kind habe ich die Spiele verfolgt und zu den grossen Stars aufgeschaut und sie bewundert. Jetzt selbst Teil davon zu sein und die Schweiz vertreten zu dürfen, wird etwas ganz Besonderes. Zumal meine ganze Familie nach Amerika mitreisen wird.

Die Erwartungen an Sie sind gross. Empfinden Sie das auch so?
Mein Status hat sich verändert, ganz klar. Die Leute erwarten heute Tore und entscheidende Aktionen von mir. Aber genau das wollte ich. Ich habe mir meinen Platz in der Startelf Schritt für Schritt erkämpft.

Wie gehen Sie mit diesen Erwartungen von aussen um?
Ich liebe es, wenn die Erwartungen hoch sind, da ich selbst grosse Ansprüche an mich selber habe. Ich habe hart dafür gearbeitet und werde alles dafür tun, der Mannschaft zu helfen und auf höchstem Niveau zu performen.

Bei Miro Muheim sah es zwischenzeitlich aufgrund einer Verletzung im Hinblick auf die WM nicht gut aus. Bangten Sie schon, dass Sie als Linksverteidiger aushelfen müssen?
Ich bin froh, dass Miro mit uns nach Amerika kommt. Aus persönlicher, aber auch aus fussballerischer Sicht. Meine beste Position ist offensiv auf dem Flügel, das weiss auch der Trainer. Aber wenn mich die Nati auf einer anderen Position braucht, werde ich alles geben.

Mit welchem Anspruch reist die Schweiz an diese WM?
Zuerst wollen wir die Gruppenphase erfolgreich überstehen und sie gewinnen. Danach geht es Spiel für Spiel weiter. Wir setzen uns keine Grenzen. Die ganze Mannschaft ist fokussiert, und es herrscht ein sehr gutes Gefühl.

Viele bezeichnen die Schweizer Gruppe als die einfachste. Sehen Sie das auch so?
Nein. An einer Weltmeisterschaft gibt es keine einfachen Gegner. Vielleicht unterschätzen manche unsere Gruppe ein wenig. Kanada spielt zu Hause, Bosnien hat sich nicht ohne Grund gegen Italien qualifiziert, und auch Katar ist nicht einfach so dabei. Für uns ist das aber in Ordnung. Wir müssen mit dem Druck umgehen können – und wissen gleichzeitig genau, wie schwierig diese Gruppe tatsächlich ist.

Die letzten Spiele bei Nottingham haben Sie aufgrund einer Verletzung am Hamstring verpasst. Sind Sie pünktlich zum Zusammenzug wieder fit?
Sobald ich wusste, dass die Mannschaft den Ligaerhalt geschafft hatte, wollte ich kein Risiko mehr eingehen. Jetzt fühle ich mich wieder fit und bin bereit für die Nati. Und ich kann es kaum erwarten, bis die Weltmeisterschaft endlich beginnt.

Dann spricht nichts dagegen, dass man Ihren «Löwenjubel» bald im Nati-Dress wieder sieht?
Ich hoffe es. Es war ein schwieriges Jahr für mich. Aber ich bin hungriger denn je.

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
0
0
0
2
Südafrika
Südafrika
0
0
0
3
Südkorea
Südkorea
0
0
0
4
Tschechien
Tschechien
0
0
0
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
0
0
0
2
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
0
0
0
3
Katar
Katar
0
0
0
4
Schweiz
Schweiz
0
0
0
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
0
0
0
2
Marokko
Marokko
0
0
0
3
Haiti
Haiti
0
0
0
4
Schottland
Schottland
0
0
0
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
0
0
0
2
Paraguay
Paraguay
0
0
0
3
Australien
Australien
0
0
0
4
Türkei
Türkei
0
0
0
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
0
0
0
2
Curacao
Curacao
0
0
0
3
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
0
0
0
4
Ecuador
Ecuador
0
0
0
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
0
0
0
2
Japan
Japan
0
0
0
3
Schweden
Schweden
0
0
0
4
Tunesien
Tunesien
0
0
0
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
0
0
0
2
Ägypten
Ägypten
0
0
0
3
Iran
Iran
0
0
0
4
Neuseeland
Neuseeland
0
0
0
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
0
0
0
2
Kap Verde
Kap Verde
0
0
0
3
Saudi Arabien
Saudi Arabien
0
0
0
4
Uruguay
Uruguay
0
0
0
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
0
0
0
2
Senegal
Senegal
0
0
0
3
Irak
Irak
0
0
0
4
Norwegen
Norwegen
0
0
0
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
0
0
0
2
Algerien
Algerien
0
0
0
3
Österreich
Österreich
0
0
0
4
Jordanien
Jordanien
0
0
0
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
0
0
0
2
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
0
0
0
3
Usbekistan
Usbekistan
0
0
0
4
Kolumbien
Kolumbien
0
0
0
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
0
0
0
2
Kroatien
Kroatien
0
0
0
3
Ghana
Ghana
0
0
0
4
Panama
Panama
0
0
0
Playoffs
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