Nati-Coach zeigt sich selbstkritisch
Yakin will zurück zur defensiven Stabilität – wer ersetzt Schär?

Im Aufgebot von Murat Yakin für die Nations-League-Spiele in Serbien und gegen Dänemark gibt es mit der Ausnahme des Neulings Christian Witzig keine Überraschung. Priorität hat für den Nati-Trainer nach den Pleiten zum Auftakt die Rückkehr zur defensiven Stabilität.
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Murat Yakin gibt sich selbstkritisch.
Foto: freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Yakin kritisiert defensive Mängel der Nati
  • Rücktritte von Shaqiri, Sommer und Schär beeinflussen das Team
  • Sechs Gegentore in zwei Spielen gegen Dänemark und Spanien
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Das Auditorium eines SFV-Sponsors in Zürich ist für die rund ein Dutzend anwesenden Journalisten etwas überdimensioniert, als Murat Yakin am Donnerstag seine Beweggründe für die Kadernomination für die Nations-League-Spiele in Serbien (12. Oktober) und gegen Dänemark (15. Oktober) bekannt gibt.

Der Nati-Trainer gibt sich nach den zwei Pleiten im September selbstkritisch: «Klar ist vieles gegen uns gelaufen, aber wir müssen selbstkritisch sein.» Bei der defensiven Organisation und Disziplin hat er gewisse Mängel festgestellt. «Wir waren zu ungeduldig und sind in den Schlüsselmomenten zu hoch gestanden», so Yakin. Sechs Gegentore kassierte die Nati in den beiden Spielen in Dänemark (0:2) und gegen Spanien (1:4) und damit eines mehr als in den ersten neun Länderspielen des Jahres zusammen.

Die defensive Organisation war der Schlüssel für die erfolgreiche EM – und zu dieser will Yakin in Serbien (12. Oktober) und zu Hause in St. Gallen gegen Dänemark wieder zurückfinden. Hinzu kommt: Auch die Rücktritte von Xherdan Shaqiri, Yann Sommer und Fabian Schär seien nicht spurlos am Team vorbeigegangen. «Wir können diese nicht von heute auf morgen kompensieren.»

Dass die Abwehr mit der neuen Nummer 1, Gregor Kobel, noch nicht so eingespielt ist wie mit dessen Vorgänger Sommer, versteht sich von selbst. Mit seiner Aussage zielt Yakin vor allem aber auch auf die halbrechte Position in der Dreierkette, wo durch den überraschenden Rücktritt Schärs eine Lücke entstanden ist. Der Rückzug des Newcastle-Verteidigers erwischte die Nati-Verantwortlichen auf dem falschen Fuss.

Wer ersetzt Fabian Schär?

In Dänemark setzte Yakin auf Nico Elvedi (28), der zum Pechvogel avancierte, als er kurz nach der Pause nach einer vermeintlichen Notbremse vom Platz flog. Der Platzverweis war ein schlechter Witz, wie auch die zwei Szenen drei Tage später in Genf gegen Spanien, als Handy-Aufnahmen belegten, dass der Ball weder beim 1:0 von Spanien noch beim Corner vor dem aberkannten 2:2 durch Zeki Amdouni hinter der Linie war.

Da Elvedi von der Uefa nur für eine Partie gesperrt wurde, stünde er gegen Serbien zwar wieder zur Verfügung. Doch der Zürcher hat schon bessere Zeiten erlebt. Bei Gladbach ist er zwar Stammspieler, doch stagnierte er in den letzten zwei Jahren. Der Wunsch eines Transfers nach England zerschlug sich. Und auch in der Nati stand Elvedi bei Yakin schon höher im Kurs.

Ein möglicher Ersatz wäre Becir Omeragic (22), der in Montpellier zu einem Führungsspieler gereift ist. Die wahrscheinlichste Option ist aber Denis Zakaria (27). Auch wenn der Monaco-Captain derzeit im defensiven Mittelfeld überzeugt, würde es Sinn machen, ihn einmal in der Defensive zu testen, zumal die Plätze im Mittelfeld mit Granit Xhaka und Remo Freuler besetzt sind.

Yakin verfährt nach der Devise, formstarke Spieler zu bringen, auch auf für sie ungewohnten Positionen. Das beste Beispiel ist Michel Aebischer, der an der EM im linken Mittelfeld zum Stammspieler avancierte. Was zudem für Zakaria in der Dreierkette spricht: Auch bei Monaco hat er schon in der Abwehr gespielt, allerdings im Zentrum. Doch dort gibt es an Manuel Akanji kein Vorbeikommen.

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