Lizenz-Tourismus bei Coaches
Sogar Nati-Assistent Cavin denkt an Italien!

Nicht nur Hakan Yakin schaut sich im Ausland um, um das Uefa-Pro-Diplom zu absolvieren. Sogar Nati-Assistent Vincent Cavin denkt an Italien.
Publiziert: 17.06.2022 um 19:05 Uhr
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Aktualisiert: 17.06.2022 um 22:52 Uhr
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Yakins Assistenz-Trainer Vincent Cavin (M.) will den Uefa-Pro-Lehrgang absolvieren.
Michael Wegmann

Hakan Yakin (45) kann Stand jetzt nicht Cheftrainer beim FC Schaffhausen werden, obwohl der Klub ihn bereits als neuen Coach vermeldet hat. Der Ex-Nati-Star hat das Assessment zum letzten Uefa-Pro-Lehrgang nicht bestanden. Weil der nächste Kurs erst im Frühling startet und er bis dann laut Reglement nicht coachen darf, überlegt Yakin nun den Kurs in der Türkei zu absolvieren (Blick berichtete).

Beim Schweizerischen Fussballverband SFV sieht man den sogenannten Lizenz-Tourismus nicht gerne. Verhindern kann man ihn nicht, weil man als Mitgliedsland den Richtlinien der Uefa unterstellt ist. In der Schweiz sind Aufnahme-Kriterien strenger als im Ausland. «Zu einzelnen Fällen will ich mich nicht äussern», sagt Reto Gertschen, Ressortleiter Trainerausbildung beim Verband.

Cavin: «Ich prüfe, ob ich das Diplom in Italien machen kann»

Blick erfuhr: Sogar Nati-Assistenztrainer Vincent Cavin (46) überlegt sich, das Uefa-Pro-Diplom im Ausland zu machen. Cavin zu Blick: «Stimmt. Ich prüfe zurzeit, ob ich den Uefa-Pro-Lehrgang in Italien starten kann. Italienisch ist meine zweite Muttersprache. Zudem kann ein Kurs im Ausland auch wertvolle Erfahrungen aus einem anderen Verband für uns bringen. Ein zweiter Aspekt ist, dass ich in der Schweiz warten müsste, ohne Garantie, dass ich am nächsten Kurs teilnehmen kann ...»

Er müsste wohl gar bis zum übernächsten Lehrgang warten, der erst im Frühling 2025 startet. Denn laut Reglement müsste Cavin in den letzten fünf Jahren mindestens drei Saisons als Trainer gearbeitet haben, dass er überhaupt zum Assessment zugelassen wird. Dann müsste er dieses auch noch bestehen.

Zum Vergleich: In Italien ist schon zum Assessment zugelassen, wer ein Jahr als Video-Analyst eines Profiklubs gearbeitet hat. Der Tessiner hat beste Chancen, in Italien angenommen zu werden.

Diskussion um Trainer-Ausbildung kommt in Fahrt

Cavin, der seit Jahren im Besitz des das A-Diploms und beim SFV auch schon als Instruktor tätig ist, bräuchte das Uefa-Pro-Diplom nicht, um weiterhin als Assistenztrainer von Murat Yakin tätig zu sein. Warum will er es dann dennoch absolvieren? «Als ich für den Posten angefragt wurde, war für mich aber klar, dass ich mich weiterbilden möchte.»

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Tut er dies in der Schweiz, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass er den Posten als Nati-Assitent nicht mehr innehat, wenn er das Diplom in den Händen hält. «Regeln sind Regeln», sagt Cavin.

Gertschen sagt: «Eine Lockerung der Aufnahmekriterien steht Stand heute nicht zur Diskussion.» Das dürfte sich laut Blick-Informationen jedoch bald ändern. Denn es gibt auch innerhalb des Verbands einige Stimmen, welche die Aufnahmebedingungen zu den Trainer-Kursen lockern wollen.

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