26 Länderspiele, zwei Tore – und nur ein Sieg, wenn Noah Okafor in der Startelf stand. Es ist die enttäuschende Nati-Bilanz des einstigen Schweizer Supertalents aus dem Baselbiet.
Nach seinen starken Auftritten in der WM-Qualifikation 2021 gegen Italien und Bulgarien waren die Hoffnungen riesig. Auf Nati-Ebene konnte Okafor sie danach nicht erfüllen. Trotzdem pflegt er das Selbstverständnis eines Superstars. Und mit seinem Rückzug bestätigt er erneut den Eindruck: In Okafors Welt sind immer die anderen schuld.
Bekommt er zu wenig Spielzeit, ist Murat Yakin schuld. Fehlt ihm die Wertschätzung, sind die Medien schuld. Stösst sein öffentlich zur Schau gestelltes Luxusleben auf Unverständnis, sind die Neider schuld. In der Opferrolle scheint sich Okafor wohlzufühlen. In der Selbstreflexion hingegen weniger.
Ego scheint wichtiger als das Team
Okafor erwartet Applaus, weil er Noah Okafor ist. Doch Fussball ist ein Teamsport. Applaus erhält, wer sich in den Dienst der Mannschaft stellt und zu ihrem Erfolg beiträgt. Okafor hat im Rahmen der Nati mehrfach den Eindruck vermittelt, dass ihm sein Ego wichtiger ist als das Team.
Da waren die Lustlos-Trainingsauftritte an der EM 24. Das Frust-Interview gegen Yakin vor den letzten beiden WM-Qualifikationsspielen. Oder die Rückkehr ins Nati-Camp im März, bei der natürlich ein eigenes Kamerateam nicht fehlen durfte. Dinge, die sich in dieser Form kein anderer Nati-Spieler herausnimmt. Und doch sind es immer die anderen, die Schuld sind.
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