Murat Yakin, zu Beginn des Jahres – vor dem wichtigen WM-Jahr – haben Sie mit Patrick Fischer ein Blick-Doppelinterview gegeben. Für einen von Ihnen ist der WM-Traum geplatzt. Wie haben Sie den Fall Ihres Trainerkollegen verfolgt?
Ich habe in den Medien darüber gelesen, und dort wurde der Fall ja von verschiedensten Leuten beurteilt. Es ist nicht meine Aufgabe, das auch noch zu tun.
Können Sie sich so kurz vor der Fussball-WM eigentlich noch ungestört in der Schweiz bewegen?
Es ist nicht immer einfach, das gebe ich zu. Ich schätze jeglichen Kontakt mit den Fans, mache gerne Selfies oder rede mit ihnen. Doch ich bin auch der Ehemann und Vater, der Zeit mit seiner Familie verbringt, aber halt trotzdem sehr häufig erkannt wird.
Wie geht Ihre Familie damit um?
Sie haben ein Verständnis für gewisse Situationen entwickelt, und ich habe wiederum Verständnis dafür, dass sie auch mal nicht zufrieden sind, wenn ich andauernd belagert werde. Dann gibts böse Blicke in meine Richtung (lacht).
Gibt es Dinge, die Sie gar nicht mehr machen können?
Als Nati-Trainer hat man aufgrund des Kalenders ja eigentlich viel mehr Freiheiten als ein Klubtrainer. Das Herausforderndste, was man mir antun kann, ist aber ein Besuch im Shoppingcenter. Da komme ich in der Regel gar nicht vorwärts.
Murat Yakin (51) wird als Abwehrspieler Meister mit GC und Basel, spielt für Stuttgart, Fenerbahce und Kaiserslautern und 49 Mal in der Nati. Als Trainer führt er Thun in die Super League, Luzern in den Cupfinal und den FCB zu zwei Titeln sowie in den Europa-League-Halbfinal. Er trainiert auch Spartak Moskau und den FC Schaffhausen. Seine Jobs bei GC und Sion enden jeweils im Streit. Seit August 2021 ist Yakin Nati-Trainer.
Murat Yakin (51) wird als Abwehrspieler Meister mit GC und Basel, spielt für Stuttgart, Fenerbahce und Kaiserslautern und 49 Mal in der Nati. Als Trainer führt er Thun in die Super League, Luzern in den Cupfinal und den FCB zu zwei Titeln sowie in den Europa-League-Halbfinal. Er trainiert auch Spartak Moskau und den FC Schaffhausen. Seine Jobs bei GC und Sion enden jeweils im Streit. Seit August 2021 ist Yakin Nati-Trainer.
Wie nervenzerreissend ist Ihr Job aktuell? Schauen Sie jedes Spiel Ihrer Schützlinge an und hoffen darauf, dass sich niemand verletzt?
Ich bin vielmehr glücklich, wie viele Spieler im Rhythmus sind, starke Leistungen zeigen und zu den Stützen ihrer Teams gehören. Wenn dann mal jemand verletzt liegen bleibt, macht sich schon Anspannung breit.
Welche Ziele haben Sie für die WM?
Wir wollen die beste Weltmeisterschaft spielen, die man bisher von einem Schweizer Team gesehen hat. Der Glaube, dass der Final an der EM möglich gewesen wäre, lässt träumen.
Heisst: mindestens Viertelfinal?
Man kann meine Aussagen auf das Resultat beziehen oder auf die Spielweise. Wir wollen natürlich so weit kommen wie möglich. Wenn wir die Gruppe gut überstehen, stehen die Chancen nicht schlecht.
Apropos EM-Erinnerungen: Ab wann wird Penaltyschiessen geübt im Training?
Die Jungs machen sowieso nach jedem Training ein Penaltyschiessen, und wir werden sicher Statistiken führen. Ich arbeite noch an einer Lösung, wie ich den Weg sowie die Drucksituation zwischen Mittel- und Elfmeterpunkt simulieren kann.
Kommen alle Spieler gleichzeitig ins Trainingscamp nach St. Gallen?
Die Spieler aus England, Italien und Spanien haben noch einen Spieltag am 24. Mai. Sie kriegen von uns noch drei Tage frei und werden erst am Donnerstag anreisen.
Das ist ungefähr die Hälfte ihres gesamten Kaders. Nutzen Sie die ersten Tage noch, um Newcomer kennenzulernen?
Wir planen ausschliesslich mit 23 Spielern und drei Torhütern, die wir nominieren werden. Dann sind wir zu Beginn halt eine kleinere Gruppe. Wir wollen auch an der hervorragenden Teamchemie, die wir haben, nichts mehr verändern.
Heisst im Klartext: Für die Jungstars Alessandro Vogt, Sascha Britschgi, Zachary Athekame oder Anthony Racioppi ist die Tür für die WM geschlossen.
Ich habe immer gesagt, wenn wir keine verletzten Spieler haben, dürfte es kaum Überraschungen geben. Aber auch die Pikettliste ist sehr wichtig und für jeden Spieler eine Tür zur WM.
Aber bei Noah Okafor sind die Türen für eine WM-Nomination wieder weit geöffnet. Im November hätte man das für unmöglich gehalten.
Seine Entwicklung ist sehr positiv. Und wir haben von beiden Seiten das Richtige dafür getan. Im November letzten Jahres sah es tatsächlich noch nicht danach aus.
Doch dann kam das Treffen in Leeds.
Wir hatten dort wirklich ein sehr gutes, ehrliches und konstruktives Gespräch. Auch sein neues Beraterteam agiert sehr kompetent und hat positiven Einfluss genommen. Hinzu kommt, dass er im Fussballerischen, das wir nie kritisiert haben, ebenfalls nochmals eindrückliche Fortschritte gemacht hat. Sofern er fit ist, ist er dabei, und es freut mich, dass wir dank dieses Happy Ends dem Team zusätzliche Stärke in der Offensive verleihen können. Noah kann an der WM noch ein wichtiger Faktor werden.
War Okafors Entschuldigung beim Team ein Befehl von Ihnen?
Dass er einfach zurückkommt, als wäre nie etwas geschehen, kam für mich nicht infrage. Ich habe von ihm verlangt, dass er sich etwas überlegt. Daraus ist eine Rede vor dem Team entstanden, bei der er sich entschuldigt hat.
Wie beurteilen Sie die Entwicklung von Johan Manzambi, der bei Freiburg für Furore sorgt? Könnte er ein Kandidat für die Startelf sein?
Seine Entwicklung ist wirklich beeindruckend. Als er im letzten Sommer zum ersten Mal bei der Nati war, wussten wir direkt, was für ein unglaubliches Potenzial er hat. In erster Linie bin ich glücklich, haben wir auch dank Johan mehrere Optionen zur Auswahl. In einem Turnier brauchst du viele starke Spieler, sowohl in der Startelf als auch bei jenen, die während des Spiels reinkommen.
Sie haben einen Gruppenchat mit dem gesamten Mannschaftsrat. Wie heiss läuft dieser Austausch bereits?
Da ist aktuell wenig los, was ein sehr gutes Zeichen ist. Wenn dieser Chat aktiv ist, heisst das meist, es stehen Herausforderungen an. Dann gibt es Anfragen oder Diskussionen. Aktuell ist die letzte Nachricht immer noch ein Neujahrsgruss vom ersten Tag des WM-Jahrs von mir ans Team.
Ihr Captain Granit Xhaka scheint sich in Sunderland nochmals als Leader weiterentwickelt zu haben. Wie sehen Sie das?
Er ist der geborene Leader. Die Aufgabe des Captains und Anführers erfüllt ihn extrem. Für ihn ist das kein zusätzlicher Druck, vielmehr blüht er auf dem Spielfeld noch mehr auf.
Wie haben Sie den Wechsel nach Sunderland vor einem Jahr beurteilt?
Wir sassen im letzten Juni in den USA zusammen. Er erzählte mir von seiner Situation, seinen Wünschen und auch von exotischen Angeboten.
Xhaka in der Wüste? Hätten Sie das begrüsst?
Ich dachte mir damals nur: Granit ist doch viel zu gut, um nicht mehr auf höchstem Niveau zu spielen. Ich hätte das schade gefunden. Sunderland hat mich dann auch überrascht, aber es ergibt auch viel Sinn.
Warum?
Der Sunderland-Wechsel ist typisch Granit. Die grösstmögliche Herausforderung suchen, diese meistern und wertvolle Erfahrungen sammeln. Wenn er eines Tages dann als Trainer an der Seitenlinie stehen wird, werden ihm diese Situationen helfen – und er weiss das ganz genau.
Bleibt Ihnen Granit Xhaka nach der WM erhalten? Er selbst sagte einst bei Blick, dass diese WM sein letztes Turnier mit der Nati sein könnte.
Ich glaube, dass er uns bei der Nati über die WM hinaus erhalten bleibt.
In Katar waren viele Spieler krank. Gibt es in den USA einen Klimaanlagen-Minister?
Gute Idee! Ich überlege mir da noch einen Namen (lacht).
Gehen Sie mit mir einig, dass Ihr letztes WM-Spiel gegen Portugal vielleicht die grösste Enttäuschung Ihrer bisherigen Nati-Trainer-Karriere war?
Ja, mit dieser Einschätzung bin ich einverstanden. Nicht nur das Spiel selber, sondern auch die ganze Vorbereitung ist uns aus den Händen geglitten. Vieles ist damals falsch gelaufen. Es standen Spieler auf dem Platz, die aufgrund von Krankheit gar nicht einsatzbereit waren.
Was haben Sie daraus gelernt?
Einiges würde ich heute anders machen. Aber wir haben uns seither auch stark weiterentwickelt. Wir haben den gesamten Staff professionalisiert. Wir haben diverse neue Spieler und Leistungsträger im Kader und sind insgesamt deutlich stabiler.
Portugal war der negative Höhepunkt. Was ist das Highlight Ihrer bisherigen Karriere als Nati-Trainer?
Das erste Spiel an der EM 2024 gegen Ungarn. Ich war in der Vorbereitung vor dem Turnier nicht zufrieden, wir waren viel zu berechenbar – und dann haben wir alle überrascht. Alles hat damals funktioniert.
Sie haben aktuell 57 Spiele als Nati-Trainer auf dem Konto. Vladimir Petkovic hält den Rekord mit 78.
Es ist kein Geheimnis, wie sehr ich diesen Job mag und wie stolz ich bin, diesen auszufüllen. Momentan geht auch viel auf. Vielleicht kommen dann auch mal schwierigere Zeiten. Wenn es nach mir geht, können wir diesen Meilenstein gern knacken.
Füge jetzt die Fussball-Nati deinen Teams hinzu, um nichts mehr zu verpassen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Mexiko | 0 | 0 | 0 | |
2 | Südafrika | 0 | 0 | 0 | |
3 | Südkorea | 0 | 0 | 0 | |
4 | Tschechien | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 0 | 0 | 0 | |
2 | Bosnien und Herzegowina | 0 | 0 | 0 | |
3 | Katar | 0 | 0 | 0 | |
4 | Schweiz | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Brasilien | 0 | 0 | 0 | |
2 | Marokko | 0 | 0 | 0 | |
3 | Haiti | 0 | 0 | 0 | |
4 | Schottland | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | USA | 0 | 0 | 0 | |
2 | Paraguay | 0 | 0 | 0 | |
3 | Australien | 0 | 0 | 0 | |
4 | Türkei | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Deutschland | 0 | 0 | 0 | |
2 | Curacao | 0 | 0 | 0 | |
3 | Elfenbeinküste | 0 | 0 | 0 | |
4 | Ecuador | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Niederlande | 0 | 0 | 0 | |
2 | Japan | 0 | 0 | 0 | |
3 | Schweden | 0 | 0 | 0 | |
4 | Tunesien | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Belgien | 0 | 0 | 0 | |
2 | Ägypten | 0 | 0 | 0 | |
3 | Iran | 0 | 0 | 0 | |
4 | Neuseeland | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 0 | 0 | 0 | |
2 | Kap Verde | 0 | 0 | 0 | |
3 | Saudi Arabien | 0 | 0 | 0 | |
4 | Uruguay | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 0 | 0 | 0 | |
2 | Senegal | 0 | 0 | 0 | |
3 | Irak | 0 | 0 | 0 | |
4 | Norwegen | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Argentinien | 0 | 0 | 0 | |
2 | Algerien | 0 | 0 | 0 | |
3 | Österreich | 0 | 0 | 0 | |
4 | Jordanien | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Portugal | 0 | 0 | 0 | |
2 | Demokratische Republik Kongo | 0 | 0 | 0 | |
3 | Usbekistan | 0 | 0 | 0 | |
4 | Kolumbien | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | England | 0 | 0 | 0 | |
2 | Kroatien | 0 | 0 | 0 | |
3 | Ghana | 0 | 0 | 0 | |
4 | Panama | 0 | 0 | 0 |

