Johan Djourou über seine Adoption
«Das hat meiner leiblichen Mutter das Herz zerrissen»

Mit 17 Monaten wurde der kleine Johan Djourou in der Schweiz adoptiert. Vor dem Spiel gegen Lettland spricht der heutige Nati-Star über seine bewegende Familien-Geschichte.
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Johan Djourou lacht: «Meine Familie ist Gold!»
Foto: TOTO MARTI

Von seiner rührenden Familien-Geschichte erzählte Johan Djourou (30) bereits vor rund drei Jahren im BLICK: Und erzählte vom Seitensprung seines Vaters Joachim Djourou, als der in der Elfenbeinküste Urlaub machte: «Wie soll ich sagen – da passierte etwas. Ich war das Ergebnis.»

Nun sagt Djourou im bewegenden Interview mit der «Aargauer Zeitung»: «Ich sage ja, das ist eine spezielle Geschichte.» Er erzählt von seinem ersten Treffen mit seiner leiblichen Mutter.

Der kleine Johan erblickt am 18. Januar 1987 in Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, das Licht der Welt. Nur 17 Monate später ist er in der Schweiz. Mit Adoptivmutter Danièle Diouf in der Nähe von Genf.

Djourou: «Ich war zu klein, um zu merken, was damals war. Aber: Die Schweiz war immer gut zu mir. Ich habe keine negativen Erinnerungen.» Ob die Leute anders zu ihm gewesen wären, wäre er ein «Niemand» und nicht bekannt, kann der Nati-Verteidiger nicht beantworten.

Seine leibliche Mutter Angeline Lebri gibt Johan als Baby zur Adoption frei. «Das war sehr schwer für sie. Aber am Ende ging es darum, mir in Europa bessere Chancen zu ermöglichen.»

Und die bekommt Djourou in der Schweiz. Den Kontakt zu seiner leiblichen Mutter aber reisst nicht ab. «Als ich 15-jährig war, habe ich sie kennen gelernt. Ich ging sie mit meiner Adoptivmutter besuchen», erzählt Djourou.

«Wer ist jetzt meine Mama?»

Dieser Moment ist ein besonderer: «Es war sehr schwierig. Ich habe kaum ein Wort rausgebracht. Ich hatte zu grosse Angst. Ich fragte meine Adoptivmutter ganz scheu: ‹Wer ist jetzt meine Mama?› Zwischen 17 Monaten und 15-jährig ist eine lange Zeit. Ich sah Fotos von meiner Mutter, aber wenn man dann da ist, ist alles anders.»

Djourou erinnert sich: «Meine Adoptivmutter sagte mir immer, dass ich eine andere Mutter habe. Und trotzdem kommen vor Ort alle Fragen wieder hoch. Du musst von Null anfangen. Sie ist zwar meine leibliche Mutter. Aber für mein Aufwachsen und die Erziehung war eine andere Frau zuständig.»

Bis unser Nati-Star seine leibliche Mutter wie heute «beste Freundin» nennen kann, brauchte es viele Gespräche und Besuche: «Sie kam uns auch in der Schweiz besuchen. Dann waren wir wieder in der Elfenbeinküste. Ich musste verstehen können, warum ich adoptiert wurde. War es ihre Entscheidung oder nicht? Als ich verstanden hatte, dass es ihr das Herz zerrissen hat, war ich erleichtert. Es war eine Entscheidung für mich. Weil ihr Umfeld überzeugt war, dass eine Adoption das Beste für mich wäre.»

«Achtung, jetzt wirds kompliziert»

Und der Vater? «Achtung jetzt wird es kompliziert! Sie wissen ja, manchmal ist das Leben kompliziert», lacht Djourou. «Mein Vater war verheiratet mit meiner Adoptivmutter. Im Urlaub ist er in die Elfenbeinküste gegangen. Daraus bin ich entstanden.» Aus einer Affäre? «Genau. Ich sage ja, das ist eine spezielle Geschichte.»

Djourou erzählt weiter: «Mein Vater hat lange nichts erzählt davon, dass er ein Kind in der Elfenbeinküste hat. Meine Adoptivmutter aber merkte: Irgendetwas stimmt mit ihm nicht. Also fragte sie, was los ist. Und er sagte ihr: ‹Ich habe ein Kind.› Sie reagierte grossartig. Sagte: ‹Wenn es die Möglichkeit gibt, diesen Jungen zu adoptieren, dann machen wir das.› Ich finde das unglaublich toll. Ich sage Ihnen: Meine Familie ist Gold!»

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