Bitter war sie: die Niederlage im Hinspiel der U21-EM-Quali gegen Luxemburg. 1:2 verlor die Schweizer U21-Nati unter dem damaligen Trainer Sascha Stauch gegen den Fussballzwerg und verschenkte so wichtige Punkte im Kampf um den ersten Platz in der Gruppe C.
Dass die Schweiz das besser kann, beweist das Team von Alex Frei im Rückspiel in Lugano. Gleich mit 5:0 schlägt man den Underdog und steht so noch immer im Rennen um den Gruppensieg mit Favorit Frankreich.
Bereits nach 15 Minute kann die Schweiz ein erstes Mal jubeln: Liam Chipperfield wird rund 20 Meter vor dem Tor nicht angegangen und zieht einfach mal ab. Der Schuss des Sion-Mittelfeldspielers setzt kurz vor Luxemburg-Goalie Nayan Campos noch tückisch auf. Doch nur zwei Minuten kommt es gar noch besser: Noah Streit dringt in den Strafraum vor und wird von Helmer Tavares leicht gestossen. Streit geht zu Boden, und Schiedsrichter Alex Johnson zeigt sofort auf den Punkt – ein harter, aber vertretbarer Entscheid des Unparteiischen. Chipperfield übernimmt die Verantwortung und lässt die 3424 Fans erneut jubeln. Zu seinen beiden Toren sagt Chipperfield: «Ich weiss, dass ich einen guten Distanzschuss und rechten Fuss habe. Mehr als daneben gehen, kann er nicht und das tat er auch nicht. Penalties habe ich diese Woche noch trainiert und meinen Plan durchgezogen.»
Wenig nennenswerte Szenen
Die Schweiz hat das Spielgeschehen komplett im Griff, kommt aber nur selten zu wirklich gefährlichen Torszenen. Eine solche gibt es dann in der 34. Minute wieder. Aussenverteidiger Loun Srdanovic setzt sich am rechten Flügel durch und flankt punktgenau auf den einlaufenden Alessandro Vogt. Dessen Kopfball findet den Weg ins Tor und sorgt so bereits in der ersten Hälfte für die Vorentscheidung.
In der zweiten Halbzeit hat die Schweiz weiterhin alles unter Kontrolle, kann aber nur selten gefährlich vor dem Tor auftauchen. Die beste Chance gehört Roggerio Nyakossi nach einer Ecke. Doch sein Kopfball klatscht nur an den Pfosten. Erst kurz vor Schluss fällt dann doch noch ein Tor. In der 82. Minute entwischt der eingewechselte Labinot Bajrami der Verteidigung und trifft eiskalt zum 4:0. Damit noch nicht genug: In der 90. Minute macht auch Bajrami seinen Doppelpack perfekt und trifft zum 5:0-Endstand.
Nach dem Spiel zeigt sich Trainer Alex Frei an der Pressekonferenz erfreut über das Ergebnis: «Ich bin sehr zufrieden mit den ersten 45 Minuten. Diese Mannschaft hat gezeigt, zu was sie fähig ist.» Nicht ganz so erfreut war er allerdings mit dem Start in den zweiten Durchgang: «Wir haben in der Pause noch davor gewarnt. Wir hatten in den ersten 20 Minuten eine Unordnung.» Der Nati-Rekordtorschütze nimmt seine Spieler aber etwas in Schutz: «Ich weiss auch, dass wir 3:0 komfortabel geführt haben. Die letzten 20 Minuten waren dann auch wieder in Ordnung.»
Weil Frankreich in seinem Spiel nur Remis gespielt hat, ist die Schweiz momentan punktgleich. Allerdings haben die Franzosen noch ein Spiel weniger auf dem Konto. Am letzten Spieltag kommts zum Showdown zwischen den beiden Teams. Zuvor wartet auf das Team von Alex Frei aber noch das Duell gegen Island, dass die Schweiz ebenfalls gewinnen muss.
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