Schweiz hadert mit VAR-Entscheid
Unglückliche Nati-Pleite im Wembley

Trotz starker erster Halbzeit, Embolo-Tor und doppeltem Aluminium verliert die Nati im Wembley erstmals unter Yakin. Wegen VAR-Entscheid und Frei-Bock.
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Michael Wegmann (Text) und Toto Marti (Fotos) aus London
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1:2 unterliegt die Nati im Wembley England.
Foto: Toto Marti

Was für ein Auftakt ins WM-Jahr 2022! Vize-Europameister England vor 78'881 Fans im Fussball-Tempel Wembley in London.

Kein Wunder will Murat Yakin in diesem Prestige-Test nicht testen, sagt vor dem Spiel: «Wir haben keine Zeit für Experimente.» Und die Nati erstarrt nicht in Ehrfurcht.

Im Gegenteil! Nach einer 15-minütigen Startphase, in welcher England zwar dominiert, aber zu keinen nennenswerten Chancen kommt, legen die Gäste los. In der 22. Minute muss Goalie Pickford ein erstes Mal eingreifen, wehrt einen Xhaka-Schuss ab.

Butterweiche Shaqiri-Flanke – Kopftor Embolo

Sekunden später ist es dann mucksmäuschenstill im Wembley: Embolo köpft eine butterweiche Flanke von Shaqiri ins lange Eck. Embolo zu SRF über sein erstes Wembley-Tor: «Ich habe den Raum hinter White gesucht. Und dann habe ich einfach versucht, gegen die Laufrichtung des Goalies zu köpfen. Es freut mich immer, ein Tor für die Nati zu machen.»

Und die Nati drückt gleich weiter. Ein abgelenkter Shaqiri-Schuss fliegt knapp am Gehäuse vorbei. Pickford stinkauser. Und beim anschliessenden Eckball trifft Fabian Frei per Drop-Kick an die Latte. Pickford ist noch dran. Nach 34 Minuten wieder Eckball für die Schweiz. Wieder Shaq. Diesmal versucht er's direkt, trifft an den vorderen Pfosten. Der Ball kommt zu Rodriguez: Flatterball, Pickford ist wieder zur Stelle.

Die englischen Fans reiben sich verwundert die Augen. Die mitgereisten Schweizer feiern. Das Team von Yakin drückt dem Spiel im Wembley den Stempel auf. Embolo: «In der ersten Halbzeit waren wir klar besser und gehen verdient in Führung und haben die Chancen auf ein zweites Tor.»

Freis Pass wird abgegrätscht

Doch das Tor schiesst England. Nach einem Bock von Frei kurz vor der Pause. Statt den Ball wegzudreschen, versucht er's an der Grundlinie mit einem geordneten Spielaufbau. Sein Pass wird abgegrätscht, gelangt zu Luke Shaw. Der haut den Ball unhaltbar für Jonas Omlin in die Maschen. Frei bringt sich damit um eine gute Note und die Schweiz um eine verdiente Pausenführung. Embolo: «Ich mache Fabi keinen Vorwurf, denn hinten rauszuspielen ist unsere Philosophie.» Wohl aber nicht Sekunden vor dem Halbzeitpfiff.

Nach einer Stunde dann das grosse Wechseln: England-Trainer Southgate wirft nun grosse Namen ins Spiel wie Sterling, Grealish und Rice. Yakin bringt Sow, Zeqiri und Zuber.

In der 78. Minute dreht England das Ding. Weil Super-Star Harry Kane Omlin vom Penaltypunkt keine Chance lässt. Aber auch weil sich kurz zuvor der VAR einschaltet. Dieser sieht wie Guéhi Zuber den Ball aus kürzester Distanz an die Hand köpft und interveniert.

«Bis zu diesem Penalty alles im Griff»

Deshalb ist Xhaka nach Spielschluss auch mächtig sauer. Der Captain auf SRF: «Diese Handregel nervt mich langsam. Wir haben gegen einen guten Gegner eine gute Leistung gezeigt. Wenn ein Spiel so entschieden wird, ist das zum Kotzen! Wir hatten bis zu diesem Penalty alles im Griff.»

Fazit: Die Schweiz hat gut mitgehalten, in Halbzeit eins gar dominiert, verliert aber unglücklich in England. Einmal mehr. Es ist bereits der 23. Sieg für das Mutterland des Fussballs im 31. Direktduell mit der Schweiz.

Es wartet noch viel Arbeit

Für die Nati ist es die erste Niederlage unter Yakin. Und man weiss, dass bis zur WM Ende Jahr in Katar noch viel Arbeit wartet.

Was sagte Xhaka vor dem Knüller im Wembley sei das Ziel in diesem WM-Jahr? «Grosse Mannschaften nicht nur einmal schlagen, sondern mehrmals: Drei-, vier-, fünfmal.»

Die erste Gelegenheit hat die Schweiz am Samstag verpasst. Knapp zwar und sicher auch ein wenig unglücklich. Wegen VAR-Entscheid und Frei-Bock.

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Southgate nach Testspiel-Sieg:«Die Schweiz hat eine grossartige Generation von Spielern»
Noch näher dran an der Schweizer Nati
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