Es geht um viel Geld und eine Villa
Schwere Vorwürfe gegen ehemaligen Nati-Trainer

Er trainierte die Frauen-Nati und arbeitete als Geheim-Scout für einen Topklub im englischen Fussball. Doch bei B. H.* ist längst nicht alles Gold, was glänzt.
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Ex-Fussballer: B. H. galt bei YB einst als grosses Talent.
Foto: zVg
Matthias Dubach

Nennen wir die illustre Figur B. H.* Einst galt B. H. als Fussballtalent bei YB. Später wurde er Trainer der Frauen-Nati. Kürzlich berichteten mehrere Schweizer Medien, auch das Schweizer Fernsehen, von B. H. als «James Bond» des Fussballs. Als solcher ging er für einen englischen Top-Klub inkognito auf Beobachtungstour.

Sein Job sei es, so wurde berichtet, Spieler zu beobachten, die dem Klub angeboten werden. Ihr Privates zu durchleuchten – streng geheim und verdeckt. Haben die Spieler Frauen-Geschichten? Haben die Spieler Alkohol- oder Drogenprobleme? Haben sie seltsame Freunde? Die Berichte von B. H. seien dann in die Entscheidungen der Klubverantwortlichen eingeflossen, ob sie die Spieler kaufen oder nicht.

Klingt nach einer interessanten Biografie. Aber B. H. hat auch eine andere Seite, die wir hier beleuchten und die nicht weniger aben­teuerlich ist. Beginnen wir den Bericht im Frühling 2015. In Herrenschwanden BE steht eine grosse Villa mit Hallenbad und Blick bis auf Eiger, Mönch und Jungfrau zum Verkauf. Rasch meldet sich ein Interessent. Es ist B. H., der mit seinem Reichtum prahlt. B. H. scheint im Geld zu schwimmen, zeigt Fotos, auf denen angeblich seine Villa auf Mallorca, seine Yacht und sein Maserati zu sehen sind.

Die Villa im Bernischen, die er nun erwerben will, wurde in den Siebzigerjahren erbaut. Vom früheren Nati-Spieler und YB-Star Hanspeter Schild. B. H. legt Schilds Ex-Frau, die als Verkäuferin des Hauses auftritt, ein sehr gutes Angebot auf den Tisch. 2,9 Millionen Franken will er gemäss den Dokumenten bezahlen, die BLICK vor­liegen. Ein Preis, der die Erwartungen der Verkäufer übersteigt.

Zweifel? Gibt es zu diesem Zeitpunkt keine. So wird das Kaufversprechen am 31. März 2015 unterzeichnet. Aber die schöne Aussicht wird schnell getrübt. Es fliesst kein Geld. B. H. tischt immer wieder neue Ausreden auf, warum sich die Bezahlung seiner Raten verzögert: eine Firmengründung, die Geld bindet, Prob­leme mit der Bank. «Der Gipfel war, als er dem Brexit die Schuld gab», sagt Roman Schild.

Roman Schild ist der Sohn der Haus-Verkäuferin. Auch er war Spitzensportler, spielte als Eishockey-Profi bei den SCL Tigers. «Als ich nach monatelangen Versprechen begonnen habe, mich über B. H. zu erkundigen, schrillten sofort sämtliche Alarmglocken», sagt Schild.

B. H. hat keinen festen Wohnsitz in der Schweiz. In den Dokumenten trägt er als Wohnort lediglich «London» ein. Das Telefon nimmt er mit «Hello» ab. Alles etwas schummrig. Fakt ist: Das Geld fliesst weiterhin nicht. Trotzdem kann er seine Finanzkraft so glaubhaft darstellen, dass ihm im Januar 2016 die Immobilie überschrieben wird. B. H. ist nur noch einen Grundbucheintrag entfernt, um Villenbesitzer zu sein, ohne dass von den 2,9 Millionen auch nur ein Franken floss. Im letzten Moment gelingt es dem Anwalt der Schilds, das zu verhindern. Das Kartenhaus fällt zusammen.

Offenbar sind die Schilds nicht die einzigen Opfer. Bei BLICK melden sich mehrere Betroffene. Einer von ihnen ist Jean-Louis Faigaux, ein langjähriger Bekannter und Nachbar, der B. H. vor rund 15 Jahren ein Darlehen von 90 000 Franken gewährte. «Das habe ich gemacht, um ihm und seiner Familie das Haus zu erhalten, das zur Versteigerung ausgeschrieben war. Leider musste ich feststellen, dass ich nicht der einzige Gläubiger bin», sagt Faigaux.

Betreibungen helfen nichts – B. H. kann nicht zahlen

So scheint sich der frühere Fussballer aus der Misere herausdribbeln zu können. Denn Betreibungen helfen nichts, weil B. H. nicht bezahlen kann. Offenbar betragen seine Ausstände mehrere 100 000 Franken. Gegenüber BLICK gibt B. H. zu, dass er vor 15 Jahren das Geld von Faigaux bekommen habe. Auf die Frage, warum er es nicht zurückbezahlt habe, weicht er aus. Er habe einen Herzinfarkt gehabt. Und sowieso habe inzwischen eine andere Person den Schuldschein von Faigaux übernommen, aber diese Person kenne er gar nicht.

Zum Streitfall um die schöne Villa mit Ausblick sagt B. H.: «Das ist eine private Pendenz. Die Verkäuferseite hat den Vertrag für nichtig erklärt. Es war ein Hin und Her. Ich stehe mit meinem Makler in Kontakt, wir werden das in den nächsten Wochen endgültig lösen.»

* Name der Redaktion bekannt

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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
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