Unsere Mannschaft ist gut für ein Unentschieden», sagt Dänemarks Goalie-Legende Peter Schmeichel (55) vor dem Spiel zu BLICK. Er ist extra für das Spiel seines Sohnes Kasper aus Dänemark angereist und geniesst ein Bier vor dem Spiel. «Mein letztes Spiel ist schon fünfzehn Jahre her», sagt der schlank gebliebene Europameister von 1992 schmunzelnd, «ich muss auf meine Figur achten.»
Wenig später ist im schlecht gefüllten St. Jakob-Park (nur 18 352 Fans) Schmeichel junior zu hören. Der Leicester-Hüter staucht seine Mitspieler zusammen. Denn nach einem kurzen Startfeuerwerk mit zwei Schüssen in den ersten beiden Minuten ist von Danish Dynamite nicht mehr viel zu sehen.
Die Schweizer, angeführt von Abwehrchef Akanji und Captain Xhaka, nehmen das Spiel in die Hand. Die Passqualität ist viel höher als in Hälfte eins beim 2:0 am letzten Samstag in Georgien.
Zuber, der von den knüppelharten Dänen immer wieder auf die Knochen kriegt, verpasst nach einer Xhaka-Flanke mit seinem Kopfball Schmeichels Tor nur knapp. Und mit einem Schuss von Freuler aus der Drehung hat Schmeichel kein Problem.
Doch dann flankt Verteidiger Rodriguez von links, Mittelstürmer Ajeti sperrt mit dem Rücken zum Tor den Weg frei. Dass der Bebbi-Spieler den Ball mit dem Oberarm annimmt, übersieht Ref Skomina. Ajeti zurück auf Freuler. Und der Zürcher Oberländer trifft. 1:0 nach 19 Minuten. Freuler herrscht!
Einzig Mbabu, der auf der rechten Seite für Captain Lichtsteiner spielt, fällt ab. Der Meisterkicker von YB ist sichtlich nervös.
In Hälfte zwei kommt ein weiterer Berner. Benito für Rodriguez. Den Milan-Spieler zwickts im Rücken.
Und die Dänen sind in der Pause heiss gelaufen. Der Ball liegt in der 47. Minute in Sommers Netz. Glück für Pektovics Elf. Der Schiri pfeift ab. Hauchdünnes Abseits.
Kurz darauf muss Sommer Richtung Poulsens Füsse tauchen.
Doch dann hat der beste Mann auf dem Platz seinen Solo-Auftritt: Captain Xhaka nimmt Mass. Und trifft mit seinem schwachen rechten Fuss. Schmeichel junior sieht dabei nicht gut aus.
Embolo setzt im Fünfmeterraum noch das Sahnehäubchen obendrauf. 3:0! Xhaka (95 % angekommene Pässe!) bekommt seinen verdienten Sonderapplaus. Sow ersetzt ihn in der
79. Minute. Goalie Sommer bekommt die Binde.
Dänemark verkürzt mit Jörgensen nach auf 1:3. Und dann gelingt den Dänen in der 88. Minute der Anschlusstreffer.
Es wird nochmals heiss. Sommer krallt sich in der 90. Minute einen Eriksen-Freistoss. Doch in der 94. Minute sieht auch unser Goalie alt aus. 3:3! Unglaublich! Papa Schmeichel hat sein Unentschieden.
Weshalb hat Petkovic den herausragenden Xhaka beim Stande von 3:0 rausgenommen?
Der Coach: «Xhaka konnte nicht mehr auf dem Platz bleiben. Er hat mich schon zehn Minuten davor gebeten, ausgewechselt zu werden. Granit hatte Adduktoren-Probleme, er konnte nicht mehr.»
Zur Tatsache, ein 3:0 noch zu verschenken, sagt Petkovic: «Nach einem 3:0 ist es schwierig, dieses Resultat zu akzeptieren. Aber wir bleiben positiv. Wir wissen, dass wir 80 Minuten sehr gut gespielt haben. Doch zum Schluss haben wir zu fest nach hinten gestaffelt. Wir habens provoziert, mit hohen Bällen der Dänen. Sie haben sieben, acht Spieler, die über 1 Meter 90 gross sind. Das erste Gegentor haben wir verschlafen, beim zweiten stellten wir zu naiv die Offside-Falle. Und auch das dritte Gegentor wäre zu verhindern gewesen.»
Die Schweizer Nati absolviert am Dienstagabend um 20.45 Uhr in Basel das zweite EM-Qualispiel. Zu Besuch im Joggeli ist Dänemark. Tags darauf lädt BLICK zum grossen Nati-Talk. Mit dabei sind hochkarätige Gäste. Ab 12 Uhr diskutieren SRF-Reporter Sascha Ruefer (47) und der dänische Ex-YB-, -Aarau- und Bayern-Profi Lars Lunde (55) über den Auftritt der Schweizer Nati.
Die Schweizer Nati absolviert am Dienstagabend um 20.45 Uhr in Basel das zweite EM-Qualispiel. Zu Besuch im Joggeli ist Dänemark. Tags darauf lädt BLICK zum grossen Nati-Talk. Mit dabei sind hochkarätige Gäste. Ab 12 Uhr diskutieren SRF-Reporter Sascha Ruefer (47) und der dänische Ex-YB-, -Aarau- und Bayern-Profi Lars Lunde (55) über den Auftritt der Schweizer Nati.