Die Wahrheit zum Rücktritt
Wie Okafor nach erneutem Vorfall der Nati-Ausbootung zuvorkam

Noah Okafor tritt mit 26 Jahren aus dem Schweizer Nationalteam zurück – und kommt damit einem Entscheid von Nati-Trainer Murat Yakin zuvor. Dieser hat ihn ohnehin nicht mehr aufbieten wollen.
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Im WM-Sechzehntelfinal gegen Algerien wurde Okafor nach 71 Minuten eingewechselt – zu weiteren Einsätzen im Nationalteam wird es nicht kommen.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Noah Okafor beendet mit 26 Jahren seine Karriere in der Nati
  • Er wirft Trainer Murat Yakin mangelnden Respekt und gebrochenes Vertrauen vor
  • 26 Länderspiele, zuletzt nur Joker-Rolle und Konflikte mit dem SFV
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Tobias WedermannFussballchef

Für Noah Okafor ist die Tür bei der Nati endgültig geschlossen. Diese Story recherchierte Blick in den vergangenen Tagen. Laut Blick-Informationen soll es im Rahmen der Weltmeisterschaft im Umfeld Okafors erneut zu einem Vorfall gekommen sein, weshalb Nati-Trainer Murat Yakin entschieden hat, den 26-Jährigen endgültig nicht mehr für die Schweiz aufzubieten. Beim Verband ist die Rede von Attacken aus Okafors engstem Kreis gegen den SFV und Murat Yakin, die auf unterschiedlichen Plattformen gepostet worden sein sollen. Das Captain-Team der Nationalmannschaft um Granit Xhaka soll bereits vor Tagen über die Konsequenzen und diesen Entschluss Yakins informiert worden sein.

Als Blick das Management Okafors am Mittwoch mit den Informationen konfrontiert und um eine Stellungnahme bittet, wird um Zeit für Abklärungen gebeten. Am Tag danach kehrt der Leeds-Profi den Spiess um, verkündet seinen Abschied aus der Schweizer Nati auf Instagram und attackiert Coach Yakin. Er habe für sich entschieden, dass er unter dem aktuellen Trainer keine Spiele mehr für die Nati machen wolle: «Murat Yakin macht einen tollen Job und hat mit der Schweiz Historisches erreicht. Der Erfolg gibt ihm und seiner Arbeit recht. Und natürlich will ich keine Sonderbehandlung von ihm. Nur gegenseitigen Respekt und Vertrauen, aber diese Grundlage sehe ich für die kommenden Jahre nicht.»

«Tief getroffen» von Yakins Flaschenwurf

Die Einsatzzeit an der WM von lediglich 19 Spielminuten gegen Algerien habe damit nichts zu tun, beteuert Okafor gleich zweimal in seinem ausführlichen Statement. «Es sind Dinge passiert, die mich tief getroffen haben. Vertrauen ist verletzt worden. Zusagen wurden nicht eingehalten. Und als ich gegen Algerien spielen durfte, wurde selbst bei kleinen Fehlern weit weg von unserem Tor auf eine Art und Weise reagiert, die mich tief getroffen hat.»

Yakin lässt Frust an Flasche aus
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Nach vermeidbarem Fehlpass:Yakin lässt Frust an Flasche aus

Damit dürfte Okafor den Flaschenwurf von Yakin meinen, der nach einem Ballverlust in der Schlussphase des Sechzehntelfinales komplett aus der Haut gefahren ist. Bei den nicht eingehaltenen Zusagen könnte es sich um die Einsatzzeiten beim dritten Gruppenspiel in Kanada handeln, bei dem Okafor Spielminuten in Aussicht gestellt wurden. Als das Spiel gegen Ende plötzlich eng wurde mit dem 2:1-Anschlusstreffer, verzichtete der Trainer auf die Einwechslung Okafors.

Das Ende einer verkorksten Beziehung

Der Attacke-Rücktritt ist das vorerst letzte Kapitel einer verkorksten Beziehung zwischen der Nati und Noah Okafor ohne grossen sportlichen Erfolg. Als Okafors Stern im Herbst 2021 auch am Champions-League-Himmel richtig zu strahlen beginnt, holt Yakin ihn ins Nationalteam, bringt den damaligen Salzburg-Shootingstar in der WM-Quali direkt von Beginn an gegen Italien und Bulgarien. Das sind bis heute die besten Auftritte Okafors im Schweizer Dress. 

Danach wird der Offensivspieler immer mehr zum Joker unter Yakin, mit dem vorläufigen Tiefpunkt an der EM 2024, als er nicht eine einzige Spielminute auf dem Konto hatte. Im Anschluss an die Europameisterschaft wurden Disziplinlosigkeiten, mangelhafte Trainingsintensität und Teamfähigkeit sowie ein hitziges Gespräch zwischen Familienmitgliedern von Okafor und Nati-Direktor Pierluigi Tami publik. Der damalige Milan-Star fiel bei Yakin in Ungnade, spielte in der Nati mit einer kleinen Ausnahme keine Rolle mehr. Okafor fühlte sich ungerecht behandelt und manövrierte sich mit einem Frust-Interview im «The Athletic» während der finalen WM-Quali-Phase weiter ins Abseits.

Es folgte ein überraschender Friedensgipfel in England und die Rückkehr in die Nati zur WM 2026. Okafor entschuldigte sich vor dem Team für vergangene Fehler, präsentierte sich vor dem Turnier im Blick-Interview demütig und motiviert, das Gegenteil seines Images zu beweisen. Der Ausgang ist bekannt. Und die Tür zur Nati ist bereits im Alter von 26 Jahren nach 26 Länderspielen geschlossen.

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