Hier wird Embolo wegen einer Schwalbe vom Platz gestellt
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Nach VAR-Intervention:Hier wird Embolo wegen einer Schwalbe vom Platz gestellt

Die heissen Fragen zum WM-Skandal
Im Fall Embolo gibts einen Hauptschuldigen

Knapp drei Wochen nach dem Aus im WM-Viertelfinal gegen Argentinien (1:3 n. V.) sorgt der Platzverweis gegen Breel Embolo erneut für Schlagzeilen – weil es ihn gar nicht hätte geben dürfen. Was passiert nun?
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Breel Embolo schlägt ungläubig die Hände über dem Kopf zusammen, als er gegen Argentinien Gelb-Rot sieht.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das International Football Association Board IFAB präzisiert Regelpassus nach Diskussionen um Breel Embolos Platzverweis
  • SFV kann Spielwertung nicht anfechten – Rekursfrist abgelaufen, Turnier beendet
  • Embolo bleibt gesperrt: automatische Strafe trotz Ifab-Kritik an Fifa-Regelauslegung
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Wie reagiert der SFV auf die Mitteilung des Ifab?

Das International Football Association Board (Ifab) stärkt Breel Embolo und der Schweizer Nati den Rücken. «Das gestrige Ifab-Zirkular bestätigt uns in unseren ersten Emotionen während und nach dem Spiel gegen Argentinien», lässt der Schweizerische Fussballverband (SFV) auf Blick-Anfrage in einem Statement verlauten. «Das tut natürlich weh. Am Ergebnis des Spiels lässt sich aber nichts mehr ändern. Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig präzise, einfach verständliche und einheitlich angewendete Spielregeln für den ganzen Fussball sind.»

Kann der SFV gegen die Wertung des Spiels Rekurs einlegen?

Ein Rekurs gegen die Niederlage gegen Argentinien wäre absolut chancenlos. Einerseits liegt kein regeltechnischer Fehler vor, andererseits ist die Rekursfrist abgelaufen und das Turnier beendet. Und einen ähnlichen Fall wie beim Afrika-Cup, als Monate später das Resultat des Finals zwischen Marokko und Senegal in einen Sieg des Gastgebers umgewandelt wurde, wird es nicht geben, da der Ausgang der Partie den weiteren Turnierverlauf verändert hätte.

Wer hat einen Fehler gemacht?

Sowohl den portugiesischen Schiedsrichter João Pinheiro als auch den VAR trifft keine Schuld. Sie haben sich an die von der Fifa und ihrem Schiri-Boss Pierluigi Collina vor dem Turnier auch den Teams mitgeteilten Regeln gehalten. Letztlich müssen sich das Ifab und vor allem die Fifa selber an der Nase nehmen. Die Erweiterung des VAR-Protokolls durch das Ifab, dass neu bei einer Verwechslung auch ein Spieler der gegnerischen Mannschaft bestraft werden kann, war zu schwammig formuliert. Die Fifa nutzte das Schlupfloch und bestimmte, dass der Passus der «mistaken identity» an der WM nicht nur auf die Verwechslung eines Spielers, sondern auch auf das Vergehen bezogen werden kann – offensichtlich ein Fehler, wie das Ifab nun bekanntgab.

Warum hat sich das Ifab geäussert?

Offensichtlich war es den Regelhütern ein Anliegen, diesen Passus des Regelwerks zu präzisieren. Vor allem der Fall Embolo im Viertelfinal Schweiz gegen Argentinien hat auch international für zahlreiche Diskussionen gesorgt, auch wenn die Regel bereits zuvor beim Fall des Paraguayers Miguel Almirón in der Partie der Vorrunde gegen die USA angewendet wurde. Im Gegensatz zu Embolo handelte es sich bei Almirón aber um die erste und nicht die zweite Gelbe Karte.

Hat die Fifa falsch gehandelt?

Ja. Die Fifa hatte diesen Passus des im Frühjahr neu verabschiedeten Regelwerks so interpretiert, was offensichtlich nicht im Sinn des Ifab war – auch wenn Ifab nun schrieb, dass «diese Anwendung der Regel auf Simulieren positiv aufgenommen wurde». Auch die Swiss Football League und die Uefa, die schon letzte Woche klargemacht hatten, dass sie diese Regel nicht so übernehmen würden, wollen die Fifa nicht in den Senkel stellen. «Die europäische Regelauslegung aber ist korrekter», sagte Sascha Amhof (46), Leiter Ressort Schiedsrichter im SFV, gegenüber Blick.

Ist Embolo damit reingewaschen?

Nein. Laut dem Ifab hätte der Nati-Stürmer zwar aufgrund des VAR-Protokolls nicht vom Platz fliegen dürfen, doch Schiedsrichter Pinheiro hätte seine Schwalbe mit Gelb bestrafen können bzw. müssen, wenn er sie als solche während des Spiels erkannt hätte.

Wäre die Nati Weltmeister geworden, wenn Embolo nicht vom Platz geflogen wäre?

Auch wenn das Team von Murat Yakin mit elf gegen elf gegen Argentinien weitergespielt hätte, ist es spekulativ, ob die Nati den Weltmeister bezwungen hätte und in den Halbfinal eingezogen wäre. Die Rote Karte kassierte Embolo beim Stand von 1:1. Und auch wenn der Schweiz der Coup gelungen wäre, hätte sie danach noch England und Spanien bezwingen müssen, um Weltmeister zu werden.

Wird Embolos Sperre für das nächste Spiel aufgehoben?

Stand jetzt, nein. Eine Gelb-Rote Karte hat eine automatische Sperre für das nächste Pflichtspiel zur Folge, womit Embolo beim Auftakt der Liga B der Nations League Ende September in Skopje gegen Nordmazedonien nicht spielen darf. Auch ein Rekurs des SFV hätte wohl nur bedingt Chancen, weil der Platzverweis laut den von der Fifa vorgegebenen Regeln kein Fehler war.

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