«Vertrauen wurde verletzt»
Okafor tritt aus Nati zurück und attackiert Yakin

Noah Okafor ist nicht mehr Spieler der Nati. Das gibt der Flügel auf Instagram bekannt.
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Noah Okafor tritt vorläufig aus der Schweizer Nationalmannschaft zurück. Diese überraschenden Nachrichten teilte der Basler auf Instagram mit.
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Andri BäggliRedaktor Sport

Kurz nach dem Mittagessen sorgt Noah Okafor für einen Knall. Der Nati-Flügel gibt überraschend seinen Rücktritt aus der Nati auf Instagram bekannt. «Diese Zeilen sind die schwersten, die ich in meiner bisherigen Karriere geschrieben habe. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, bis auf Weiteres aus der Schweizer Nationalmannschaft zurückzutreten», schreibt Okafor in seinem Statement.

Es sind schon zu Beginn emotionale Worte, die aber eine gewisse Explosionskraft mit sich bringen. Denn «bis auf Weiteres» zeigt, dass der 26-Jährige sich grundsätzlich vorstellen kann, irgendwann zurückzukehren. Das schreibt auch der Leeds-Flügel: «Ich hätte auch in Zukunft sehr gerne für die Schweiz gespielt und alles für unser Land gegeben. Aber unter den aktuellen Umständen kann ich es einfach nicht mehr.»

Nach der EM in Deutschland wurde Okafor aufgrund Aussagen in einem Interview von Trainer Murat Yakin aussortiert. Zwar bemühte sich der Nati-Trainer darum, Okafor wieder einzugliedern und nahm ihn nach einer starken Saison bei Leeds mit an die WM. Doch dort fühlte sich der 26-Jährige ungerecht behandelt: «Umso enttäuschender war für mich, was ich dort erlebt habe. Nicht, weil ich wenig gespielt habe, sondern wegen der Art und Weise, wie mit mir umgegangen wurde.» Weiter stellt er klar: «Für mich war es die schwierigste Zeit meiner bisherigen Karriere.»

Kein Vertrauen mehr

Okafor stellt klar, dass sein Rücktritt nichts mit seinen Einsatzminuten zu tun habe. Er sei zum Turnier gereist, um seine Mannschaft bestmöglich zu unterstützen. Er kritisiere lediglich den Umgang mit ihm: «Es sind Dinge passiert, die mich tief getroffen haben. Vertrauen ist verletzt worden. Zusagen wurden nicht eingehalten. Und als ich gegen Algerien spielen durfte, wurde selbst bei kleinen Fehlern weit weg von unserem Tor auf eine Art und Weise reagiert, die mich tief getroffen hat.»

Der Entscheid, sich von der Nati zurückzuziehen, sei über mehrere Wochen gereift. «Ich habe viel nachgedacht und für mich entschieden, dass ich unter dem aktuellen Trainer nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen möchte.» Nichtsdestotrotz hat Okafor auch Lob für den Nati-Coach: Murat Yakin macht einen tollen Job und hat mit der Schweiz Historisches erreicht. Der Erfolg gibt ihm und seiner Arbeit recht.»

Klar sei für ihn auch, dass er keine Sonderbehandlung wolle. «Nur gegenseitigen Respekt und Vertrauen, aber diese Grundlage sehe ich für die kommenden Jahre nicht», so der Flügel.

SFV äussert sich

Zum Schluss wünscht der Basler dem Team viel Erfolg für die Zukunft und bedankt sich für die Unterstützung. «Glaubt mir: Wann immer ich auf dem Platz stand, habe ich mein Herz für dieses Trikot gelassen», so Okafor. Sein Statement beendet er mit den Worten: «Bis bald» – auch eine Ansage.

Der SFV hat auf den Rücktritt auch bereits in einer Stellungnahme reagiert. Der Verband schreibt auf Anfrage: «Noah hat uns heute persönlich informiert, dass er vorläufig nicht mehr für die Nati spielen wird. Wir respektieren seinen Entscheid und wünschen ihm viel Glück und Erfolg bei seinem Verein.»

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