Da war er wieder, der Löwenjubel. Endlich, neigt man zu sagen, denn Dan Ndoye (25) brauchte neun Abschlüsse in dieser Nations-League-Kampagne, bis auch er endlich über einen Torerfolg jubeln konnte. Es scheint so, als hätte sich der Waadtländer sein elftes Tor im Nati-Shirt für sein kleines Jubiläum aufgespart, bestritt Ndoye am Samstagabend in Luzern doch sein 40. Länderspiel.
Bereits einer der Erfahrensten
Nur sechs Spieler im aktuellen Kader haben mehr Länderspiele bestritten als Ndoye. Das zeigt nicht nur, dass Murat Yakin sein Team verjüngt – auch aufgrund der Absenzen von Breel Embolo, Ruben Vargas, Granit Xhaka und Denis Zakaria gezwungenermassen – , sondern dass der Romand mit senegalesischen Wurzeln mittlerweile ein gestandener Nati-Spieler ist. «Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und neuen, jungen, guten Spielern», so Ndoye. Wichtig sei, dass die Neuen dieselbe Mentalität implementieren würden.
Vor einer Woche in Skopje klebt Ndoye noch das Pech an den Füssen, obwohl er bereits da neben Doppeltorschütze Zeki Amdouni der auffälligste Schweizer ist. In Glasgow ist Ndoye dann nicht nur der beste Schweizer, sondern der Matchwinner, holt er doch nicht nur die Rote Karte in der Startphase raus, sondern bereitet auch das 2:0 und 3:0 vor. Und nun belohnt er sich gegen Slowenien für seine Leistungen und entscheidet die Partie erneut – diesmal mit dem Siegestor.
Schwierige erste Saison in England
Dass Ndoye auch in der Nati wieder in Bestform ist, ist kein Zufall. Nach einer schwierigen ersten Saison in der Premier League mit vier (!) verschiedenen Trainern, einigen Verletzungsproblemen und dem Verlust des Stammplatzes gehört er unter dem neuen Trainer Oliver Glasner wieder zum Stammpersonal.
In der Nati ist er praktisch unverzichtbar geworden. Seit der EM 2024, als Ndoye der grosse Durchbruch gelang, ist er aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Mit seinem Speed kann er jedem Gegenspieler Probleme bereiten, der Schotte Jack Hendry kann ein Lied davon singen. Dass er aber auch vor dem Tor Qualitäten hat, bewies er nicht zuletzt im WM-Viertelfinal gegen Argentinien, als er kurz nach der Pause nach einem herrlichen Doppelpass mit einem satten Abschluss Emiliano Martinez bezwang und zum 1:1 ausglich.
Doch die WM ist für Ndoye Vergangenheit. «Es war ein schönes Erlebnis, aber es ist passé.» Im Fussball gehe es immer weiter. «Wir müssen nach vorne schauen.» Gegen Nordmazedonien wollen Ndoye und seine Kollegen am Dienstag den vierten Sieg in Folge, womit sie dem Aufstieg in die Liga A einen grossen Schritt näherkommen würden. Doch das grosse Ziel ist die EM 2028 in England, Schottland, Wales und Irland. Auch dort will der Löwe wieder brüllen.
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