Captain fehlt nach Corona-Bschiss
Welcher Nati-Star jetzt der neue Xhaka werden soll

Ardon Jashari kann erstmals Granit Xhakas Rolle im Nati-Mittelfeld übernehmen. In der Abwesenheit des Captains bietet sich dem 24-Jährigen die Chance, seine Geduld nach vier Jahren auf der Bank endlich zu belohnen.
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Nach Jahren im Schatten des Duos Xhaka/Freuler kann Jashari nun zeigen, dass er auch im Nati-Dress ein Leader sein kann.
Foto: Toto Marti

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ardon Jashari erhält erstmals grosse Chance in der Schweizer Nati
  • Xhakas Abwesenheit eröffnet Jashari Startelfeinsätze gegen Nordmazedonien, Schottland, Slowenien
  • Seit Debüt 2018: 11 Länderspiele, 356 Einsatzminuten, 3 Startelfeinsätze

Ardon Jashari (24) hat die vielleicht undankbarste Rolle in der Nati überhaupt: Für ihn gibt es seit Jahren kein Vorbeikommen an den Dauerbrennern Granit Xhaka (32) und Remo Freuler (34) im zentralen Mittelfeld. Am Wochenende sind es exakt vier Jahre, seit Jashari sein Debüt im Schweizer Dress gefeiert hat. Seither war er bei zwei Weltmeisterschaften und einer EM im Kader, doch aktuell hat Jashari gerade mal elf Länderspiele und total 356 Einsatzminuten auf dem Konto. Nur dreimal stand er in der Startelf.

Und das, obwohl sein Talent unbestritten gross ist. Obwohl er sein Können mit Brügge und der AC Milan auf höchstem Level bewiesen hat. Und obwohl sowohl Nati-Trainer Murat Yakin als auch seine Mitspieler immer in höchsten Tönen über den Innerschweizer sprechen.

Sportlicher Profiteur des Falls Xhaka

Jetzt scheint Jashari endlich seine grosse Möglichkeit zu bekommen, auch im Nati-Dress zu glänzen. Er ist der grosse sportliche Profiteur von Granit Xhakas Abwesenheit, nachdem dessen Bschiss beim Covid-Impfzertifikat bekannt wurde. «Ich bin fest davon überzeugt, dass Ardon den Charakter und die Fähigkeiten hat, um ein Führungsspieler in der Nati zu sein», sagt sein Nati-Trainer vor den Nations-League-Spielen im grossen Blick-Interview.

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Alles andere als Startelfeinsätze gegen Nordmazedonien, Schottland und Slowenien wären eine Überraschung. Jetzt ist Jasharis Zeit, um ein Ausrufezeichen auf dem Feld zu setzen, dass er nicht nur in der Theorie der künftige und oft genannte Nachfolger von Granit Xhaka als Leader im Mittelfeld sein kann. Im Training, hinter verschlossenen Türen, hat er das schon längst gezeigt. «Seine Trainingsleistungen bei der WM haben mir imponiert und auch sein Wille, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen», sagt Yakin in Belek.

Jashari zeigte nie öffentliche Anzeichen von Frust

Doch bei der Schweizer Nationalmannschaft stand er stets im Schatten von Captain Granit Xhaka und Remo Freuler. Vielmehr wurde stets die Ähnlichkeit zwischen Xhaka und Jashari auf diversen Ebenen hervorgehoben. Für den 24-Jährigen sowohl ein grosses Lob als auch ein Problem. Im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien versuchte es Murat Yakin mit Xhaka, Freuler und Jashari von Beginn an. Der Versuch funktionierte nicht, wurde bereits nach 45 Minuten für gescheitert erklärt.

Und doch zeigte Jashari nie öffentliche Anzeichen von Frust oder Trotz: Aussagen, wie «Die Enttäuschung ist da, das ist normal. Wir Fussballer haben immer die Erwartung, zu spielen, es ist unser Beruf», gehörten zu den kritischsten Aussagen. Stattdessen wartet er seit Jahren geduldig auf seine Chance. Und die erhält er nun ausgerechnet in einem Land, mit dem er eine spezielle Bindung hat: Jasharis Eltern stammen aus Nordmazedonien.

Mitspieler Bajrami verrät Jashari-Detail

Eine zusätzliche Motivation, die der 24-Jährige aber eigentlich gar nicht braucht. Jashari betonte im letzten Interview mit Blick im Mai: «Murat Yakin weiss, dass ich zu 100 Prozent Vollgas gebe und auf den Platz bringe, was verlangt wird.» Auch seine Mitspieler haben keine Zweifel daran, dass Jashari in den kommenden Spielen die riesigen Fussstapfen von Granit Xhaka im Mittelfeld füllen kann. «Ardon hat alle Qualitäten, um auf allerhöchstem Niveau zu bestehen», sagt Zachary Athekame über ihn, der in der abgelaufenen Saison Teamkollege bei der AC Milan gewesen ist.

Adrian Bajrami kennt Jashari schon lange, ist mit dem 24-Jährigen in Belek in der gleichen Bungalow-WG: «Es ist schade, dass Granit nicht dabei sein kann, er ist eine wichtige Stütze dieses Teams. Aber Ardon ist ein super Spieler, und ich glaube fest daran, dass er eine grosse Karriere haben wird.» Zudem verrät Bajrami auch ein Detail über Jashari, das öffentlich vielleicht nicht so präsent ist: «Ardon ist wirklich ein sehr lustiger Typ, wenn man mehr Zeit mit ihm verbringt.» Am Samstag soll der Milan-Profi nicht nur die Mitspieler zum Lachen bringen, sondern auch Yakin und die Fans auf dem Feld entzücken. Es ist Jasharis Zeit, erstmals die Früchte seiner langjährigen Geduld zu ernten.

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