Brisante Monate für den SFV
Der Nati-Test ist nur der Auftakt in ein Schicksalsjahr

Mit dem Testspiel in Belfast lanciert die Nati ein Fussball-Jahr, das es aus Sicht des SFV in sich hat. 2025 werden die Weichen für die Zukunft gestellt – auf und neben dem Platz.
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Für die Nati (und Trainer Murat Yakin), aber auch für den SFV ist 2025 ein wegweisendes Jahr.
Foto: TOTO MARTI
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Der erste Nati-Auftritt 2025 am Freitag im Windsor Park in Belfast bildet den Auftakt ins neue Jahr, das für den Schweizer Fussballverband zukunftsweisend ist. Wahl des SFV-Präsidiums, Heim-EM der Frauen, Festlegung des Standorts für das «Swiss Football Home», WM-Qualifikation der Männer. 2025 werden die Weichen gestellt, ob der SFV weiter auf der Erfolgswelle reiten wird – oder ob er in Zukunft kleinere Brötchen backen muss.

Im Juni tritt SFV-Präsident Dominique Blanc ab, als Nachfolger bewerben sich Sandro Stroppa von der Amateurliga und Peter Knäbel als Kandidat der SFL. Für den Schweizer Fussball ist es eine wegweisende Wahl, denn viele Probleme der letzten Jahre wurden durch die Erfolge der A-Nati unter den Teppich gewischt. In der Juniorenförderung ist die Schweiz ins Mittelmass abgerutscht, auch in der Trainerausbildung harzt es.

Nati-Direktor Pierluigi Tami, der im Sommer 2026 in Rente geht, droht zur «Lame Duck» zu werden, was unmittelbare Auswirkungen auf die Nationalteams hat. Zu Beginn dieses Jahres verzögerte sich die Suche nach einem Co-Trainer, weil er sich lieber in den Ferien sonnte. Bereits im Krisenherbst 2023 hatte der Tessiner keine glückliche Figur gemacht, auch später liess er gelegentlich Führungsstärke vermissen, womit er symbolisch für den Verband steht, dem eine Strukturreform mehr als guttun würde.

Knifflige WM-Quali

Und die Nati? Nach dem ereignisreichen letzten Jahr – mit der überragenden EM, die im Herbst nach dem erstmaligen Abstieg in der Nations League nicht mehr ganz so hell strahlte – lautet die Frage: Wo steht das Zugpferd des SFV nach der langen Winterpause?

Den ersten Zusammenzug mit dem Kurz-Trainingslager an der Algarve und den Testspielen gegen Nordirland und Luxemburg nutzt Murat Yakin als Casting, um den bereits 2024 eingeleiteten Umbruch weiter zu forcieren. Mit Captain Granit Xhaka und seinem Stellvertreter Manuel Akanji fehlen die beiden Eckpfeiler des Teams, dafür dürfen sich neue Gesichter wie Stefan Gartenmann, Lucas Blondel, Isaac Schmidt oder Alvyn Sanches zeigen und Nati-Luft schnuppern. Ardon Jashari, der SFV-Aufsteiger der letzten Monate, zog es vor, sich von den Strapazen mit Brügge zu erholen.

Für den Nati-Trainer und seinen neuen Assistenten Davide Callà geht es darum, die Breite des Kaders zu vergrössern. Im Juni nach der Reise in die USA mit Testspielen gegen Mexiko und den Gastgeber muss klar sein, auf wen sie im Herbst in der WM-Quali setzen können. Denn der Weg an die WM wird kein Selbstläufer. Nur Platz 1 garantiert das WM-Ticket, als Zweiter droht ein zähes Playoff gegen Gegner auf Augenhöhe, als Gruppendritter das erstmalige Verpassen eines grossen Turniers seit der EM 2012.

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Nati entscheidend für SFV-Wohl

Innerhalb von 75 Tagen wird sich im Herbst das Schicksal der Nati entscheiden. Besonders brisant wird der Oktober-Zusammenzug, wenn die Nati innerhalb von vier Tagen in Schweden und in Slowenien antritt. Spätestens dann, muss Yakin seine Idealformation gefunden haben.

Am Stamm der Mannschaft wird sich nicht viel ändern. Mit Xhaka, Akanji, Remo Freuler, Denis Zakaria, Nico Elvedi, Breel Embolo und Ruben Vargas kann Yakin auf eine Achse zählen, die über viel Endrunden-Erfahrung verfügt. Auch Gregor Kobel, Dan Ndoye, Fabian Rieder und Zeki Amdouni sind inzwischen fixer Bestandteil des Teams. Einigen von ihnen (wie Embolo) steht persönlich auch ein ereignisreicher Sommer mit einem wahrscheinlichen Klubwechsel bevor. Zu hoffen bleibt, dass bei allen die Anpassung schnell gelingt und der Fokus ab September wieder vollumfänglich der Nati gilt, denn auf Tore ihrer Offensivkräfte ist sie mehr denn je angewiesen.

Im Herbst wird abgerechnet. Die Vergangenheit hat gezeigt: Solange die Nati ihren Job macht und sich für die grossen Turniere qualifiziert, kann sich der SFV in deren Glanz sonnen. Bei einem Scheitern droht ihm hingegen ein böses Erwachen.

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Über seine neue Rolle:Davide Callà: «Ich weiss, dass ich Qualitäten habe»
Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
0
0
0
2
Südafrika
Südafrika
0
0
0
3
Südkorea
Südkorea
0
0
0
4
Tschechien
Tschechien
0
0
0
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
0
0
0
2
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
0
0
0
3
Katar
Katar
0
0
0
4
Schweiz
Schweiz
0
0
0
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
0
0
0
2
Marokko
Marokko
0
0
0
3
Haiti
Haiti
0
0
0
4
Schottland
Schottland
0
0
0
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
0
0
0
2
Paraguay
Paraguay
0
0
0
3
Australien
Australien
0
0
0
4
Türkei
Türkei
0
0
0
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
0
0
0
2
Curacao
Curacao
0
0
0
3
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
0
0
0
4
Ecuador
Ecuador
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0
0
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
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2
Japan
Japan
0
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3
Schweden
Schweden
0
0
0
4
Tunesien
Tunesien
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0
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
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PT
1
Belgien
Belgien
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0
2
Ägypten
Ägypten
0
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3
Iran
Iran
0
0
0
4
Neuseeland
Neuseeland
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Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
0
0
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2
Kap Verde
Kap Verde
0
0
0
3
Saudi Arabien
Saudi Arabien
0
0
0
4
Uruguay
Uruguay
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Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
0
0
0
2
Senegal
Senegal
0
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0
3
Irak
Irak
0
0
0
4
Norwegen
Norwegen
0
0
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Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
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PT
1
Argentinien
Argentinien
0
0
0
2
Algerien
Algerien
0
0
0
3
Österreich
Österreich
0
0
0
4
Jordanien
Jordanien
0
0
0
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
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PT
1
Portugal
Portugal
0
0
0
2
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
0
0
0
3
Usbekistan
Usbekistan
0
0
0
4
Kolumbien
Kolumbien
0
0
0
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
0
0
0
2
Kroatien
Kroatien
0
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3
Ghana
Ghana
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4
Panama
Panama
0
0
0
Playoffs
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