Blick-Experte Dzemaili
«Petkovic freut sich sicher nicht auf das Nati-Duell»

32 Länderspiele hat Blick-Experte Blerim Dzemaili unter Vladimir Petkovic absolviert. Vor dem grossen Wiedersehen im Achtelfinal spricht er im Interview über die Stärken und Schwächen seines Ex-Trainers.
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Wiedersehen im kanadischen Vancouver.
Foto: TOTO MARTI

Blerim Dzemaili, Sie haben fast die Hälfte Ihrer 69 Länderspiele unter Vladimir Petkovic absolviert. Was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn, wenn Sie an ihn denken?
Zwei Dinge. In erster Linie sicher, dass er mir sofort das Vertrauen gegeben und auf mich gesetzt hat, als er die Nati übernommen hat. Das hatte ich zuvor unter Ottmar Hitzfeld jahrelang vermisst.

Und als Zweites?
Dass er mich kurz vor der EM 2016 angerufen und mir gesagt hat, dass nicht ich, sondern Granit Xhaka der dritte Captain sein wird. Es war kein erfreuliches Telefonat. Aber es war trotzdem ein gutes Gespräch, das ich in Erinnerung behalten habe.

Was ist Vladimir Petkovic für ein Trainertyp?
Ich fand ihn menschlich immer sehr, sehr gut. Für uns Spieler hatte er immer ein offenes Ohr. Er hat sich nach dem Essen immer wieder zu uns gesetzt, sich mit uns ausgetauscht und Kaffee getrunken. Eine sehr zugängliche Art, die ich immer geschätzt habe.

Und fussballerisch?
Kein Schnickschnack. Er hatte keine extravaganten Ideen oder Erwartungen auf dem Spielfeld. Seine Ansagen waren stets klar und jeder wusste, was er zu tun hatte. Dieses Einfache hat aber auch eine gewisse Qualität. Ausserdem hatte man bei Vlado immer eine Chance, sich im Training für Spielminuten anzubieten. Die Trainingsintensität war immer sehr gut.

Welche Schwächen hat Petkovic?
Im Zusammenhang mit der Nati war es sicher die Kommunikation gegen aussen. Er konnte nicht gut Deutsch und hatte entsprechend etwas Mühe, seine Ideen und Philosophien in der Deutschschweiz zu präsentieren oder zu verkaufen. Ich glaube, dass das rückblickend auch seiner Wertschätzung geschadet hat.

Wie meinen Sie das?
Petkovic hat als Nati-Trainer 72 Spiele verantwortet, 42 davon hat die Schweiz gewonnen. Er hat die Schweiz erstmals in einem Turnier in einen Viertelfinal geführt. Das ist eine sehr starke Bilanz, die definitiv mehr Wertschätzung verdient hätte. So ist zumindest meine Wahrnehmung.

Glauben Sie, dass sich Petkovic auf das Duell gegen die Schweiz freut?
Ich glaube, dass er lieber 3:2 gegen Österreich gewonnen hätte. Er freut sich bestimmt, einige Spieler wiederzusehen, aber er freut sich ganz sicher nicht auf das Duell mit der Schweiz. Es sind Emotionen mit dabei, die er vermutlich lieber umgangen hätte. Zudem hat er sicher mehr Druck.

Mehr Druck?
Als Gruppenzweiter wäre Algerien gegen Spanien der klare Underdog gewesen, der nichts zu verlieren gehabt hätte. Gegen die Schweiz sehen sie sich in der Heimat sicherlich auf Augenhöhe.

Einer der Spieler, die Petkovic wiedersehen wird, ist Granit Xhaka. Unter ihm ist Xhaka zum heutigen Leader und Captain gereift. Wie haben Sie das mitbekommen?
Sie hatten immer eine ausgezeichnete Beziehung. Granit spürte, dass mit Petkovic erstmals ein Trainer kam, der ihm nicht nur volles Vertrauen gab, sondern ihn auf seiner richtigen Position spielen liess. Das hat Granit nochmals beflügelt – als Spieler wie auch als Anführer.

Wie gross ist Petkovics Vorteil, dass er viele Spieler noch kennt?
Er hat bestimmt einen Vorteil, da er die Schwächen der Schweiz sehr genau kennt. Aber auch Vladimir Petkovic weiss, dass die Nati klarer Favorit ist.

Welches sind die grössten Unterschiede zwischen Petkovic und Nachfolger Murat Yakin?
Murat Yakin hat ein sehr gutes Gespür dafür, wann er den Spielern Freiheiten und Verantwortung geben kann. Das war unter Vladimir Petkovic anders. Petkovic war wiederum taktisch sehr gut auf den Gegner vorbereitet und hatte immer einen klaren Plan. Bei Yakin ist mehr Bauchgefühl, Risiko und Überraschung mit dabei.

«Es gibt nur etwas, das mir bei der Nati Sorgen macht»
2:33
Dzemaili über die Gruppenphase:«Es gibt nur etwas, das mir bei der Nati Sorgen macht»

Welche taktischen Vorbereitungen wird Petkovic für die Nati haben?
Ich bin mir sicher, dass seine grösste Sorge ist, wie er die Schweiz verteidigen kann. Wie kriege ich Breel Embolo und Johan Manzambi in den Griff? Wie kriege ich Granit Xhaka in den Griff? Gespannt bin ich aber noch auf etwas anderes.

Auf was?
Ob er den Schweizer Journalisten Interviews geben wird. Die mag er wirklich gar nicht, egal in welcher Sprachregion (lacht).

Was erwarten Sie von Yakin?
Es gibt keinen Grund für grosse Veränderungen, aber eine Überraschung wird er auch dieses Mal wieder bringen. Die Schweiz wird das Spiel mit viel Ballbesitz und einer soliden Defensive dominieren wollen. Ich hoffe nur, dass der Ball in den eigenen Reihen etwas schneller läuft als zuletzt. Man muss sich zudem bewusst sein, dass Algerien in der Offensive viel mehr Qualität hat als Kanada.

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
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