Ein Nati-Spieler steht während dieses Zusammenzugs sportlich besonders im Fokus: Ardon Jashari (24). In Abwesenheit von Captain Granit Xhaka (34) hat der Zuger endlich die Chance bekommen, sich im defensiven Mittelfeld über mehrere Länderspiele von Beginn an zu beweisen.
Die erste Bilanz fällt positiv aus: 89 Ballkontakte pro 90 Minuten im Schnitt, eine Passquote von 92 Prozent sowie durchschnittlich acht Balleroberungen und nur ein Ballverlust pro Partie. Neben den drei Siegen und 8:1 Toren lassen sich auch Jasharis persönliche Statistiken durchaus sehen, auch wenn Nordmazedonien, Schottland und Slowenien maximal europäisches Mittelmass sind.
«Die Mannschaft sucht mich und vertraut mir. Ich fühle mich sehr wohl. Es macht Spass», sagte Jashari nach dem Sieg gegen Slowenien. Murat Yakin lobte am Montag den Mittelfeldspieler der AC Milan für dessen «Dynamik und Power», deutete aber an, dass dieser sein Spiel noch ein bisschen justieren und anpassen muss, wenn es um das kreative Element im Aufbau und die Besetzung der Räume geht. «Aber Ardon ist sehr intelligent und anpassungsfähig.»
Die Krux mit der fehlenden Spielzeit
Jasharis Problem: Xhaka und Freuler weisen neben ihrer enormen Erfahrung nicht nur eine hohe Ballsicherheit aus, sondern ergänzen sich nach Jahren gemeinsam Seite an Seite in der Nati perfekt. Und vor allem Xhaka, aber auch Freuler spielen auch mit 34 noch auf höchstem Niveau. Ganz anders Jashari, dessen grösstes Handicap die fehlende Spielzeit im Klub ist.
Nach einer starken Saison in Brügge und dem Transfer zu Milan im Sommer 2025 ist seine Karriere ins Stocken geraten. Nachdem Jashari die erste Saison aufgrund eines Wadenbeinbruchs mehrheitlich verpasst hat, muss er auch unter dem neuen Milan-Trainer Ruben Amorim hinten anstehen. Die letzten beiden Spiele in der Liga sass Jashari 90 Minuten nur auf der Bank.
«So, wie ich mitbekommen habe, wird der Trainer auf ihn setzen», sagt Yakin. «Die Frage ist aber, wann?» Der Nati-Trainer macht keinen Hehl daraus, wie wichtig Einsatzminuten sind, damit die Spieler, wenn sie in die Nati einrücken, im Rhythmus sind. «Ardon muss spielen – egal wo.» Auch Jasharis Nebenmann Freuler betont, dass Spielzeit im Klub sehr wichtig ist. «Dann kommt man mit einem ganz anderen Elan in die Nati.» So lange sich dies nicht ändert, wird Kronprinz Jashari auch in der SFV-Auswahl weiter hinten anstehen müssen.