Josef «Joe» Zinnbauer setzt seine Trainer-Karriere im Sudan fort: Der 56-jährige Deutsche unterschreibt bei Al-Hilal einen Vertrag bis 2028. Der Verein aus Omdurman, einer Millionenstadt in der Hauptstadtregion Khartum, ist mit 31 Titeln Rekordmeister des nordostafrikanischen Landes.
Allerdings: Al-Hilal hat in den letzten beiden Saisons nicht in der heimischen Liga gespielt. Wegen des brutalen Bürgerkrieges im Sudan musste der Verein ausweichen und spielte zunächst in der Meisterschaft von Mauretanien, später in Ruanda – und gewann dort jeweils den Titel.
Mittlerweile sind einzelne Fussballspiele in der von den sudanesischen Streitkräften kontrollierten Hauptstadt wieder möglich, ein geregelter Meisterschaftsbetrieb ist im stark in Mitleidenschaft gezogenen Khartum aber weiter fraglich. Die Spiele des internationalen Cecafa Clubs Cup im Sommer hat Al-Hilal jedenfalls nicht im Sudan ausgetragen. Sowohl das EDA als auch das Auswärtige Amt Deutschlands raten von Reisen in den Sudan ab.
Für Zinnbauer ist der Sudan nach Südafrika (Orlando Pirates), Marokko (Raja Casablanca) und zuletzt Algerien (JS Kabylie) bereits das vierte afrikanische Land, in dem er als Trainer anheuert. Zuvor stand er unter anderem bereits beim Hamburger SV und während knapp zwei Jahren auch beim FC St. Gallen an der Seitenlinie. Bei den Espen kommt er zwischen 2015 und 2017 auf insgesamt 63 Spiele.