Darum gehts
- Massiver Korruptionsskandal erschüttert tschechischen Fussball, über 40 Personen betroffen
- Spielergebnisse manipuliert, Spuren führen zur asiatischen Wettmafia
- Polizei untersuchte drei Jahre, zig Verfahren eingeleitet
Die tschechische Fussballszene wird von einem gigantischen Korruptionsskandal erschüttert. Die Polizei startete am Dienstag in den frühen Morgenstunden die bisher grösste Operation im Zusammenhang mit Wetten. Nach vorläufigen Informationen wurden bereits Dutzende von Personen auf allen Ebenen festgenommen, darunter Spieler, Funktionäre, Schiedsrichter und Vereinsvertreter.
Beteiligt am Grosseinsatz sind Europol, Interpol und die Uefa-Abteilung zur Bekämpfung von Spielmanipulationen. Der Fokus liegt auf der Region Mähren, im Osten Tschechiens, wo ein komplexes Netz von Wettbetrug und Spielmanipulationen aufgedeckt wurde.
Ermittlungen über mehrere Jahre
David Trunda, Vorsitzender des Exekutivausschusses des tschechischen Fussballverbands FACR, bestätigt die Dimension des Skandals gegenüber dem Portal isport.cz: «Die Ethikkommission wird noch am Dienstag Verfahren gegen mehr als 40 Spieler, Funktionäre, Schiedsrichter und Vereine einleiten, einschliesslich Vereinen der höchsten Liga bis zur vierten Liga sowie der Juniorenliga.»
Die Ermittlungen, die über drei Jahre dauerten, führten zu Hausdurchsuchungen und Vernehmungen. Unter den Verdächtigen sind prominente Namen wie Jan Wolf, Bürgermeister und Besitzer des Vereins Karvina.
Beeinflussung von Spielergebnissen
Neben Wettbetrug wird auch die Beeinflussung von Spielergebnissen seit 2023 erwähnt, die Spuren führen zur Wettmafia in Asien. Auf der vorläufigen Liste stehen die Schiedsrichter Miroslav Zelinka, Jan Petrik, Jan Vsetecka, Simon Vejtasa – sie alle haben Spiele in der höchsten Liga gepfiffen. Auch Karvina-Flügel Samuel Sigut zählt zu den Verdächtigen.
Doch auch Vereine wie Zlin, Opava, Dynamo Budweis und Frydek-Mistek sollen betroffen sein.
«Die FACR ist in diesem Fall der Initiator», erklärt Trunda. «Wir arbeiten schon länger an der Aufdeckung unlauterer Praktiken, die Ethikkommission hat 47 Verfahren eingeleitet, eine ähnliche Aktion läuft auch im Ausland. Dies ist ein untrennbarer Bestandteil der Reform des tschechischen Fussballs. Wir werden alles tun, damit die Wettmafia aus dem tschechischen Umfeld verschwindet und die Organisatoren gestoppt werden.»
Vom Verband sei laut Trunda niemand betroffen. Welche Auswirkungen es auf die Meisterschaft haben wird, ist bislang noch nicht bekannt.
→ Dieser Artikel ist zuerst auf «sport.aktuality.sk» erschienen. Die slowakische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.