Darum gehts
- Berat Djimsiti beendet seine zehnte Saison bei Atalanta Bergamo
- Mit 334 Spielen gehört er zu den Top 4 der Klubgeschichte
- Sein Vertrag läuft aus, Verlängerung steht laut Blick bevor
Eigentlich ist Berat Djimsiti (33) ein echter Züri-Bueb. Doch mit jedem Jahr wird er mehr zum Bergamasken. Am Sonntag hat der Innenverteidiger bereits seine zehnte komplette Saison in Italien beendet. «Als ich 2016 nach Bergamo kam, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal so viele Spiele für diesen Klub machen würde», sagt er im Gespräch mit Blick.
Mittlerweile steht Djimsiti bei 334 Pflichtspielen für Atalanta. Nur drei Spieler in der Klubgeschichte – zwei davon stehen aktuell noch im Kader – haben mehr Partien absolviert. Kürzlich wurde er dafür vom Verein geehrt. «Das macht mich schon stolz. Die Beziehung zur Stadt und zu den Fans ist sehr speziell.»
Kurzfristig keine Schweiz-Rückkehr
Bergamo ist für Djimsiti und seine Familie längst zur zweiten Heimat geworden. Seine Frau Alisa eröffnete dort kürzlich einen Flagship-Store ihrer Modemarke Jalizé, die gemeinsamen Kinder gehen in der Stadt zur Schule. Und auch sportlich soll seine Reise in Bergamo weitergehen.
Offiziell läuft Djimsitis Vertrag zwar Ende Juni aus. Doch wie Blick weiss, steht die Verkündung seiner Verlängerung kurz bevor. Eine Rückkehr in die Super League oder zum FCZ ist derzeit deshalb kein Thema. «Im Moment eher nicht. Ich fühle mich fit und möchte weiterhin auf höchstem Niveau spielen. Aber im Fussball sollte man nie eine Tür komplett schliessen.»
Das spezielle Verhältnis zu Gasperini
Djimsiti weiss, wie schnell sich im Fussball alles ändern kann. Sein Anfang bei Atalanta verlief schwierig. Nach Leihen zu Avellino und Benevento holte ihn der damalige Trainer Gian Piero Gasperini (68) zurück nach Bergamo, nachdem sich ein Innenverteidiger das Kreuzband gerissen hatte. «Er sagte mir: ‹Wenn du willst, bleibst du hier. Wenn nicht, kannst du gehen.› Gleichzeitig machte er sofort klar, dass bei ihm jene spielen, die am besten trainieren. Genau so ist es dann auch gekommen.»
Nach acht Jahren unter Gasperini endete die erfolgreiche Zusammenarbeit im vergangenen Sommer. Der Start in die neue Saison verlief harzig. «Nach so langer Zeit mit demselben Trainer ist eine Umstellung extrem schwierig. Unter Gasperini kannten wir alle Abläufe blind.» Erst nach dem Wechsel von Ivan Jurić (50) zu Raffaele Palladino (42) stabilisierte sich das Team.
Mit ihm schaffte Atalanta am Ende noch die Qualifikation für die Conference League. Trotzdem ist Palladinos Zeit in Bergamo bereits wieder vorbei: Nach der Saison trennen sich die Wege, mit Maurizio Sarri (66) soll der Nachfolger bereits bereitstehen.
«War eine einmalige Chance»
Trotz geschaffter Europacup-Qualifikation bleibt bei Djimsiti ein kleiner Schmerz zurück. Eigentlich hätte er die Saison gerne verlängert – mit einer WM-Teilnahme mit Albanien und erst noch als Captain. «Die WM-Qualifikation war eine einmalige Chance, vielleicht sogar meine letzte. Das hat extrem wehgetan – vor allem wegen der Art und Weise, wie das Playoff gegen Polen gelaufen ist.»
Trotzdem blickt Djimsiti nach vorne. «Mein grosses Ziel ist, mich mit Albanien noch einmal für eine EM zu qualifizieren. Dann hoffe ich, dass ich möglichst lange fit bleibe und auf höchstem Niveau spielen kann. Und natürlich, dass wir die nächste Saison besser starten als die, die wir jetzt abgeschlossen haben.»


