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Dzemaili über Knatsch:«Ronaldo muss selber merken, dass es vorbei ist»

«Der Trainer hat sein Wort nicht gehalten»
Ronaldo bricht sein Schweigen und packt «Wahrheit» aus

Cristiano Ronaldo macht offenbar weiter. In einem langen Statement packt der Superstar über den Zoff mit Nationaltrainer Jorge Jesus aus, will Portugal aber weiterhin zur Verfügung stehen. Zudem entschuldigt er sich bei den Fans und Mitspielern.
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Cristiano Ronaldo will offenbar weiter für Portugal spielen.
Foto: IMAGO/Amanda McMaster
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Cédric HeebRedaktor Sport

Die plötzliche Abreise aus dem portugiesischen Nationalmannschafts-Camp liess darauf hindeuten, dass das Tischtuch zwischen Cristiano Ronaldo (41) und Trainer Jorge Jesus (72) zerschnitten ist. Die Folge soll der endgültige Rücktritt des Superstars sein. Oder doch nicht?

Wie Transferexperte Fabrizio Romano am Dienstagabend zunächst berichtet, werde CR7 nicht aus dem Nationalteam zurücktreten: «Cristiano Ronaldo wird für die Länderspielpause im November zur Verfügung stehen.»

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Jesus hatte bereits verlauten lassen, dass die Türe für den Rekordnationalspieler (234) und -torschützen (146) Portugals nicht zu sei. «Wenn er will», so Jesus, «kann er zurückkommen.»

Ronaldo-Statement über Jesus-Zoff

Kurz darauf bricht Ronaldo sein Schweigen und packt aus. In einem langen Statement stellt Ronaldo auf Instagram klar, was passiert ist: «Der Trainer hat sein Versprechen gebrochen.» Und er sagt klar, dass er nicht zurücktreten werde: «Wenn ich körperlich fit bin, für meinen Verein spiele – hoffentlich mit Toren – und die mir möglicherweise auferlegte Sperre abgesessen habe, werde ich, wie ich es bis heute immer getan habe, bereit sein, für unsere Nationalmannschaft anzutreten und zu gewinnen.»

Die mögliche Sperre, die er erwähnt, bezieht er auf seine Abreise aus dem Nationalcamp. «Das war ein Fehler. Ich hätte das nicht tun sollen und ich übernehme die volle Verantwortung dafür», so Ronaldo. Er entschuldigt sich mehrfach bei den portugiesischen Fans und seinen Mitspielern. Er sei sich bewusst, dass sein Verhalten Konsequenzen haben wird: «Ich bin nicht irgendein Spieler. Ich bin Mannschaftskapitän, und das stellt einen erschwerenden Umstand dar. Egal, welchen Status man hat, die Regeln sind für alle gleich.»

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Die Ausführung dazu, was vorgefallen war, ist sehr lang. Er greift vor, dass er bereits nach der WM einen Rücktrittsbrief an die Fans verfasst habe, nach Gesprächen mit der Verbandsführung sich aber doch dazu entschieden hatte, weiterzumachen. Ronaldo hatte daraufhin gute Gespräche mit Jesus gehabt. Der Trainer habe ihm den Plan dargelegt, dass der 41-Jährige das erste und letzte der vier Nations-League-Spiele absolvieren und dazwischen zur Erholung in Portugal bleiben soll.

Jesus wollte Ronaldo gegen Norwegen spielen lassen

«Ich habe den Vorschlag abgelehnt. Auch wenn ich auswärts nicht spielen sollte, bin ich immer noch Captain des Teams», schreibt CR7. Jesus hatte zugestimmt, dass Ronaldo doch mitfliegt. Am Tag des Norwegen-Spiels sei Jesus dann während des Mittagessens zu ihm gekommen: «Zu meiner Überraschung hat er mich gefragt, ob es okay wäre, wenn ich 30 Minuten spielen würde.» Obwohl dieser Vorschlag nicht mit seinem Regenerationsplan übereingestimmt hatte, habe er Jesus gesagt, dass er spielen würde.

Doch dieses Vorhaben kippte Jesus kurzerhand wieder und wechselte Ronaldo, obwohl dieser sich einwärmte, nicht ein. «Er hat sein Wort nicht gehalten.» In einem Gespräch nach dem Sieg gegen Norwegen haben er, Trainer Jesus und Al-Nassr-Sportchef Simao Coutinho diverse Dinge abgemacht, die Jesus an der Pressekonferenz vor dem Dänemark-Spiel sagen und klarstellen sollte. Was er aber gemäss Ronaldo nicht getan habe.

Jesus sollte Dokument an PK vorlesen

«Er sollte sagen, dass ich nie darum gebeten habe, Spielzeit zu bekommen, dass es der Trainer und niemand anderes war, der mir den Plan für dieses Trainingslager vorgeschlagen hat, und dass es ein Fehler war, mich zum Aufwärmen aufzustellen und mich dann doch nicht einzusetzen, und dass er es nicht wieder tun würde, sollte es noch einmal passieren», so Ronaldo. Es wurde abgemacht, dass er gegen Dänemark nicht spielen werde, dafür dann in Porto gegen Wales.

Daraufhin sei ein Dokument verfasst worden, das Jesus an der Pressekonferenz hätte verlesen sollen. Die Punkte darauf sollten bekräftigen, dass Ronaldo nie Spielzeit gefordert hatte. Dass Ronaldo Jesus' Plan für die Länderspiele akzeptiert habe. Dass Ronaldo ihn nie hinterfragt und stets treu gewesen sei. Dass es ein Fehler war, «jemanden mit dem Status wie Pelé oder Maradona» zum Einwärmen zu schicken und nicht einzusetzen. Dass Jesus den Superstar im Team haben will.

«Das ist die reinste Wahrheit»

«Keiner dieser Punkte verlangte, dass sich der Trainer bei mir entschuldigen soll. Es war das zweite Mal, dass er das Wort nicht gehalten hat», sagt Ronaldo weiter. Deshalb habe er das Camp verlassen, bevor nochmals ein Versprechen gebrochen wird. Noch am Morgen der besagten Pressekonferenz habe er mit dem portugiesischen Verbandspräsidenten gesprochen und gesagt, dass er gehen würde, wenn man ihn nicht mehr brauchen sollte: «Ich würde das akzeptieren. Aber sie haben einstimmig gesagt, dass mein Platz im Nationalteam ist.»

Er verspricht seinen Fans, dass es zu «einem oder mehreren Abschiedsspielen» kommen werde – nur noch nicht jetzt. Wenn er ans Nationalteam denke, dann an den Wettkampf. Und er werde zurückkommen und will wieder für die Nationalmannschaft spielen. Er schliesst mit den Worten, die er nach seiner Abreise angekündigt hatte: «Das ist – ihr könnt es mir glauben – die reinste Wahrheit.»

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