Tritte, Mittelfinger und Kopfnuss – Platzstürme arten aus
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Mehrere Vorfälle diese Woche:Tritte, Mittelfinger und Kopfnuss – Platzstürme arten aus

Und wieder artet ein Platzsturm völlig aus
Palace-Trainer Vieira rächt sich an pöbelndem Fan

Platzstürme sind das neue Phänomen in den Fussballstadien Europas. Sie enden oft hässlich. Aktuellstes Beispiel: Trainer Patrick Vieira (45) packt sich einen pöbelnden Fan und kickt ihn zu Boden.
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Weil Everton den Klassenerhalt geschafft hat, stürmen die Anhänger den Platz.
Foto: Getty Images
Cédric Heeb

Premier-League-Klub Everton schlägt Crystal Palace am Donnerstagabend mit 3:2 und schafft so den Klassenerhalt. Der Jubel der Fans kennt keine Grenzen, sie stürmen das Spielfeld. Einer hat es dabei auf Palace-Coach Patrick Vieira (45) abgesehen.

Der Fan rennt zum Franzosen hin, zeigt ihm den Mittelfinger und schreit ihm ins Gesicht: «Nimm das, du Depp!» Zuerst scheint der 107-fache Nationalspieler nicht auf die Pöbeleien einzugehen. Doch dann dreht sich Vieira um, packt sich den Mann und kickt ihn zu Boden. Andere Zuschauer eilen herbei und trennen die beiden. Der 45-Jährige Vieira will sich danach nicht zum Vorfall äussern.

Fan gibt Spieler eine Kopfnuss

Schon wieder artet ein Platzsturm der Fans völlig aus. Erst am Dienstag ereigneten sich beim Aufstiegsspiel in der Championship, der zweithöchsten englischen Liga, turbulente, teils schreckliche Szenen.

Nottingham Forest besiegt Sheffield United im Penaltyschiessen mit 3:2 und spielt am 29. Mai um den Aufstieg in die Premier League. Anhänger beider Teams stürmen nach dem Schlusspfiff das Feld. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Nottingham-Fan auf Sheffield Captain Billy Sharp zu- und diesen mit voller Wucht umrennt – Kopfnuss inklusive. Der Fussballer musste danach genäht werden, der Fan wurde geschnappt und mit einem zehnjährigen Stadionverbot bestraft.

Praktisch zeitgleich sieht man ein paar Meter entfernt, wie ein am Boden liegender Forest-Fan vom völlig aufgebrachten Sheffield-Kicker Oli McBurnie (25) brutal getreten wird. Warum McBurnie ausflippte ist unklar. Aber es ist offensichtlich, dass diese Nähe der Fans zu den Spielern zu Provokationen aller Art ermöglichen und auf beiden Seiten zu unkontrollierten Ausraster führt.

Köln-Captain flüchtet vor Fans

Platzstürme sind nicht neu, aber in dieser Häufigkeit doch ein Phänomen dieser Saison. Es scheint schon fast ein Muss für die Fans, ihrer Freude nach dem Spiel so Ausdruck zu vermitteln. Doch für die Profis und Trainer, für die Akteure auf dem Rasen, sind solche Platzstürme beängstigend.

Ein Beispiel dafür lieferte Jonas Hector, Captain des 1. FC Köln. Nach der 0:1-Niederlage gegen Wolfsburg am zweitletzten Spieltag entern die Zuschauer den Rasen im RheinEnergie-Stadion. Allerdings nicht aus Wut über die Niederlage, sondern aus Freude über den gesicherten Platz für die Conference-League-Quali. Hector sitzt nach der Niederlage aber enttäuscht am Boden. Dass sich die Fans auf ihn stürzen, ist ihm sichtlich unangenehm. Schnell steht der 31-Jährige auf, reisst sich los und verschwindet in den Katakomben.

Sexueller Übergriff in Nürnberg

Vergangenes Wochenende in Stuttgart war Köln wieder inmitten eines Platzsturms: Stuttgart erzielt in der Nachspielzeit den Siegtreffer, der sie vor der Barrage bewahrt. Wieder überspringen die Anhänger die Zäune und rennen aufs Spielfeld. Ein Mann wurde dabei bewusstlos geschlagen – unbekannt ist, aus welchem Fanlager er und der Täter stammen.

Und auch beim letzten Saisonspiel von Zweitligist Nürnberg artete es aus: Eine Anhängerin des Klubs wurde während des Platzsturms von einem Fan unsittlich angegangen. Wie in einem Statement des Klubs steht, gab die 20-Jährige an, dass ihr im Gedränge ein Mann mehrmals an den Hintern und zwischen die Beine griff und unter das Fan-Trikot gefasst habe.

Platzstürme dürfen nicht zur Selbstverständlichkeit werden. Anders als in England gibt es in Deutschland Abschrankungen und meterhohe Zäune. Doch auch die können den Mob offenbar nicht abhalten. Überschwängliche Euphorie, die in einem Massensturm gipfelt und dann in Gewalt ausartet: Es wird höchste Zeit, dass man dieses Phänomen wieder unter Kontrolle bringt.

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Premier League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Arsenal FC
Arsenal FC
37
43
82
2
Manchester City
Manchester City
37
43
78
3
Manchester United
Manchester United
37
16
68
4
Aston Villa
Aston Villa
37
6
62
5
Liverpool FC
Liverpool FC
37
10
59
6
AFC Bournemouth
AFC Bournemouth
37
4
56
7
Brighton & Hove Albion
Brighton & Hove Albion
37
9
53
8
Chelsea FC
Chelsea FC
37
7
52
9
Brentford FC
Brentford FC
37
3
52
10
FC Sunderland
FC Sunderland
37
-7
51
11
Newcastle United
Newcastle United
37
0
49
12
Everton FC
Everton FC
37
-2
49
13
FC Fulham
FC Fulham
37
-6
49
14
Leeds United
Leeds United
37
-4
47
15
Crystal Palace
Crystal Palace
37
-9
45
16
Nottingham Forest
Nottingham Forest
37
-3
43
17
Tottenham Hotspur
Tottenham Hotspur
37
-10
38
18
West Ham United
West Ham United
37
-22
36
19
Burnley FC
Burnley FC
37
-37
21
20
Wolverhampton Wanderers
Wolverhampton Wanderers
37
-41
19
Champions League
UEFA Europa League
Conference League Qualifikation
Abstieg
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