Ronaldo-Klub wird sportlich und medial vorgeführt
«Die Vernichtung von Manchester United»

Manchester United wird bei Brentford genarrt – und von Medien und Experten in der Luft zerfetzt.
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0:4 lieg die United in Brentford nach 35 Minuten zurück. Eine Schmach.
Foto: AFP
Michael Schifferle

Wer wissen will, wie Menschen denken, denen Manchester United etwas bedeutet, der sollte Gary Neville zuhören. Der war 20 Jahre lang der Archetyp eines englischen Rechtsverteidigers, eisern, nimmermüd.

Er gehörte Anfang der 90er zur Klasse der Hochbegabten, neben David Beckham oder Paul Scholes. Noch heute fiebert er mit der United. Und um ein dezidiertes Urteil ist er auch nicht verlegen. «Ich schaue mir seit 42 Jahren Spiele von Manchester United an und kann mich an keinen Moment erinnern, an dem es so schlimm wie in den ersten 45 Minuten war.»

Das sagt Neville also. Und er sagt es aus gutem Grund. Vier Tore kassiert die United in Brentford in den ersten 35 Minuten. Es ist nichts anderes als eine Demütigung für die United, die bereits daheim gegen Brighton zum Saisonstart 1:2 unterlag und erstmals seit 1992 Letzter der Tabelle ist. Damals war Neville noch Spieler, damals war noch der grosse Sir Alex Ferguson (80) der Triezer an der Linie. Damals jedoch wurde die United Meister Ende Saison – zum ersten Mal nach 26 Jahren. Das, so viel sei prognostiziert, werden die Jungs von Erik ten Hag in diesem Jahr nicht mehr schaffen.

Dabei gilt gerade ebendieser Ten Hag als kluger, taktisch raffinierter Trainer, der bei Ajax Grosses leistete. Er schliff Spieler, er gewann Titel, er schärfte sein Profil als Trainer. Doch ihm ergeht es für den Moment nicht besser als seinem Vorgänger, dem Deutschen Ralf Rangnick (64), der inzwischen die österreichische Nationalelf trainiert – und in Manchester womöglich die grösste Enttäuschung seiner Trainerlaufbahn erlebte.

Ten Hag: «Es geht nicht, dass man als ManUnited in 35 Minuten vier Gegentore kassiert. Ich hätte sie alle auswechseln können.»

Zu denen, die eine Auswechslung verdient hätten, gehört auch ein prominenter Herr aus Madeira, Portugal: Cristiano Ronaldo, 37-jährig, einst der Beste der Welt, inzwischen eine Karikatur seiner selbst.

Einst brillierte er mit Torquoten, die ihresgleichen suchten, heute motzt, hadert, jammert er – und das gefühlte 90 Minuten lang.

Neville sagt: «Es braucht nicht viel, um dieses United-Team zu entwaffnen. Man muss nur organisiert sein und kämpfen. Dann brechen sie zusammen, verwundbar, wie man es kaum glauben kann. Sie sind wie Gelee.»

Der nächste Gegner, der den United-Gelee durchdringen will: der FC Liverpool.

Premier League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Arsenal FC
Arsenal FC
25
32
56
2
Manchester City
Manchester City
25
27
50
3
Aston Villa
Aston Villa
25
9
47
4
Manchester United
Manchester United
26
10
45
5
Chelsea FC
Chelsea FC
26
17
44
6
Liverpool FC
Liverpool FC
25
5
39
7
Brentford FC
Brentford FC
25
5
39
8
Everton FC
Everton FC
26
-1
37
9
AFC Bournemouth
AFC Bournemouth
26
-2
37
10
Newcastle United
Newcastle United
26
0
36
11
FC Sunderland
FC Sunderland
25
-2
36
12
FC Fulham
FC Fulham
25
-2
34
13
Crystal Palace
Crystal Palace
25
-3
32
14
Brighton & Hove Albion
Brighton & Hove Albion
25
1
31
15
Leeds United
Leeds United
26
-9
30
16
Tottenham Hotspur
Tottenham Hotspur
26
-1
29
17
Nottingham Forest
Nottingham Forest
25
-13
26
18
West Ham United
West Ham United
26
-17
24
19
Burnley FC
Burnley FC
25
-24
15
20
Wolverhampton Wanderers
Wolverhampton Wanderers
25
-32
8
Champions League
UEFA Europa League
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