Er enthüllt die Finanz-Sünden des Klubs
Dieser Mann stürzt Manchester City ins Verderben

Ein Mann scheint Manchester City quasi im Alleingang zu Fall zu bringen. Der Whistleblower Rui Pinto veröffentlichte Millionen von Dokumenten und sorgte so für die Ermittlungen gegen den Premier-League-Giganten.
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Manchester City soll sich zwischen 2009 und 2018 über eine Milliarde Franken erschlichen haben.
Foto: Robbie Jay Barratt - AMA

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • ManCity ist schuldig; der Klub kündigt Berufung an
  • Es geht um Scheinverträge und 921 Millionen Pfund
  • Pintos Leaks lösten Ermittlungen aus; er wurde 2023 verurteilt
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Andri BäggliRedaktor Sport

Es ist ein Hammer-Urteil, das die Premier League am Dienstag verkündet hat: Manchester City hat sich nach Ansicht einer unabhängigen Kommission in allen Anklagepunkten schuldig gemacht. Vorgeworfen wurde den Skyblues unter anderem, dass sie Scheinverträge mit Sponsoren abgeschlossen und so ihre Geschäftsbücher gehörig frisiert haben.

Der Klub soll sich dadurch einen finanziellen Vorteil von 921 Millionen Pfund (rund 1,007 Milliarden Franken) erschlichen haben. City widerspricht den Darstellungen vehement und hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen.

Whistleblower bringt Stein ins Rollen

Begonnen haben die Ermittlungen bereits 2018, nachdem die Plattform «Football Leaks» gemeinsam mit dem Spiegel und über 100 Journalisten mehr als 70 Millionen Dokumente durchforstet und veröffentlicht hatte. Der Mann hinter «Football Leaks» trat unter dem Pseudonym «John» auf. Dahinter verbirgt sich der Whistleblower Rui Pinto (37).

Geboren wurde Pinto in der portugiesischen Stadt Vila Nova. Sein Vater arbeitete als Schuhdesigner, seine Mutter starb an Krebs. Pinto war da elf Jahre alt. Nach seinem Schulabschluss studierte er Geschichte, brach das Studium aber vorzeitig ab.

Gegründet hat der Portugiese die Plattform bereits drei Jahre vor der Publikation im Fall ManCity und veröffentlichte schrittweise belastende Dokumente. So hat Pinto auch die Löhne von Lionel Messi und Neymar, die geplante Gründung der europäischen Super League und diverse politische Skandale ausserhalb des Fussballs aufgedeckt. In einem Interview mit dem «Spiegel» erklärte er die Gründe für die Leaks: «Meine einzige Absicht war es, verbotene Praktiken aufzudecken, die die Welt des Fussballs betreffen.»

Pinto wurde verurteilt

Im Januar 2019 wurde der damals 30-jährige Pinto im ungarischen Budapest verhaftet und im März an sein Heimatland ausgeliefert. Zur Last gelegt wurde ihm unter anderem Erpressung gegen den Sportrechtevermarkter «Doyen Sports» – Pinto bestreitet die Erpressungsvorwürfe, bestätigt aber mit «Doyen Sports» in Kontakt gewesen zu sein. Wie er dem «Spiegel» erzählte, wollte er nur herausfinden, wie viel der Vermarkter bereit sei, für sein Schweigen zu bezahlen. «Ich hatte nie die Absicht, das Geld anzunehmen. Ich wollte Doyen nur vorführen», so Pinto.

Bis im April 2020 sass Pinto deshalb in Untersuchungshaft. Er wurde in einen Hausarrest und ein Zeugenschutzprogramm überführt, nachdem er sich bereit erklärt hatte, mit den Behörden zu kooperieren. 2023 wurde der Portugiese zu vier Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. 2025 wurde ein weiterer Prozess gegen Pinto gestartet. Im April 2026 wurde die Anklage als unzulässig erklärt, da die Staatsanwaltschaft seine Menschenwürde verletzt habe. Doch die fallengelassene Klage eröffnet ein neues Problem für Pinto. Der Whistleblower verliert seinen Status im Zeugenschutz. Bereits im vergangenen April wurde er tätlich angegriffen und seine Anwälte fürchten, dass sich die Gefahr noch mehr gesteigert hat. Entsprechend kämpfen sie für seinen Schutz, wie aus einem Statement hervorgeht.

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Genugtuung für Pinto

Nun ist nach acht Jahren die Bombe endgültig geplatzt. Angefangen hat offenbar alles mit einer Phishing-Mail an einen Verantwortlichen von ManCity im Januar 2017. Pikant: Gemäss «The Athletic» soll der Phishing-Angriff ausgerechnet über einen Link zu einem Bericht zur Einhaltung der Finanzvorschriften gelungen sein.

Auf seinem X-Account schreibt Pinto von einer «historischen Entscheidung für den englischen Fussball» und fügt an: «Zig Jahre des Betrügens, Lügens und Manipulierens haben endlich Konsequenzen.» Es wirkt wie eine Art Genugtuung für den Whistleblower.

Premier League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Manchester City
Manchester City
5
8
15
2
Arsenal FC
Arsenal FC
5
4
12
3
Brighton & Hove Albion
Brighton & Hove Albion
5
11
10
4
Brentford FC
Brentford FC
5
6
9
5
Leeds United
Leeds United
5
4
9
6
Liverpool FC
Liverpool FC
5
3
9
7
Everton FC
Everton FC
5
3
9
8
Hull City
Hull City
5
2
8
9
Newcastle United
Newcastle United
5
0
8
10
Chelsea FC
Chelsea FC
5
-2
7
11
Ipswich Town
Ipswich Town
5
-4
6
12
Manchester United
Manchester United
5
0
5
13
Nottingham Forest
Nottingham Forest
5
-1
5
14
FC Sunderland
FC Sunderland
5
-4
4
15
Crystal Palace
Crystal Palace
5
-5
4
16
Aston Villa
Aston Villa
5
-5
4
17
AFC Bournemouth
AFC Bournemouth
5
-2
3
18
Coventry City
Coventry City
5
-9
3
19
FC Fulham
FC Fulham
5
-3
2
20
Tottenham Hotspur
Tottenham Hotspur
5
-6
2
Champions League
UEFA Europa League
Abstieg
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