Darum gehts
- 16-jähriger Lionel Ikezu spielt für spanische U17, lebt in Zürich
- Dank «Schweizer Mentalität», «nigerianischer Kraft» und «spanischer Technik» überzeugt er Scouts
- Der FCZ plant Gespräche über neuen Profi-Vertrag
Real Madrid, Barcelona, Atlético Madrid – FC Zürich. Das ist nicht die Startliste vergangener Champions-League-Zeiten. Es ist ein Klub-Auszug der aktuellen spanischen U17-Auswahl.
Nur einer von zwanzig nominierten Akteuren steht nicht im Land des Weltmeisters unter Vertrag: Ikenna Lionel Ikezu (16). Der Sohn eines Nigerianers und einer Schweizerin mit spanischen Wurzeln wohnt und trainiert in Zürich.
Seit dem achten Altersjahr trägt Ikezu mit Stolz das FCZ-Leibchen. Sein zweites Zuhause ist das Heerenschürli. Sport prägt ihn, Sport ist auch in seinem persönlichen Umfeld omnipräsent. Seine Schwester Elina (20) sprintet seit elf Jahren für den Leichtathletik-Club Zürich. Während sie das Sportgymnasium absolvierte, ist Lionel Ikezu bei der United School of Sports eingeschrieben.
Wie aber kommt ein ehemaliger Sprössling der «Letzikids» zu einer erneuten Einladung des spanischen Fussball-Weltmeister-Verbands?
Der Verband rührt schon die Werbetrommel
Es kursiert eine Version, die schlüssig zu sein scheint: Ikezu ist im Rahmen der neun Spiele mit der Schweizer U15 und U16 iberischen Scouts aufgefallen – sein Profil ist gesucht, taktisch gut geschulte, kräftige Flügel mit viel Tempo stehen überall hoch im Kurs. Dazu besitzt er dank seiner Mutter den spanischen Pass und spricht die Landessprache.
«Eine perfekte Mischung für Spanien», meldet die Real Federación Española de Fútbol auf ihrer Homepage. Dem viersprachigen Hoffnungsträger aus der Schweiz widmen die Spanier auf ihrem Social-Media-Kanal einen eigenen Beitrag. Der 16-Jährige zieht aus seiner multinationalen Herkunft eine vorteilhafte Kombination: «Aus der Schweiz habe ich die Mentalität, aus Nigeria die Kraft und aus Spanien die Technik», wird er auf der Verbandsseite zitiert.
Gespräche mit FCZ-Leitung geplant
Wohin sein U17-Weg führt, ist aktuell offen. Die Konkurrenz um einen Startplatz bei der kommenden EM-Qualifikation ist hochkarätig. Und doch ist er momentan davon überzeugt, den richtigen Pfad eingeschlagen zu haben. Seine Spielweise passe gut, «für Spanien zu spielen». Mitte Oktober ist er beim Qualifikationsturnier in Vaduz im Einsatz: gegen Liechtenstein, Israel und die Schweiz.
Im Klub ist seine Bühne vorerst die U19-Meisterschaft. Unter Sven Lüscher hat sich Ikezu athletisch und spielerisch weiter verbessert. Seine Bereitschaft, auch in der Defensive tatkräftig mitzuhelfen, wird geschätzt. Das Management ist mit der Entwicklung des offensiven Mittelfeld-Akteurs zufrieden. Weitere Fortschritte sind programmiert. Gemäss Blick-Infos sind Gespräche anberaumt, den ehemaligen Letzikids-Buben langfristig an den Verein zu binden. Ein Insider sagt: «Ikezu ist längst auf dem Radar.»