Kaum ist das Istanbuler Stadtderby zwischen Galatasaray und Fenerbahce am Montagabend abgepfiffen, knallts im Rams-Park: Fenerbahce-Stürmer Kerem Aktürkoglu (28) ärgert sich dermassen über Roland Sallai (29), dass er sich den Ungarn unmittelbar nach Schlusspfiff noch auf dem Spielfeld vorknöpft.
Die Szene löst eine Rudelbildung aus, an der zahlreiche Spieler und Betreuer beteiligt sind. Mittendrin ist auch ein ehemaliger Super-League-Spieler: Archie Brown (24), der zwischen 2021 und 2023 insgesamt 43-mal für Lausanne-Sport aufgelaufen ist, hat seinen Anteil daran, dass die Situation schliesslich noch einmal zusätzlich eskaliert.
Ex-Lausanne-Profi mit Wunde am Hals
Der Verteidiger in Diensten von Fenerbahce liefert sich mit Abdülkerim Bardakci (32) einen handfesten Ringkampf, der für beide am Boden endet. Für Bardakci geht die Aggression dabei eindeutig vom Gegner aus: «Wenn Sie das Video ansehen, sehen Sie, wer zuerst angegriffen hat», erklärt der Verteidiger nach dem Spiel.
Tatsächlich ist auf den TV-Bildern zu sehen, wie Brown den an der Rudelbildung beteiligten Bardakci von hinten wegzieht. Es sei eine Reaktion auf die unfaire Spielweise Galatasarays gewesen, begründet Brown seine Attacke nach dem Spiel – und lässt sich vor den Reportern gar zur Aussage «Sie kratzen und ziehen an den Haaren wie Frauen» hinreissen. Dabei präsentiert er eine Wunde am Hals.
Seine Aktion hat aber Konsequenzen: Wie Kontrahent Bardakci sieht der Engländer nach Schlusspfiff die Rote Karte.
Und was bei all den Tumulten fast vergessen geht: Für Fenerbahce geht das Derby verloren. Nach dem Doppelpack von Victor Osimhen (29./44.) in der ersten Halbzeit gelingt Irfan Can Kahveci nach 62 Minuten nur noch der Anschlusstreffer zum Schlussresultat von 2:1. Während Galatasaray die Tabelle der Süper Lig anführt, rutscht Fenerbahce auf Rang fünf ab.