Darum gehts
- Cristiano Ronaldo gibt seinen Abschied von Portugals Nationalmannschaft bekannt
- Von Tränen über Tore bis zu Rekorden – in 23 Jahren war alles dabei
- Auch gegen die Schweizer Nati hat Ronaldo Glanzmomente erlebt
Der Durchbruch an der Heim-EM
Sein Länderspieldebüt gibt Cristiano Ronaldo (41) im August 2003 gegen Kasachstan (1:0). Im darauffolgenden Sommer gelingt ihm der Durchbruch auf internationaler Bühne. Mit 19 Jahren begeistert Ronaldo das Publikum bei der Europameisterschaft im eigenen Land: Im Eröffnungsspiel gegen Griechenland (1:2) erzielt er sein erstes Länderspieltor, auch im Halbfinal gegen Holland (2:1) netzt er ein. Und doch bleibt am Ende ein anderes Bild in Erinnerung: Ronaldo in Tränen aufgelöst nach dem verlorenen Final gegen Griechenland (0:1).
Der Kopfball-Hammer gegen Wales
2016 trifft Portugal im Halbfinal der Europameisterschaft auf Wales. Nach einer torlosen ersten Halbzeit stellt Ronaldo die Weichen auf Sieg. In der 50. Minute springt er gefühlt in den Himmel und hämmert den Ball per Kopf in die Maschen. Drei Minuten später leistet er die Vorarbeit für das 2:0 durch Nani. Und ebnet Portugal damit endgültig den Weg in den Final.
Die langersehnte Krönung
Gegen Gastgeber Frankreich spielt Portugal zwölf Jahre nach dem Heim-Drama erneut um den EM-Titel. Mittendrin ist auch dieses Mal Cristiano Ronaldo. Und wieder sorgt er für unvergessliche Momente: Im Stade de France schwirren Tausende Motten durch die Luft; eine davon setzt sich auf Ronaldos Stirn, als dieser weinend auf dem Rasen sitzt. Bereits in der 8. Minute hatte er sich verletzt, wollte auf die Zähne beissen und weitermachen. Und sieht nach 25 Minuten ein, dass es nicht weitergeht. Einer ganzen Nation stockt der Atem, als er ausgewechselt wird. Auf der Bank sitzen und mitfiebern? Nicht mit mir, denkt sich Ronaldo. Stattdessen wirbelt er an der Seitenlinie und coacht gemeinsam mit Trainer Fernando Santos. Am Ende setzt sich Portugal in der Verlängerung 1:0 durch. Und Ronaldo gewinnt den ersten Titel mit der Nationalmannschaft.
Der Hattrick gegen die Nati
Siebenmal steht Cristiano Ronaldo für Duelle mit der Schweiz im Portugal-Kader, viermal kommt er zum Einsatz. Dabei erzielt er 5 seiner 146 Länderspieltore. Besonders beeindruckend ist seine Leistung 2019 im Halbfinal der Nations League, als er beim 3:1-Sieg alle drei Tore schiesst. Da darf auch sein legendärer Siu-Jubel nicht fehlen. Dank Ronaldo zieht Portugal in den Final ein und holt den Titel. Sechs Jahre später gibts den zweiten Triumph in der Nations League. Aber auch gegen andere Nationen hat er wichtige Hattricks erzielt: Mit den drei Toren zum 3:2-Sieg gegen Schweden sichert er Portugal 2013 das WM-Ticket, und an der WM 2018 zeigt er beim 3:3 im Auftaktspiel gegen Erzrivale Spanien mit dem Hattrick einen seiner grössten Einzelauftritte.
Der EM-Rekord
Am 15. Juni 2021 schreibt Cristiano Ronaldo Geschichte: Im Gruppenspiel gegen Ungarn (3:0) erzielt er zwei Tore – es sind seine EM-Treffer 10 und 11. Damit macht er sich zum Rekordschützen an Europameisterschaften, lässt Michel Platini (9 Tore) hinter sich. Drei weitere Tore folgen an diesem Turnier, es sind seine letzten bei Europameisterschaften. Er erzielt in 30 Partien an 6 Turnieren 14 Treffer.
Der Weltrekord
Wenige Wochen nachdem sich Ronaldo den EM-Rekord gekrallt hat, schreibt er ein nächstes Stück Fussballgeschichte: Am 1. September 2021 erzielt er beim 2:1 im WM-Quali-Spiel gegen Irland beide Tore und macht sich zum alleinigen Länderspiel-Rekordtorschützen. Er überflügelt den Iraner Ali Daei (109 Tore) und beendet seine Karriere als weiterhin unangefochtene Nummer eins mit 146 Toren. Auch bei der Anzahl WM-Teilnahmen steht er auf Platz eins. Sechsmal hat er an diesem Turnier teilgenommen – gleich oft wie Lionel Messi (Arg) und Guillermo Ochoa (Mex).
Das unwürdige Ende
Zweifelsohne hat Cristiano Ronaldo eine beeindruckende Nationalmannschaftskarriere hingelegt. Nur das Ende nach 23 Jahren und 234 Partien passt nicht dazu. Nach seinem letzten Spiel gegen Wales am 24. September kommts zum Zerwürfnis mit Trainer Jorge Jesus (72). Ronaldo reist aus dem Camp ab, kassiert vom Verband eine Sperre von 30 Tagen und eine Minibusse von 255 Euro. Jesus hat die Tür für eine Rückkehr zwar offen gelassen, aber Ronaldo verzichtet. «Der Tag ist für mich gekommen, das Trikot mit der Nummer 7 unserer Nationalmannschaft zurückzugeben», verkündet er in einem emotionalen Video. Ein wahrlich unwürdiger Abgang für einen der ganz Grossen des Weltfussballs.
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