Wenn sogar Flitzer weinen
Streichs besonderer Abschied aus Freiburg

Noch einmal darf Christian Streich den SC Freiburg coachen, im eigenen Stadion allerdings nicht mehr. Der Abschied am Samstag fiel entsprechend emotional aus, kaum ein Auge blieb trocken.
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Eine Legende winkt zum Abschied: Christian Streich absolvierte am Samstag das letzte Heimspiel als Freiburg-Trainer.
Foto: Getty Images
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Cédric HeebRedaktor Sport

Der 11. Mai 2024 wird in den Geschichtsbüchern des SC Freiburg besonders emotional in Erinnerung bleiben. Es ist der Tag, an dem eine Legende, ein Publikumsliebling, eine Kultfigur im Europa-Park-Stadion Ade sagt. Die Partie am Samstag gegen Heidenheim (1:1) war das letzte Heimspiel von Christian Streich.

Was nach Schlusspfiff passiert, bereitet jedem Fussball-Fan Gänsehaut. Der 58-Jährige bleibt rund zehn Minuten auf seiner Trainerbank sitzen, muss zunächst wohl seine Gedanken sammeln. Dann holen ihn die Spieler aufs Feld, um sich von den Fans zu verabschieden. «Danke für euer Herz, eure Liebe und Leidenschaft. Und dass ihr auch mal weggeschaut habt, wenn es nicht korrekt war von mir.»

Sogar Flitzer zu Tränen gerührt

Es folgt eine Ehrenrunde, bei der kein Auge trocken bleibt. Die Anhänger der Breisgauer bedanken sich mit tosendem Applaus und Standing Ovations bei ihrem «beschten Mann». Welchen Status Streich in Fussball-Deutschland geniesst, zeigt die Reaktion der Heidenheimer Anhänger. Auch sie bleiben für die Ehrenrunde und halten ein Banner in die Höhe: «Loyalität und Ehrlichkeit, leider eine Seltenheit. Machs gut, Christian.»

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Als er sich in den Spielertunnel begeben will, wird es kurz hektisch. Ein Flitzer eilt auf Streich zu, will ihn umarmen, doch er wird von Ordnungskräften abgeblockt. Menschlich, wie Streich ist, dreht er sich um, geht auf den Fan zu und nimmt ihn in die Arme. Der Flitzer heult Rotz und Wasser – auch Streich kann die Tränen nicht mehr verbergen.

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Der letzte Streich gegen Union?

«Es war einfach komplett emotional», sagt ein Freiburg-Fan dem SWR. «Nichts, was du machst, wird dem Christian würdig.» Er spricht damit an, was der authentische Fussballlehrer mit den Breisgauern vollbracht hat. Zu Beginn der Rückrunde der Saison 2011/12 übernahm Streich den Verein auf dem letzten Tabellenplatz. Mit Ach und Krach verhinderte er den Abstieg.

Zwar musste der Klub für die Saison 2015/16 in die 2. Bundesliga, stieg aber direkt wieder auf. Seither spielt Freiburg im deutschen Oberhaus. Dreimal führte Streich den Verein in die Europa League, zweimal (22/23 und 23/24) gar in den Achtelfinal. «Mir fehlen komplett die Worte», sagt der oben erwähnte Fan über die vergangenen zwölf Jahre.

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Ein Spiel hat der 58-Jährige noch an der Seitenlinie des SC Freiburg. Am Samstag gastiert der Tabellenachte bei Union Berlin. Mit einem Sieg und einem gleichzeitigen Punktverlust der Hoffenheimer stünde Freiburg in der Qualifikation für die Conference League. Es wäre sozusagen der letzte Streich.

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Bundesliga 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bayern München
Bayern München
34
86
89
2
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
34
36
73
3
RB Leipzig
RB Leipzig
34
19
65
4
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
34
22
62
5
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
34
13
61
6
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
34
21
59
7
SC Freiburg
SC Freiburg
34
-6
47
8
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
34
-4
44
9
FC Augsburg
FC Augsburg
34
-16
43
10
FSV Mainz
FSV Mainz
34
-9
40
11
Union Berlin
Union Berlin
34
-14
39
12
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
34
-11
38
13
Hamburger SV
Hamburger SV
34
-14
38
14
1. FC Köln
1. FC Köln
34
-14
32
15
Werder Bremen
Werder Bremen
34
-23
32
16
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
34
-24
29
17
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
34
-31
26
18
FC St. Pauli
FC St. Pauli
34
-31
26
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