Darum gehts
- Albert Riera kritisiert Bundesliga-Niveau und nennt es enttäuschend
- Er wirft unteren Teams monotonen Spielstil vor, nennt Bayern Ausnahme
- Riera gewann nur 4 von 14 Spielen bei Frankfurt, Angriff 150 Mio CHF
Albert Riera, der nur 107 Tage das Traineramt bei Eintracht Frankfurt innehatte, übt scharfe Kritik. Nicht nur an seinem ehemaligen Verein, sondern an der gesamten deutschen Liga. In einem Interview mit dem slowenischen Fernsehsender Sportklub äussert der 45-jährige spanische Trainer seine Enttäuschung über die Qualität der Bundesliga.
«Ehrlich gesagt hat mich das Niveau der Bundesliga ein wenig enttäuscht. Bayern München ist natürlich in einer eigenen Welt, und Borussia Dortmund kann mit dem Budget, das sie haben, einigermassen mithalten. Dann gibt es Überraschungen wie Stuttgart, aber der Rest war für mich enttäuschend», sagt Riera.
Der Trainer, der zuvor Celje in Slowenien betreute, belässt es nicht dabei und kritisiert den Spielstil mehrerer Mannschaften der deutschen Liga, den er als monoton bezeichnete. «Die Teams im unteren Tabellendrittel spielen alle genau auf dieselbe Weise. Wenn man sie analysiert, hat man das Gefühl, jede Woche gegen denselben Gegner zu spielen», erklärt er.
«Keineswegs eine andere Welt»
Diese Aussagen kommen von einem Trainer, der mit Eintracht Frankfurt nur vier der 14 in der Bundesliga ausgetragenen Spiele gewann, obwohl ihm einer der wertvollsten Angriffe der Liga zur Verfügung stand, der auf über 150 Millionen Euro geschätzt wird.
Riera spielt zudem die finanzielle Stärke des deutschen Fussballs herunter und verglich sie mit der slowenischen Liga. «Wenn man die Summen sieht, die in Deutschland im Umlauf sind – 20, 30, sogar 40 Millionen Euro – im Vergleich zu den Beträgen in der slowenischen Liga – dann ist das keineswegs eine ganz andere Welt. Das ist die Realität», betont er.
Riera lehnte zahlreiche Angebote ab
Der aus Mallorca stammende Trainer deutet an, dass er nicht beabsichtigt, nach Deutschland zurückzukehren, und gibt bekannt, Angebote abgelehnt zu haben, da seine Priorität darin besteht, ein Team zu führen, das an europäischen Wettbewerben teilnimmt.
«Bis jetzt habe ich einige Anrufe erhalten, aber meine Antwort war ‹nein›, weil ich auf europäischer Ebene konkurrieren möchte. Das heisst: Champions League – wenn nicht Champions League, dann Europa League – und andernfalls Conference League», prahlt er.
Abschliessend vergleicht Riera sogar seinen ehemaligen slowenischen Klub mit Eintracht Frankfurt. «Wenn Celje gegen Frankfurt spielen würde, könnte es mithalten. Ich sage nicht, dass sie besser wären, aber sie könnten mithalten. Der Unterschied ist geringer, als es scheint», so der Spanier.
Dieser Artikel ist zuerst auf «abola.pt» erschienen. Die portugiesische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.

