Hitzfeld-Klartext zu Favre
«Nicht gerechtfertigt und vorschnell!»

Ottmar Hitzfeld (71) gewann mit Dortmund 1997 die Champions League. Er kann die Entlassung von Lucien Favre (63) nicht verstehen.
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Lucien Favre wurde am Sonntag entlassen – BVB-Legende Ottmar Hitzfeld kann es nicht verstehen.
Foto: Getty Images
Andreas Böni

Ottmar Hitzfeld sitzt im Auto, als er mit BLICK telefoniert. «Es geht uns gut», erzählt er. Er ist gesund und geniesst mit seiner Frau Beatrix den Ruhestand. «Wir sind öfters in der Schweiz beim Essen, weil bei uns in Deutschland ja alle Restaurants zu sind», sagt der Ex-Nati-Coach, der in Lörrach an der Grenze wohnt.

Mit Unverständnis hat er in diesen Tagen Richtung Dortmund geschaut, wo die Borussia Trainer Lucien Favre nach einem 1:5 gegen Stuttgart entlassen hat. «Ich finde es sehr schade, dass man ihm die Chance nicht gegeben hat, weiterzumachen», sagt Hitzfeld. «Ich bin überzeugt, dass Borussia Dortmund mit ihm über die Saison gesehen der härteste Bayern-Widersacher gewesen wäre.»

Dortmund entlässt Lucien Favre!
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Einschätzung von Andreas Böni:«Favre kann erhobenen Hauptes gehen»

Die Entlassung sei «nicht gerechtfertigt», so Hitzfeld, «zumal man in der Champions League souverän als Gruppenerster die Achtelfinals erreicht hat. Ich bin überrascht, dass Dortmund unter dem öffentlichen Druck eingeknickt ist. Es wäre besser gewesen, zumindest bis Ende Jahr cool zu bleiben. Auf mich wirkt das Vorgehen vorschnell.»

Hitzfeld weiter: «Die Bayern sind nun mal das Mass aller Dinge. Wenn du als Dortmund eine junge Mannschaft hast und Talente förderst, kannst du nicht gleichzeitig das Gefühl haben, dass Du Meister wirst. Mit dieser Strategie kann der Titel nicht das Ziel sein. Zumal der BVB, im Gegensatz zu Bayern, die besten Spieler dann immer wieder verkauft.»

Doch wie geht es weiter für Lucien Favre? Hitzfeld glaubt, dass ihm «alle Türen offenstehen in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder auch England. Auch bei Top-Klubs». Zum Beispiel, wenn Thomas Tuchel bei Paris SG im Sommer gehen müsste, oder wenn Arsenal mit Mikel Arteta die Kurve weiter nicht bekommt.

«Lucien Favre wird im Markt ganz sicher ein begehrter Trainer sein», sagt Hitzfeld. Und fügt zu den Gerüchten an, dass er nochmals als Interims-Trainer bei Dortmund anfange: «Nein. Ich geniesse den Ruhestand, es ist die schönste Zeit meines Lebens. Das ist kein Thema, nie mehr.»

Bundesliga 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bayern München
Bayern München
30
80
79
2
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
30
30
64
3
RB Leipzig
RB Leipzig
30
22
59
4
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
30
20
56
5
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
30
15
54
6
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
30
19
52
7
SC Freiburg
SC Freiburg
30
-4
43
8
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
30
-2
42
9
FC Augsburg
FC Augsburg
30
-16
36
10
FSV Mainz
FSV Mainz
30
-9
34
11
Union Berlin
Union Berlin
30
-18
32
12
1. FC Köln
1. FC Köln
30
-7
31
13
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
30
-14
31
14
Hamburger SV
Hamburger SV
30
-15
31
15
Werder Bremen
Werder Bremen
30
-18
31
16
FC St. Pauli
FC St. Pauli
30
-25
26
17
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
30
-25
24
18
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
30
-33
19
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