Ex-Bundesliga-Profi Klasnic über Nierenkrankheit
«Wer weiss, wie lange ich noch leben werde»

Der ehemalige Bundesligaprofi Ivan Klasnic spricht in einer ARD-Dokumentation ausführlich über seine Nierenerkrankung, welche ihn zu mehreren Transplantationen zwang. Dabei warnt er vor übermässigem Einsatz von Schmerzmitteln.
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Der ehemalige Bundesligaprofi Ivan Klasnic kämpft mit gesundheitlichen Problemen. Diese gehen auf den übermässigen Konsum von Schmerzmitteln während seiner Aktivzeit zurück.
Foto: imago/Matthias Koch
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

«Ich glaube, dass ohne Schmerzmittel kein professioneller Sport gemacht werden kann», sagt Ivan Klasnic (45) in der am Montagabend ausgestrahlten ARD-Dokumentation «Hirschhausen und der Schmerz». Darin dient der ehemalige Bundesligaprofi und Double-Gewinner mit Werder Bremen von 2004 als Negativbeispiel für den übermässigen Konsum von schmerzlindernden Medikamenten.

Denn: Der 41-fache kroatische Nationalspieler musste sich noch während seiner Karriere einer Nierentransplantation unterziehen. Danach folgten weitere Eingriffe – Klasnic lebt heute mit seiner dritten Spenderniere. Die langjährige Einnahme von Schmerzmitteln auf Anraten seines Klubs Werder Bremen hatte seine Nieren stark beschädigt. «Natürlich bin ich wütend. Was ich durchgemacht habe, wünsche ich nicht jedem», blickt Klasnic zurück.

Versagen der Ärzte auch gerichtlich anerkannt

Dass seine Erkrankung auf Fehlbehandlungen durch seinen damaligen Klub zurückzuführen ist, wurde auch vom Bremer Landgericht anerkannt. Dieses sprach ihm 2020 Schadenersatzzahlungen in der Höhe von rund vier Millionen Franken zu, weil die Werder-Vereinsärzte seine Nierenerkrankung nicht erkannt und deshalb auch falsch behandelt hatten. Für Klasnic aber kein Grund zur Freude: «Jedes Geld, was du bekommen hast, wird dir deine Gesundheit nicht wieder zurückbringen.»

Besonders Voltaren und Diclofenac seien sehr häufig zum Einsatz gekommen, erklärte Klasnic. Er wusste von deren negativen Auswirkungen auf seinen Körper lange nichts und betont: «Hätte ich gewusst, dass ich Probleme habe, hätte ich die Mittel nicht genommen.» Selbst wenn seine Leistung dadurch gemindert worden wäre.

Noch immer leidet Klasnic stark unter den Folgen der damaligen Behandlung mit Schmerzmitteln: «Wer weiss, wie lange ich noch leben werde.» Allerdings betont er auch: «Man muss dankbar sein – auch wenn ich krank bin und Tabletten nehmen muss –, dass man dieses Leben noch leben kann.»

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