Eklat mitten in der Meister-Party
Bayern wirft Kahn und Salihamidzic raus

Die turbulente Saison des FC Bayern München fordert ihre Opfer: Der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic müssen gehen.
Publiziert: 27.05.2023 um 19:10 Uhr
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Aktualisiert: 28.05.2023 um 08:54 Uhr
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Oliver Kahn (l.) und Hasan Salihamidzic müssen die Bayern verlassen.

Eklat bei den Bayern. Und das am Tag, am dem sich die Münchner in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Meisterschaftsfinale den Bundesliga-Titel krallen. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn (53) und Sportvorstand Hasan «Brazzo» Salihamidzic (46) müssen gehen. Dies berichten zunächst übereinstimmend die «Bild», der «kicker» und Sky. Um 18.30 Uhr gibt Bayern die Trennung bekannt.

An einer vor der letzten Meisterschaftsrunde durchgeführten ausserordentlichen Aufsichtsratssitzung sind diese Entscheidungen gefallen. Ausgerechnet am Tag der grossen Meister-Party sickern sie durch. «Das ist an Respektlosigkeit nicht zu überbieten», poltert Sky-Experte Didi Hamann (49) deswegen.

Kahn und Salihamidzic büssen für die höchst turbulente Bayern-Saison 2022/23. Nach dem überraschenden Trainerwechsel von Julian Nagelsmann (35) zu Thomas Tuchel (49) flog der deutsche FCB zu Hause gegen Freiburg aus dem DFB-Pokal und gegen Manchester City aus der Champions League. Nur weil Dortmund auf der Zielgeraden etliche Male die Nerven verlor, bleibt die Meisterschale für ein weiteres Jahr in München.

Kahn nicht in Köln

Kahn selbst ist beim Bayern-Sieg am späten Nachmittag in Köln (offiziell) wegen einer Grippe nicht zugegen. Er meldet sich um 18.23 Uhr via Twitter: «Unglaublich! Ein ganz grosses Kompliment und Gratulation Jungs! Ich habs euch immer gesagt! Immer bis zum Schluss alles geben und niemals aufgeben. Ich bin unheimlich stolz auf euch und diese Leistung! Ich würde gerne mit euch mitfeiern, aber leider kann ich heute nicht bei euch sein, weil es mir untersagt wurde.»

«Mir wurde die Reise zum Spiel nach Köln und der Besuch der Meisterfeier vom Klub untersagt.»Oliver Kahn

Anschliessend folgt dieses Theater! Zunächst wird die Meldung gegenüber dem Sender Sky präzisiert: Es sei Kahn aus medizinischen Gründen untersagt worden, nicht zum Spiel zu gehen, es war keine Massnahme des Vereins, so die Bayern. Dann aber zieht wieder Oliver Kahn nach und meldet über Social Media: Die Massnahme sei sehr wohl «vom Club» gekommen. Später sagt er gegenüber der «Bild»: «Mir wurde die Reise zum Spiel nach Köln und der Besuch der Meisterfeier (am Sonntag, Anm. der Redaktion) vom Klub untersagt.» In der TV-Show «Sky90» offenbart Kahn: «Das war der schlimmste Tag meines Lebens, es mir zu nehmen, mit den Jungs zu feiern.»

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Nachfolger auch schon bekannt

Bizarr: Der 53-jährige Kahn kündigt in seiner Twitter-Nachricht von 18.23 Uhr sogar noch an: «Ich freue mich auf die nächste Saison. Da werden wir nicht nur zum 12. Mal (in Serie, Anm. der Redaktion) deutscher Meister werden! Lasst euch feiern!» Um 18.30 Uhr kommt dann sein offizielles Aus als Vorstandsvorsitzender.

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«Die Entscheidung, sich von Oliver Kahn zu trennen, hat sich der Aufsichtsrat alles andere als leicht gemacht. Dennoch sind wir aufgrund der Gesamtentwicklung zu dem Entschluss gekommen, eine Neubesetzung an der Spitze des Vorstands vorzunehmen», so Herbert Hainer (68), der Präsident des FC Bayern. Jan-Christian Dreesen (55), der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, beerbt Kahn. Der Salihamidzic-Nachfolger ist noch nicht bekannt. Laut Informationen von Sky wurde offenbar in der letzten Woche mit Max Eberl (49), dem Geschäftsführer Sport der Leipziger, gesprochen.

Überraschend kommt der Doppelrauswurf für Bayern-Star Thomas Müller (33), als er direkt nach dem Abpfiff von Sky auf den Doppelrauswurf angesprochen wird, sagt er: «Das kommt jetzt, eine Minute nach Abpfiff? Davon wusste ich bis jetzt nichts.» (yap/cat)

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