Unheilbare Alzheimer-Krankheit
Ex-Bundesliga-Star erkennt sich selbst nicht mehr

Der ehemalige Bundesliga-Spieler Jan Furtok hat Alzheimer. Das berichten polnische Medien. Die Krankheit ist weit fortgeschritten.
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Stürmer Jan Furtok 1992 im HSV-Dress.
Foto: IMAGO SPORTFOTODIENST

WM 1986. Mexico. Achtelfinal. Brasilien trifft auf die Polen, die dank eines Sieges gegen Portugal die Gruppenphase überstanden haben. Bei den Brasilianern stehen damals mit Careca, Socrates oder Zico Weltstars auf dem Platz. Polen ist der klare Underdog.

Schon kurz vor der Pause müssen die Polen wechseln. Jan Furtok kommt für Kazimierz Przybys. Es ist der wohl grösste Nati-Moment für Furtok. Doch auch der damals 24-Jährige kann die Pleite nicht abwenden. Polen scheidet aus, Brasilien zieht mit einem 4:0 in den Viertelfinal, wo dann gegen Frankreich nach Penaltyschiessen Schluss ist.

Ein fremdes Spiegelbild

Später macht Furtok 34 weitere Spiele für sein Heimatland. Und auch in der Bundesliga spielt der Stürmer gross auf. Mit 58 Toren in 156 Partien für den Hamburger SV gehört der Pole noch heute zu den erfolgreichsten HSV-Stürmern der Geschichte.

Ob sich Furtok an seine Erfolge erinnern kann, ist mittlerweile aber leider fraglich. Der heute 59-Jährige leidet an Alzheimer (Absterben von Nervenzellen im Gehirn). Wie polnische Medien schreiben, sei die Krankheit weit fortgeschritten. So weit, dass er sich selbst nicht mehr erkennt, wenn er in den Spiegel schaut. So soll Furtok geflucht haben, nachdem er sich für einen Fremden gehalten hat.

Seine Frau hilft ihm

Unterstützung kriegt der ehemalige Profi von Anna, seiner Frau. Sie habe aus ihrem gemeinsamen Zuhause ein Furtok-Museum gemacht. Fotos, Plakate und sonstige Erinnerungsstücke erinnern an die erfolgreiche Zeit des Stürmers. Diese Erinnerungsstücke sollen helfen, Furtoks Gedächtnis zu stärken.

Allerdings, so heisst es weiter, könne sich der Ex-Kicker nur noch an einen einzigen Mitspieler erinnern. An Anthony Yeboah, den er aus gemeinsamen Zeiten bei Frankfurt kennt.

Ansonsten scheinen Furtoks Erinnerungen immer mehr zu schwinden. Seine lockere Art, sein Schnäuzer und seine Tore dürften aber für viele Fans unvergessen bleiben. (mam)

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