Bundesliga hat Schalke wieder
Kultklub feiert nach irrem Aufstiegskrimi

Glück auf! Nach Monaten, in denen Schalke 04 Spott und Hohn erntete, meldet sich der emotionale Traditionsklub aus dem Ruhrpott zurück.
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Platzsturm auf Schalke.
Foto: imago/Eibner
Stephan Roth

Beim Schlusspfiff gibt es kein Halten mehr. Alle Bitten, den Rasen nicht zu betreten, sind Schall und Rauch. Die Schalker Fans stürmen das Feld, graben Rasenziegel aus, schneiden die Tornetze in Stücke, tragen Teile des Tores herum und herzen die Aufstiegshelden. Beim Platzsturm kommt es auch zu Verletzten.

Manch einer ist nach diesem Krimi gegen den durch zahlreiche Corona-Fälle geschwächten Ex-Tabellenführer FC St. Pauli von den Emotionen überwältigt. Goalgetter Simon Terodde sinkt schluchzend auf den Rasen. Nachdem er und seine Teamkollegen in der ersten Hälfte vor 62'000 Fans noch zahlreiche Top-Chancen vergeben hatten und zur Pause 0:2 zurückgelegen waren, verwandelte er einen Penalty und erzielte den Ausgleich, ehe Rodrigo Zalazar die irre Wende mit dem 3:2 vollendete.

«Es musste genau so kommen, wie es heute gekommen ist für die Schalker Seele. Unfassbar, was hier abgegangen ist», sagt Sportdirektor Rouven Schröder. «Galaktisch.»

Legende Büskens: 7 Siege in 8 Spielen

Unter der Woche hatte Terodde in Sandhausen in der Nachspielzeit das Siegtor erzielt und danach mit krächzender Stimme ein Interview gegeben, das viral ging. Der 34-Jährige ist der erfolgreichste Torschütze der Geschichte der 2. Liga (171 Treffer) und hat nun nach Stuttgart und Köln auch Schalke zum Aufstieg geschossen. Nur in der Bundesliga konnte sich der wuchtige Mittelstürmer noch nicht durchsetzen.

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«Von diesem Abend, von dieser Dramaturgie werden wir noch in ein oder zwei Jahrzehnten reden. Es freut mich für diesen Verein, der in den letzten Jahren viel gelitten hat», sagt Trainer Mike Büskens, der einen nudelfertigen Eindruck macht. Genau 25 Jahre davor stand er auf dem Platz, als die Schalker «Eurofightern» im Hinspiel des Final gegen Inter Mailand die Basis zum Uefa-Cup-Sieg legten.

Weil er emotional dermassen eng mit dem Klub verbunden ist, hatte der 54-Jährige den Job als Interims-Trainer erst gar nicht übernehmen wollen, als zwei Monate davor Gross-Nachfolger Grammozis gefeuert wurde. Unter ihm gewann der Traditionsklub sieben von acht Spielen, verlor einzig gegen den SV Werder Bremen, der nun vor der letzten Runde am Sonntag mit drei Punkten Vorsprung auf den HSV und Darmstadt auf dem zweiten Aufstiegsplatz liegt.

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