Darum gehts
- Missy Bo Kearns (25) erlebte im März eine Fehlgeburt
- Teamärztin rettete ihr durch sofortige Spitaleinweisung das Leben
- Kearns will trotz Schicksalsschlag 2027 an der WM teilnehmen
Englands Nationalspielerin Missy Bo Kearns (25) verarbeitet derzeit einen heftigen Schicksalsschlag. Vergangenen Monat erlitt die Teamkollegin der Schweizer Natspielerin Noelle Maritz (30) bei Aston Villa eine Fehlgeburt – nur zwei Wochen, nachdem sie ihre Schwangerschaft kommuniziert hatte.
In einem Interview mit dem englischen Sender ITV News spricht die Mittelfeldspielerin zum ersten Mal über den 18. März, den Tag, als sie von der Fehlgeburt erfahren hat. Die 25-Jährige ging von Schwangerschaftssymptomen aus, als sie ihre Temperatur mass und das Gerät 42 Grad Celsius anzeigte.
Teamärztin rettet Kearns' Leben
Doch es kam alles anders. Eine Ärztin riet der Spielerin, ihren Partner zu kontaktieren und sich sofort ins Spital zu begeben. Dort erhielt sie die Hiobsbotschaft: Sie hatte ihr Kind verloren, und es hatte sich eine Sepsis, also eine Blutvergiftung, entwickelt. «Es war einer der grössten Schocks meines Lebens», erinnert sich Kearns zurück. «Ich habe eine Stunde zuvor noch Pilates gemacht und im Kraftraum trainiert, und einfach so hat sich mein ganzes Leben verändert.»
Kearns und ihr Partner gingen im Spital «vier Tage durch die Hölle». «Ich glaube, uns war bis jetzt gar nicht bewusst, was wir alles durchgemacht haben, wenn man so zurückblickt.» Sei weiss nun aber, wem sie ihr eigenes Leben zu verdanken hat: «Ich bin den Ärzten hier bei Aston Villa so dankbar, sie haben mir wohl das Leben gerettet, denn ich hatte eine Blutvergiftung, und während ich daran litt, dachte ich nicht einmal daran, sondern nur: ‹Ich habe mein Kind verloren.›»
«Ich geniesse jetzt jeden Moment»
Rückblickend auf die vergangenen Wochen sagt Kearns: «Wenn einem klar wird, dass die Pläne, die man hatte, nicht mehr dieselben sind, dann trifft es einen erst richtig.» Vergangene Woche sei es ihr richtig bewusst geworden. «Die meiste Zeit hatte ich damit zu kämpfen, viel mehr als in den ersten Wochen. Ich habe versucht, mich abzulenken. Ich würde nicht sagen, dass ich damit schon ganz zurechtkomme.»
Vorausschauend gibt Kearns ihr Ziel nicht auf, an der WM 2027 dabei zu sein: «Mein Plan während der Schwangerschaft war es, es ins WM-Kader zu schaffen, und daran hat sich nichts geändert. Mir ist klar geworden, dass es im Leben mehr gibt als Fussball, aber jetzt werde ich jede Minute auf dem Platz geniessen, als wäre es die letzte – denn das hätte sie sein können.»