Darum gehts
- Bayern-Frauen spielen 1:1 gegen Barcelona im CL-Halbfinal-Hinspiel in München
- Franziska Kett sieht Rot nach Haarziehen, Trainer Barcala ebenfalls Rot
- Sydney Schertenleib sitzt 90 Minuten lang auf der Bank
Diese zehn Minuten dürfte Bayerns Franziska Kett nicht so schnell vergessen: Erst gleicht die 21-Jährige nach 69 Minuten die seit der 8. Minute und Ewa Pajors 1:0 anhaltende Barcelona-Führung in diesem Halbfinal-Hinspiel der Champions League aus, dann fliegt sie in der 79. Minute vom Platz.
Der Grund: Sie reisst Gegenspielerin Salma Paralluelo (22) an den Haaren und bringt diese so zu Fall. Schiedsrichterin Ivana Martincic (40) zögert keine Sekunde und stellt Kett vom Platz – auch nach VAR-Check hat der Entscheid Bestand.
Bayern-Trainer: «Total unfair»
Was José Barcala (44) ordentlich auf die Palme bringt: Der Bayern-Trainer reklamiert an der Seitenlinie so heftig, dass er ebenfalls Rot sieht. Und nach Schlusspfiff legt er nach: «Ich verstehe, wenn man mir dafür Gelb gibt, aber niemals Rot. Das ist total unfair.» Schliesslich habe Kett «niemals die Intention, an den Haaren zu ziehen.»
Auch Bianca Rech (45), Frauenfussball-Direktorin bei den Bayern, hat kein Verständnis für den Entscheid – und fordert gar eine Anpassung der Regeln: «Über die Rote Karte von Franzi gilt es in meinen Augen grundsätzlich im Frauenfussball zu diskutieren.» Das Ziehen habe weit unten stattgefunden, was auch in die Bewertung miteinfliessen müsste: Es sei «ein Unterschied, wenn du einer Spielerin am Oberkopf an den Haaren reisst oder unten an die Haare drankommst, wenn du nach dem Trikot greifst», so die ehemalige deutsche Nationalspielerin.
Was den Bayern-Frust zusätzlich anheizen dürfte: Im Champions-League-Viertelfinal Anfang April hat Arsenal-Spielerin Katie McCabe (30) ihre Chelsea-Kontrahentin Alyssa Thompson (21) auch schon an den Haaren zurückgehalten – und ist ungeschoren davongekommen, obschon das Ziehen deutlich kräftiger war als in Ketts Fall.
Schertenleib ohne Einsatz
Immerhin: Vor der Münchner Europacup-Rekordkulisse von 31'000 Zuschauerinnen und Zuschauern retten die Bayern mit einer Frau weniger das 1:1 gegen einen Gegner, dem man in der Gruppenphase noch mit 1:7 unterlegen war, über die Zeit. Damit ist für das Rückspiel in Barcelona am kommenden Sonntag noch alles offen.
Auf mehr Einsatzminuten als in der bayrischen Hauptstadt dürfte dann Sydney Schertenleib (19) hoffen: Die Nati-Spielerin sitzt bei den Katalaninnen im Hinspiel 90 Minuten lang auf der Bank.