Wübbenhorst sieht YB in der Aussenseiterrolle
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«Servette ist klarer Favorit»:Wübbenhorst sieht YB in der Aussenseiterrolle

Cupfinal-Knüller gegen Servette
Schlagen die neuen YB-Trümpfe heute zu?

Meister YB hat sich in dieser Saison rundumerneuert. Nach dem Abgang diverser Leistungsträgerinnen im letzten Sommer sind die Bernerinnen inzwischen wieder ein Spitzenteam.
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Imke Wübbenhorst mit Verteidigerin Maria Jimenez.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Nach dem Meistertitel im letzten Sommer folgte bei YB der grosse Umbruch. Obwohl Naomi Luyet, Iman Beney und Noa Schärz Bern verlassen haben, Captain Stephanie Waeber verletzt ist und sich Ramona Bachmanns Debüt verzögert, bietet sich YB im 50. Cupfinal gegen Servette die Chance auf den nächsten Titel. «Vielleicht haben wir nicht mehr die gleiche individuelle Qualität, aber wir machen es zusammen als Team», sagt Captain Laura Frey (25). Blick stellt die neuen YB-Trümpfe vor:

Amanda Brunholt (30), die Spätberufene

«Ich habe mich vom ersten Tag an in Bern verliebt», gesteht die Torhüterin. Vor allem die Aare hat es der Dänin angetan, da sie in einem kleinen Küstenort der Insel Fünen aufgewachsen ist. «Gefloatet auf dem Fluss bin ich aber erst einmal, da ich zu Beginn etwas Angst hatte.» Auf dem Feld ist sie furchtlos und strahlt sehr viel Ruhe aus. «Und sie ist fehlerresistent», sagt Trainerin Imke Wübbenhorst. Brunholt hat einen Zwillingsbruder, der auch Torhüter ist. Beide wollten eigentlich nie ins Tor stehen, doch als einmal ein Goalie fehlte, stellte sie sich als 14-Jährige zwischen die Pfosten. «Ich wusste gar nicht, was ich machen muss», so Brunholt. «Wirklich Spass hat es mir dann erst gemacht, als ich mit dem spezifischen Goalietraining angefangen habe.» 

Wibke Meister (31), die Dauerläuferin

Die Deutsche von der Ostseeinsel Rügen hat schon viel erlebt im Fussball. Als Juniorin war sie mit Deutschland Europa- und Weltmeisterin, später spielte sie beim deutschen Topklub Potsdam unter anderem an der Seite von Lia Wälti. Seit 2023 ist sie in Bern und mitverantwortlich am Aufstieg YBs an die Spitze des Landes. Auf ihr Hobby Dogsitting angesprochen, muss Meister lachen. «Mittlerweile betreue ich nur noch einmal pro Woche den Hund meines besten Freundes.» Sie arbeitet noch 20 Prozent als Kondi-Trainerin in einer Tennis-Akademie. «Wibke lebt von ihrer Schnelligkeit und Physis und marschiert über 90 Minuten», so ihre Trainerin.

YB brennt auf Revanche

Mit Servette und YB treffen die beiden besten Teams der Liga am Sonntag im Rahmen des 50. Cupfinals auf der Winterthurer Schützenwiese aufeinander (live 14.45 Uhr SRF2). Die Partie verspricht auch deswegen Brisanz, weil es die Neuauflage des Finals von 2024 ist, welcher nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne ging. YB-Trainerin Imke Wübbenhorst (37) gab nach der Partie gegenüber SRF ein legendäres Interview, als sie nach der 2:3-Niederlage emotional aufgebracht den Gegner und die Schiedsrichterin massiv kritisiert. Sie hätten «gegen eine widerlich spielende, zusammengekaufte Truppe» verloren, so die Deutsche. Heute muss Wübbenhorst darüber schmunzeln. «Die Resonanz war gross. Es war mein erstes grosses Spiel als Trainerin. Und man lernt ja bekanntlich, heute würde ich mich wohl anders verhalten.» Zwar geht YB gegen den noch ungeschlagenen Leader der AWSL als Aussenseiter ins Spiel, doch die YB-Trainerin ist überzeugt, die Überraschung zu schaffen. Ihr Erfolgsrezept: «Wir brauchen ganz viel Mut.»

Mit Servette und YB treffen die beiden besten Teams der Liga am Sonntag im Rahmen des 50. Cupfinals auf der Winterthurer Schützenwiese aufeinander (live 14.45 Uhr SRF2). Die Partie verspricht auch deswegen Brisanz, weil es die Neuauflage des Finals von 2024 ist, welcher nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne ging. YB-Trainerin Imke Wübbenhorst (37) gab nach der Partie gegenüber SRF ein legendäres Interview, als sie nach der 2:3-Niederlage emotional aufgebracht den Gegner und die Schiedsrichterin massiv kritisiert. Sie hätten «gegen eine widerlich spielende, zusammengekaufte Truppe» verloren, so die Deutsche. Heute muss Wübbenhorst darüber schmunzeln. «Die Resonanz war gross. Es war mein erstes grosses Spiel als Trainerin. Und man lernt ja bekanntlich, heute würde ich mich wohl anders verhalten.» Zwar geht YB gegen den noch ungeschlagenen Leader der AWSL als Aussenseiter ins Spiel, doch die YB-Trainerin ist überzeugt, die Überraschung zu schaffen. Ihr Erfolgsrezept: «Wir brauchen ganz viel Mut.»

Maria Jimenez (25), die Bessermacherin

Die Innenverteidigerin stammt aus dem Land des Weltmeisters und war als Juniorin selbst Europameisterin – an der Endrunde 2018 in der Schweiz. Den Traum, einmal in der A-Nati zu spielen, hat sie noch nicht aufgegeben. «Maria hat eine gute Spieleröffnung und macht die Spielerinnen um sie herum besser», sagt Wübbenhorst. Weltfussballerin Aitana Bonmati folgt Jimenez auf Instagram. Persönlich kennengelernt haben sich die beiden ausserhalb des Platzes aber noch nie. «Wenn ich sie spielen sehe, kann ich nur sagen: Wow! Sie hat unglaublich schnelle Bewegungen und ist sehr spielintelligent», so Jimenez. Auch sie fühlt sich seit dem ersten Tag an wohl in Bern. Nur mit dem Deutsch hapert es zu Beginn. «Ich musste im Unterricht öfters lachen, weil ich überhaupt nichts verstanden habe», sagt sie lachend.

Laura Frey (25), die Dauerbrennerin

Der Captain ist die Stellvertreterin der verletzten Stephanie Waeber. «Unsere Dauerbrennerin, die auch unter Druck immer gute Lösungen findet», sagt Wübbenhorst über Frey, die links wie rechts spielen kann. «Neben dem Platz ist sie sehr sozial, die zu allen einen guten Draht hat.» Den Aufschwung bei YB hat Frey hautnah miterlebt. 2015, als die Oberländerin in die Bundeshauptstadt kam, «haben wir vor ein paar Zuschauern im Wyler gespielt». Nun findet jedes Heimspiel im Wankdorf statt. «Wir haben viele Schritte in Richtung Professionalität gemacht. Nachhaltig und mit einer klaren Idee.» Neben dem Titel bleiben für Frey die Europacup-Reisen im Herbst «unvergessen». Sie studiert noch Heilpädagogik und arbeitet zusätzlich in einem kleinen Pensum an einer Primarschule. «Das ist keine zusätzliche Belastung, sondern eine zusätzliche Freude.»

Maja Jelcic (21), die Verrückte

Die Inter-Leihgabe hat nach ihrem Wechsel im Sommer lange Mühe, sich an den Spielstil in der Schweiz zu gewöhnen. «Inzwischen fühlt sie sich wertgeschätzt und blüht immer mehr auf», sagt Wübbenhorst über ihre beste Liga-Torschützin. «Tore zu schiessen, ist meine Leidenschaft», sagt Jelcic. Ihr grosses Vorbild: Zlatan Ibrahimovic. «Wir haben einen ähnlichen Charakter. Und auch ich bin ein bisschen verrückt.» Zu Hause im Haus ihrer Eltern in Bosnien-Herzegowina hat die Stürmerin mit kroatischen Wurzeln neben Trikots und Fotos auch eine kleine Statue des schwedischen Superstars. Ihr Lieblingsort in Bern? «Das Stadion», so Jelcic. Und präzisiert: «Der Strafraum.»

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