Darum gehts
- Frauen-EM 2025: 657’291 Fans, 98 Prozent Auslastung, 1,9 Milliarden Interaktionen
- 66 Prozent reisten mit ÖV, Emissionen bei 36’110 Tonnen CO2-Äquivalenten
- Nur 42’000 lizenzierte Spielerinnen, Ziel: Verdopplung auf 80’000 bis 2027
657’291 Fans aus 160 Ländern in den Stadien, fast die Hälfte davon weiblich, 98 Prozent Auslastung, 1,2 Millionen Besucher in den Fanzonen, über 400 Millionen TV-Zuschauer, 1,9 Milliarden Interaktionen in den sozialen Medien, einen Umsatzanstieg von 150 Prozent sowie einen Impuls von 217 Millionen Euro für die Schweizer Wirtschaft. Die Frauen-EM im letzten Sommer war nicht nur sportlich und stimmungsmässig ein Erfolg.
Zwei Drittel nutzten die ÖV
Und sie setzte in Sachen Nachhaltigkeit, Soziales und Good Governance neue Standards, wie der Abschlussbericht der Uefa und des Schweizer Fussballverbandes zeigt. 66 Prozent der Fans nutzten die für Ticketinhaber kostenfreien öffentlichen Verkehrsmittel, um ins Stadion zu gelangen, 20 Prozent kamen mit dem Velo oder zu Fuss. Dies ist ein leichter Anstieg im Vergleich zur Männer-EM 2024 in Deutschland.
Alle Stadien wurden mit teilweise erneuerbarer Energie betrieben. Die Emissionen des Veranstaltungbetriebs betrugen 8402 Tonnen an CO2-Äquivalenten, diejenigen der Zuschauermobilität 27’708 Tonnen. Zum Vergleich: ein Flug von Zürich nach Los Angeles entspricht circa drei Tonnen. Bei der EM 2024 waren es mehr als 300'000 Tonnen, was aber auch mit den grösseren Distanzen, Stadien und höherem Fanaufkommen (circa 2,7 Millionen) zu begründen ist.
Erst gut 42'000 Lizenzierte
Und wie steht es um die Legacy-Projekte? Der grosse Boom bei den Mädchen blieb aus, gut 42’000 Lizenzierte zählt aktuell der SFV, nachdem der Peak mit gut 48'000 Ende 2025 erreicht worden ist. Eines der Ziele war, diese Zahl bis 2027 auf 80’000 zu verdoppeln. Trotz der begeisternden Auftritte der Nati im letzten Sommer stieg die Zahl aber seither nur um rund 14 Prozent an.
Prozentual wesentlich grösser ist der Anstieg bei Schiedsrichterinnen (167), Trainerinnen (2921) und Funktionärinnen (439). «Wir sind überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen, wenn auch nicht vollumfänglich», so Frauendirektorin Marion Daube (49).
Viele der Legacy-Projekte wie Infrastruktur-Richtlinien für Vereine, Trainerinnenkurse oder ein NextGen-Projekt laufen weiter, auch über 2027 hinaus. «Wir sind wahnsinnig froh über den Push, den diese EM uns gegeben hat», sagt SFV-Präsident Peter Knäbel (59). «Der Zentralvorstand hat ein wichtiges Commitment abgegeben. Der Frauenfussball ist ein zentrales Handlungsfeld für uns.»
