«Ganz Albanien steht hinter uns»
Red Bull verleiht Doppel-Adlern Flügel

Ein historischer Vereinsname, ein Manipulationsskandal, ein abgewanderter Goalgetter und ein altbekanntes Gesicht: Das ist der heutige YB-Gegner KF Skënderbeu.
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KF Skënderbeu ist zum zweiten Mal in der Gruppenphase der Europa League dabei.
Foto: AFP
Alain Kunz und Fanol Ajdari

Der Slogan «Red Bull verleiht Flügel» passt bei KF Skënderbeu wie Faust aufs Auge: Vor wenigen Jahren noch eine klassische Fahrstuhlmannschaft in Albanien, beginnt 2010 mit dem Einstieg von Albaniens Red-Bull-CEO Agim Zeqo der Aufstieg zum Spitzenteam. Der einflussreiche Geschäftsmann lässt seine Kontakte spielen und verhilft dem Klub – der den Namen des albanischen Nationalheldes «Skënderbeu» trägt – zum schnellen Erfolg. In Zahlen ausgedrückt: Sechs Meisterschaften, zwei Pokalsiege und die erste Europa-League-Teilnahme eines albanischen Klubs - ein 3:0 Sieg bei Sporting Lissabon inklusive. 

Doch so märchenhaft der Aufstieg ist, bleibt das Team aus Korça im Südosten Albaniens nicht skandalfrei. So wird ihnen erst kürzlich wegen Spielmanipulationen der Titel aus der Saison 2015/16 aberkannt. Wegen gleichem Vergehen werden sie in der vergangenen Saison aus dem Europapokal ausgeschlossen.

Bei ihrer Europa-Rückkehr zur neuen Spielzeit eliminieren sie auf ihrem langen Weg in die Gruppenphase (vier Qualirunden!) unter anderem Kairat Almaty (Kaz) und Dinamo Zagreb (Cro). Ein Spieler sticht dabei besonders heraus: Liridon Latifi (23). Der albanische Nationalspieler hat mit vier Toren und zwei Assists einen massgeblichen Anteil am grossen Erfolg seines Teams. Beziehungsweise seines Ex-Teams. Denn mittlerweile spielt Latifi in Ungarn bei der Puskas Academy. Schlecht für Skënderbeu, gut für YB.

Für Ex-Luzerner Fidan Aliti (23) sind die Rollen klar verteilt: Der Junge, der in Binningen BL zur Welt kam, albanisch-kosovarischer Doppelbürger ist und zuerst für die eine, später für die andere Nationalmannschaft spielte, landet über Sheriff Tiraspol (Mol) und Slaven Belupo (Cro) beim Topklub Albaniens. «Ist doch logisch. Wir haben gegen Dynamo Kiew 1:3 verloren. YB hat die Ukrainer aus der Champions League geschmissen.» Ein Pluspunkt für Skënderbeu sind die Fans. Aliti: «Sie werden das Stadion zu einem Hexenkessel machen! Ganz Albanien steht hinter uns!» Gespielt wird im Nationalstadion in Elbasan, weil das Stadion in Korça nicht Uefa-tauglich ist.

Fakt ist: YB steht nach dem durchzogenen 1:1 gegen Partizan Belgrad unter Druck. Dessen ist sich auch Steve von Bergen bewusst: «Wir wissen ganz genau, dass wir dort gewinnen müssen», so der YB-Captain. Auf dem Weg zum ersten EL-Dreier muss der Super-League-Leader allerdings auf zwei Akteure verzichten: Jordan Lotomba muss nach einem Schlag aufs Knie pausieren, genauso wie Taulant Seferi, der nach einer Zeh-OP bis Ende Jahr ausfällt.

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