Ronaldo-Mutter über Kindheit
«Hat gesehen, was Alkohol bei Menschen anrichten kann»

Die Karriere von Cristiano ist auch im hohen Fussballeralter noch in vollem Gange. Seine Mutter und Ex-Profi Adrian Mutu sprechen über die Motivation hinter einer aussergewöhnlichen Karriere.
Publiziert: 13.07.2024 um 11:04 Uhr
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Aktualisiert: 13.07.2024 um 13:52 Uhr
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Ronaldos Karriereende ist auch mit 39 Jahren noch nicht in Sicht.
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Carlo SteinerPraktikant Sport

Cristiano Ronaldo denkt auch nach dem EM-Out im Viertelfinal mit Portugal nicht ans Aufhören. Woher kommt die immense Ausdauer des mittlerweile 39-Jährigen?

Einen grossen Einfluss hat laut Cristianos Mutter die traurige Geschichte seines verstorbenen Vaters. Als der heutige Superstar 20 Jahre alt war, starb der schwer alkoholkranke José Diniz nur 52-jährig. «Er trank sich ins Grab, was Cristiano am Boden zerstört zurückliess», erzählt Mutter Maria Dolores vor einigen Tagen der schottischen Zeitung Daily Record.

Ronaldos Hilfe abgelehnt

Der fünffache Ballon-D'Or-Gewinner soll seinem Vater stets Hilfe angeboten haben – schon mit 16 verdiente er mit Abstand am besten in der bis dahin bettelarmen Familie Aveiro. Doch José schlug die Rehabilitationsangebote aus.

Bei seinem zehn Jahre älteren Bruder Hugo Aveiro hatte er mehr Erfolg. Aufgrund eines Drogenproblems musste dieser in die Klinik, Cristiano bezahlte die Therapie – heute geht es dem Bruder wieder gut.

Für Ronaldo war daher klar, dass er einen ganz anderen Weg einschlagen würde. «Cristiano hat gesehen, was Alkohol und Drogen bei Menschen in seinem Umfeld anrichten können, und das ist einer der Gründe, warum er so geworden ist, wie er heute ist. Was passiert ist, erklärt, warum er keine Laster hat. Er raucht nicht und trinkt nicht.», erklärt seine Mama.

Fussball- statt Alkoholsucht

Ganz ohne Suchtmittel geht es aber auch beim Überflieger nicht: «Seine Sucht ist der Fussball.» Ob diese Sucht gesund ist, sei dahingestellt. Fakt ist: Sie führte ihn zu einer Bilderbuchkarriere – auch ohne den Rekord des ältesten EM-Torschützen, den er in Deutschland verpasst hat.

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Einen weiterführenden Erklärungsansatz für die scheinbar nie endende Karriere hat der ehemalige Chelsea-Star Adrian Mutu (45). «Seine wahre Motivation: Die Tatsache, dass er ein offizielles Spiel mit seinem Sohn bestreiten möchte. Deshalb wird er nicht aufhören», meint der Rumäne gegenüber dem Portal «iamsport» zu wissen.

Rückt der Sohnemann bald nach?

Cristiano Junior ist mittlerweile 14, spielt in der Jugend des Papi-Klubs Al-Nassr in Saudi-Arabien. «Dort ist es für Ronaldo leichter, seinen Traum zu verwirklichen. Bei einem anderen Klub wäre es schwieriger», erklärt Mutu.

Eine bessere Vater-Sohn-Beziehung als einst Ronaldo haben die beiden sowieso schon. Vater-Sohn-Duos auf Profi-Stufe gab es bisher selten – bei Mister-Ehrgeiz Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro scheint aber auch das alles andere als unmöglich.

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