Die Forderung von GC-Sportchef Sutter
Sauft endlich, ihr Esel!

Die Brüder Grimm hätten Freude an Alain Sutter. Die Kolumne von Felix Bingesser.
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1994: Alain Sutter als Bayern-Spieler.
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Felix BingesserReporter Sport

«Man kann den Esel zum Brunnen führen, aber saufen muss er selber», hat der GC-Leuchtturm Alain Sutter über seine grauen und trotteligen Fussballer gesagt. Sutter macht mit seinem verbalen animalischen Ausflug Sprichwörter und Weisheiten wieder salonfähig. 

Der einstige Coiffeurlehrling aus Bümpliz galt schon immer als intellektuelles Phrasenschwein. Und als Sonderling der Branche. Als Spieler bei Bayern München war Sutter Vegetarier und hat mit seiner Körnchenpickerei den Fleischfabrikanten Uli Hoeness auf die Palme gebracht. Hoeness, der die Esel nicht zum Brunnen führt, sondern zu Wurst verarbeitet hat, stand die Zornesröte ins Gesicht geschrieben. Weil er auch schon damals gewusst hat: «Man kann die Spieler ans Oktoberfest führen, aber saufen müssen sie selber.»

Warum die Eselstruppe von Vegetarier Sutter in diesen Wochen und Monaten derart ängstlich und inferior auftritt, ist eines der vielen Rätsel dieser Meisterschaft. Ist es der Schlachthof neben dem Letzigrund, der die Grautiere derart paralysiert? Das Wissen darum, dass alles ein Ende hat und die Wurst sogar zwei?

Das Zittern bei GC ist jedenfalls zum Programm geworden. Man hofft auch, dass Donald Trump nicht erfährt, dass einige irrlichternde Kalifornier tatsächlich Millionen in die Eselstruppe der Heugümper investieren. Und damit das Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber den Schweizern vergrössern.

GC-Krise ist das Thema der Stunde

Jedenfalls ist die monumentale GC-Krise derzeit das Thema der Stunde. Des einen Leid ist des anderen Freud. Die Thuner Stadtmusikanten beispielsweise freuen sich. Sie sitzen auf den Zürcher Eseln und sorgen für die Musik in der Liga. Leuchttürme brauchen sie keine. Ein paar Leute, die vernünftig arbeiten, genügen. 

Die blumige Bildsprache von Sutter kann man beliebig ausbreiten: In St. Gallen beispielsweise laufen die Bratwürste heisser denn je. Ob es damit zu tun hat, dass kein Vegetarier mehr seinen Senf dazu gibt, konnten die Recherchen nicht eindeutig klären.

Lange bevor Alain Sutter in Anlehnung an die Brüder Grimm den Zustand der Hoppers im Tierreich angesiedelt hat, haben schon andere Grössen des Fussballs Zuflucht in diesem Genre gesucht. «Wenn du einen Ferrari hast und ihn wie einen Esel behandelst, darfst du dich nicht wundern», hat José Mourinho einst festgestellt. Und der Esel musste schon bei Felix Magath den Kopf hinhalten. «Wenn einer trainiert wie ein Esel, dann spielt er auch wie einer.» Jürgen Klopp hat es zur Osterzeit ganz dramatisch formuliert: «Wenn wir nicht aggressiv sind, sind wir wie Lämmer auf dem Weg zur Schlachtbank.» 

Zurück zu GC. Ob die Winterthurer Piraten die Zürcher Esel auf der Schützenwiese weiter aus ihren grauen Socken geballert haben, entzieht sich beim Schreiben dieser Zeilen dem Schriftführer. Die Partie zwischen Winterthur und GC fand nach Redaktionsschluss dieser Kolumne statt. 

Unabhängig davon: Die zu Eseln mutierten Heugümper kämpfen weiter gegen den Abstieg. Und der Leuchtturm des Projekts bleibt weiter unter Druck. Getreu dem Motto:

«Der Coiffeur sitzt auf dem Stuhl, bis er rasiert wird.»

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