Darum gehts
- Der FC Stade Lausanne-Ouchy ist gemäss einer weltweiten Studie auf Rang 6 von 883 Teams
- Trainer Stevanovic setzt auf intensives Pressing
- Vor vier Jahren verlor Stevanovic seine Frau durch einen plötzlichen Tod
Natürlich ist er erst einmal baff. Eine weltweite Studie mit 883 Vereinen aus 56 Ligen. Und sein kleiner Klub aus der Challenge League landet in der Rangliste auf Rang sechs – noch vor Riesen wie Paris St-Germain, Manchester City oder dem FC Bayern München?
«Ich war schon etwas geschockt, als mir mein Staff die Liste gezeigt hat», gibt Dalibor Stevanovic (41) zu. Aber dann denkt der Trainer von Stade Lausanne-Ouchy (SLO) kurz nach. Und findet: «Wir arbeiten schon seit zwei Jahren an diesen Dingen. Darum macht es eigentlich Sinn.»
Nun hat er also den wissenschaftlichen Beweis, dass seine Arbeit fruchtet. Im März veröffentlichte die Schweizer Sporthochschule Cies ihre Untersuchung darüber, welche Teams ihre Gegner am intensivsten unter Druck setzen. Es geht um hohe Balleroberungen und darum, dass der Gegner möglichst kurz am Ball bleibt.
Viel Selbstbewusstsein vor dem GC-Spiel
Also genau das, was Stevanovic von seinem Team verlangt. Auch im Cuphalbfinal gegen die Grasshoppers am Samstag. «Ich will, dass meine Teams hoch angreifen und dass wir den Ball häufiger haben als der Gegner», sagt er. «Das werden wir auch gegen GC versuchen. Wir versuchen, unser Spiel so durchzuziehen, dass der Gegner überlegen muss, wie er sich uns anpasst.»
Das klingt erst einmal sehr selbstbewusst für den Viertplatzierten der Challenge League. Aber Winterthur und Luzern können ein Liedchen davon singen, wie unangenehm dieses SLO sein kann. Beide Teams aus der Super League sind in dieser Saison auf der Pontaise ausgeschieden.
Vor allem gegen Luzern war es verblüffend, wie viel Mühe die Innerschweizer mit den aufsässigen Waadtländern hatten. Doch nicht für Stevanovic: «Ich verstehe, dass jemand erstaunt sein kann, der uns nicht so oft spielen sieht. Aber für uns war es überhaupt keine Überraschung. Und wir haben verdient gewonnen.»
Stevanovics persönliches Drama
Als Spieler war Stevanovic ein Weltenbummler, der in neun Ländern gespielt hat. Bei Ouchy aber ist er jetzt schon seit sechs Jahren. Die ersten vier als Assistent, jetzt, in seiner zweiten Saison als Cheftrainer. Vor vier Jahren erlebte er ein persönliches Drama, als seine Ehefrau Mirjana starb.
Wohin ihn sein Weg noch führen wird? «Wenn der Moment richtig ist, wird sich eine Möglichkeit auftun», sagt Stevanovic. «Aber im Moment lebe ich zu 100 Prozent für Lausanne-Ouchy.»
Und dort heisst die nächste Aufgabe: GC. Es ist der erste Cuphalbfinal in der 125-jährigen Geschichte des FC Stade Lausanne-Ouchy. Ein Finaleinzug wäre eine noch grössere Sensation. «Wir werden unser Maximum geben. Und am Samstag sehen wir, ob es reicht», sagt Dalibor Stevanovic.



