FCL-Legende Burri vor dem Aarau-Spiel
«Lieber oben bleiben als Cupsieger werden»

Der Traum vom Cupsieg. Aber gleichzeitig immer noch leise Abstiegsängste. Diese Ausgangslage gab es beim FC Luzern schon 1992. «Die Geschichte darf sich nicht wiederholen», sagt Hanspeter Burri vor dem heutigen Cup-Halbfinal in Aarau.
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Foto: TOTO MARTI
Felix Bingesser

Im Frühling 1992 hat der FC Luzern eine prominent besetzte Mannschaft. Martin Rueda, René Van Eck, Semir Tuce, Peter Nadig oder Adrian Knup heissen die Leistungsträger. Auch der heutige Präsident Stefan Wolf gehört damals zur Stammformation.

Aber es läuft nicht. Die Mannschaft muss in die Auf-Abstiegsrunde. Und dort kommt es am 30. Mai zur schicksalshaften Begegnung beim FC Grenchen. Abwehrchef der Grenchner ist ein gewisser Stefan Beckenbauer. Der Sohn von Kaiser Franz spielt damals in der Solothurner Provinz. Bevor er nach München zurückkehrt, als Nachwuchstrainer arbeitet und vor fünf Jahren nach einer Krebserkrankung viel zu früh verstirbt.

Knup verschiesst den Penalty

Aber 1992 beisst sich der FCL an der Grenchner Defensive mit Abwehrchef Beckenbauer die Zähne aus. Kurz vor Schluss führen die Grenchner mit 2:1. Luzern kann einen Elfmeter schiessen, Natistürmer Adrian Knup läuft an und verballert. Luzern ist punktgleich mit dem FC Bulle. Und steigt neben dem schlechteren Torverhältnis ab. Und Bulle ist neu in der damaligen Nationalliga A.

Eine Woche später steht der FCL im Cupfinal gegen Lugano. Diesmal trifft Knup beim 3:1-Sieg gleicht doppelt. Als erster Absteiger der Geschichte gewinnt Luzern den Cup.

19 Jahre später könnte es zur Duplizität der Ereignisse kommen. «Um Himmels Willen nicht», sagt Hanspeter Burri, der vor zwanzig Jahren beim FCL eine Kultfigur war. «Lieber den Ligaerhalt schaffen als den Cup gewinnen», sagt er schon fast flehend.

Die grössten Abstiegsgespenster hat der FCL mit dem jüngsten Aufschwung vertrieben. Und kann daher in Aarau relativ unbelastet antreten. «Seit Stefan Wolf Präsident ist, ist ein Ruck durch die Innerschweiz gegangen. Der Fussball steht wieder im Zentrum und nicht mehr die Streitereien und dieser unsägliche Machtkampf», sagt Burri.

«Spielerisch ist Luzern überragend»

Und von der Arbeit von Trainer Fabio Celestini ist Burri, der nach der Aktivkarriere die Stadionbeiz auf der Allmend geführt hat, gar begeistert. «Spielerisch ist das überragend. Es gab eine Phase, da habe ich befürchtet, dass die Mannschaft in Schönheit stirbt. Da hat die Mannschaft die Innerschweizer Tugenden wie die Kampfkraft vermissen lassen.»

Die Angst, dass es im Saisonfinale zu einem bittersüssen Ende wie 1992 kommt, die ist mittlerweile etwas verflogen. «Die Mannschaft kann in Aarau befreit aufspielen.» YB und der FC Basel sind im Cup nicht mehr dabei. Die Chance, wieder mal einen Titel zu gewinnen, beflügelt auch die Innerschweiz.

Denn der Cupsieg 1992, eine Woche nach dem Abstieg, ist das letzte ganz grosse Fussballfest, dass der FCL gefeiert hat. «Es wäre mal wieder an der Zeit», sagt Burri.

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