Ex-Fifa-Ref Guido Wildhaber ist Mister FC Kerzers
Der kleine CC empfängt den grossen CC

Welcher Westen ist nun wilder? Der in Kerzers oder der in Sion? Für die Walliser gehts im Cup in jenen im Kanton Freiburg. Ins Reich des «kleinen CC»: Ex-Fifa-Schiedsrichter Guido Wildhaber.
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Guido Wildhaber bestimmt beim FC Kerzers fast alles.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der FC Kerzers steht erstmals in der Cup-Hauptrunde und trifft auf den FC Sion
  • Schlägerei 2025 in Kerzers: Kieferbruch und Geldstrafe für Täter
  • Präsident Guido Wildhaber war Fifa-Schiri, pfiff den Cupfinal 2004

Der FC Sion: lange Zeit eine wilde Mannschaft mit einem wilden Präsidenten. Balotelli & Co. und CC. Da gabs manch verrückte Episode. Wildwest. Mittlerweile sind Team und Präsident Christian Constantin (69) zu Engeln geworden. Es ist gespenstisch ruhig geworden im Rhonetal.

Kieferbruch, zwei Zähne ausgeschlagen

Bei der aktuellen Verfassung der Sittener wird ein Zweitligist wie der FC Kerzers keine ernstzunehmende Hürde sein. Dabei kann es dort auch rau zu- und hergehen. Im Mai 2025 kommt es beim Viertliga-Spiel der zweiten Kerzerser Mannschaft gegen Murten zu einer wüsten Schlägerei, die in einem Faustschlag eines Zuschauers gegen einen Spieler von Murten endet. Das Spiel wird abgebrochen. Das Opfer muss mit einem Kieferbruch und zwei ausgeschlagenen Zähnen ins Spital.

Präsident des FC Kerzers ist Guido Wildhaber. Ehemaliger Fifa-Schiedsrichter. Und der Mann für alles im Klub. Er ist Präsident, Sportchef, Marketingmensch, Spielbetriebsverantwortlicher und zuständig selbst für die Buvette. «Notfalls stehe ich auch hinter der Theke», lacht der 64-Jährige. Bei besagter Schlägerei war er nicht zugegen. Er erinnert sich: «Das war in der Pause beim Gang in die Garderobe. Ein Wort gab das andere. Am Ende blieb es nicht bei Worten. Das kann man nicht verhindern.» Am Ende wird der Täter wegen leichter Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Was den Präsidenten am meisten ärgerte: «Wir wollten dem Täter unbedingt ein Stadionverbot erteilen. Leider war das nicht möglich, weil weder die Polizei noch die Rechtsinstanzen uns den Namen nannten …»

FC Wildhaber

Eigentlich könnte man den Zweitligaklub in Deutsch-Fribourg durchaus in FCW umtaufen. FC Wildhaber. Und vielleicht sogar das Dörfchen Kerzers mit seinen 5400 Einwohnern. Denn Wildhaber ist seit elf Jahren Gemeinderat und seit sieben Jahren Gemeindepräsident. «Im Klub nennen sie mich deshalb den kleinen CC», sagt er, fröhlich lachend. «Der entscheidet ja auch alles selbst.» Er habe nur gute Erinnerungen an den Zampano aus Martigny. «Wir haben uns immer wieder ausgetauscht. Und er war immer hochanständig.»

Wildhaber kommt eigentlich aus Mels SG, zügelte aber 1986 nach Kerzers, als er es leid wurde, als Instruktor der Luftwaffe in Payerne dauernd hin- und herzupendeln. Vor 29 Jahren wird er Sportchef des FC Kerzers, seit acht Jahren ist er Präsident. Doch die speziellste Geschichte ist jene, wie er Spitzenref wurde. «Ich war als Zuschauer beim Spiel YB gegen GC im Wankdorf, als sich Ref Philippe Leuba verletzte und nicht mehr weitermachen konnte. Der Speaker suchte dann einen Schiedsrichter, der zufällig im Stadion war. Ich meldete mich, und der Instruktor liess mich das Spiel fertigpfeifen, weil der vierte Offizielle bloss zweite Liga pfeifen durfte und Bammel hatte. Ich erste. So wurde ich entdeckt.» Und apropos Speaker: Wildhaber ist auch Teil des Speakerteams von YB im Wankdorf. Auch das macht er noch ...

2004 pfiff Guido Wildhaber den Cupfinal

Am Ende landet Wildhaber in der damaligen NLA und wird sogar fünf Jahre lang Fifa-Schiedsrichter. 118 Spiele leitet er in der obersten Liga. Und einen Cupfinal. GC gegen Wil 2004. Topteams ist er sich also gewohnt. Als Schiri. Nicht als Präsi. «Es ist das allererste Mal in der 79-jährigen Vereinsgeschichte, dass wir es in die erste Hauptrunde schaffen, weil wir den Freiburger Cup gewonnen haben.» Einen Trainer, der weiss, wie es geht ganz oben, hat Wildhaber auch: Rolf Rotzetter (57), der Anfang 90er-Jahre 112 Spiele für YB gemacht hat. Doch vom grossen Coup mag der Ex-Berufsmilitär nicht reden. Es solle einfach ein unvergesslicher Event werden für alle. Der FC Sion sei dazu der perfekte Gast, sagt der kleine CC. Und freut sich auf den grossen CC.

Das Sion-Inside der 3. Runde: Verlässt Boteli die Walliser?

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