Wie der FC Regensdorf das Volksfest gegen GC erlebte
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«Mir fehlte die Cup-Romantik»:Wie der FC Regensdorf das Volksfest gegen GC erlebte

Cup-Romantik? Nicht wirklich!
«Fader Nachgeschmack» bei Regensdorf gegen GC

Die Cup-Romantik hat Risse gekriegt. Und so richtig Provinz ist GC-Gegner Regensdorf mit 20'000 Einwohnern sowieso nicht. Coach Beat Studer ärgerts. Derweil sich GC nach dem 5:0 gegen den Zweitligisten über den ersten Saisonsieg freut.
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Regensdorf-Präsident Michel Chaves schaut sich das Spiel auf einer Holzbank stehend an.
Foto: Alain Kunz

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Regensdorf verliert 0:5 gegen GC und verbessert sich seit dem 0:9 im Jahr 2024
  • 600 GC-Fans kommen, Coach Peter Zeidler überrascht über die grosse Unterstützung
  • Regensdorf-Trainer Beat Studer ärgert sich über die vielen Cup-Auflagen
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Alain KunzReporter Fussball

Na wenn das kein riesiger Schritt vorwärts ist! Vor zwei Jahren verliert Zweitligist Regensdorf 0:9 gegen GC. Gestern heisst es «nur» 0:5. «Ein Zweitligist gegen ein Super-League-Team – das ist voll okay», resümiert Ex-FC-Star Beat Studer mit einem breiten Grinsen, das Käppi verkehrt rum auf dem Kopf. Noch weiter geht Präsident Michel Chaves, der sich das Ganze von der Terrasse des Sportkomplexes anschaut. Und zwar aus der zweiten Reihe, was bedeutet: auf einer Holzbank stehend. «Ich hatte erhofft, dass wir 1:0 führen und 2:1 gewinnen. Daraus wirds wohl nichts …» GC versiebt die ersten Chancen. Doch dann macht Sahin das erste. Es folgen gleich das zweite durch Krasniqi und das dritte durch Muci. Nach 16 Minuten ist es vorbei mit dem Cupträumchen im Furttal.

Alltags-Chasselas und Top-Bratwürste

Doch viel wichtiger sind ohnehin andere Dinge: Der betörende Duft der exzellenten Zürcher Bratwürste. Der zu warme Alltags-Chasselas auf der VIP-Terrasse. Null Infrastruktur für die Journalisten, die improvisieren müssen. Die Kamera von SRF, die auf einem hydraulischen Podest steht, in die Höhe gehievt. Die lokale Feuerwehr, welche die GC-Fans mit Wasser abkühlt. Fussball in der Provinz. Mit Abstrichen allerdings. Der Sportplatz liegt in der Industriezone, Regensdorf hat über 20'000 Einwohner und grenzt auch an Stadtzürcher Boden. Der Schiedsrichter ist WM- und Star-Ref Sandro Schärer, der aber kein Interview geben will. Und auch die Cup-Romantik hat Risse erhalten.

Zoom-Konferenzen für die Taktik-Besprechung?

«Mir fehlt in dem ganzen Zeugs die Romantik mittlerweile ein bisschen, bei all den Auflagen, die ein kleiner Klub erfüllen muss», führt Studer weiter aus. «Anstatt viele Leute und Party bleibt ein kleiner fader Nachgeschmack. Aber jetzt höckeln wir ein bisschen und trinken ein Bierchen.» Die Vorbereitung hingegen hat was Romantisches an sich. Die letzten Spieler kommen am Freitag aus den Ferien und gehen anderntags direkt ans Spiel. Gabs da Zoom-Konferenzen für die Taktikbesprechung? «Das ist zweite Liga. Das ist normal», sagt Studer – und muss lachen. «Die Spieler müssen halt Ferien nehmen, wenn es vom Geschäft aus geht. Ich bin froh, wenn sie in der Meisterschaft hier sind. Willkommen bei den Amateuren!»

Einer von ihnen ist Captain Ikmet Vrenezi. «Ich war am Freitag noch in meiner Heimat Mazedonien. Aber ich konnte mit den Jungs meines Jugendvereins trainieren. So habe ich dennoch eine Vorbereitung gemacht. Einfach nicht in Regensdorf.» Für diese nicht optimale Vorbereitung sei es ganz okay gelaufen.

Ein GC-Fan will das Shirt aus der Marcel-Koller-Ära loswerden

Auf der anderen Seite geniesst GC-Coach Peter Zeidler das Bad in der Menge. Und ist erstaunt über die eigenen Fans. «Da sind doch 600 gekommen. Das hätte ich nicht gedacht, auch wenn das unser Einzugsgebiet und näher bei Niederhasli ist als der Letzigrund. Die haben gemerkt und honoriert, dass wir eine ehrliche, fleissige Mannschaft sind, die sich anstrengt. Ein Team, das gut werden will.» Dann kommt ein GC-Fan mit einem speziellen Anliegen. Er will ein altes GC-Shirt gegen ein neues tauschen. Und fragt den Coach, ob er das veranlassen könne. Warum? «Es ist eines aus der Zeit von Marcel Koller. Das will ich nicht mehr.» Koller ist jetzt FCZ-Trainer …

Mittlerweile hat der Präsident die Holzbänke versorgt, ein DJ sorgt für Sound, die Mehrheit ist am «Höckeln» bei einem Bier. Auch Studer. Ein bisschen romantisch wirds dann doch noch.

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