Servette greift nach den Sternen
Das Stade de Genève platzt endlich aus allen Nähten

Es geht um viel und alle wollen dabei sein, wenn Servette am Dienstag gegen die Glasgow Rangers den nächsten Schritt Richtung Champions-League-Gruppenphase machen will. Spektakel ist garantiert!
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Schmuckstück: Das Stade de Genève aus Helikoptersicht.
Foto: Independant
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Patrick MäderAutor Blick Sport

Als 2003 das Stade de Genève eröffnet wurde, traute man seinen Augen kaum. Ein toller Palast, der innerhalb zweier Jahre für 93 Millionen Euro erbaut wurde, eingebettet in den Einkaufs- und Vergnügungskomplex La Praille im Süden der Stadt, zwischen Lancy und Plan-les-Ouates, dort, wo früher das Vieh geschlachtet wurde.

Schluss wars mit dem alten Charme des Charmilles-Stadions, das mitten im Servette-Quartier vor sich hin moderte und am Ende gerade noch 9250 Personen aufnehmen durfte. Ein solches Fassungsvermögen reicht zwar in der Regel auch heute noch aus, um den Genfer Fussball-Interessierten, die nicht gerade als Fanatiker bekannt sind, Platz zu bieten. Aber seit es das Stade de Genève gibt, bekommt die internationale Stadt wenigstens ab und zu auch das internationale Fussball-Flair, das ihm gut ansteht. 

Es gab schon zahlreiche Highlights im Stadion. Das mit 30'000 Zuschauern ausverkaufte Eröffnungsspiel zwischen Servette und YB (1:1), als das Stadion im März 2003 eingeweiht wurde. 

Eishockey im Stade de Genève

Die offizielle Eröffnung fand dann fünf Wochen später statt, mit dem Länderspiel zwischen der Schweiz und Italien, welches 1:2 verloren ging. Es folgten zahlreiche gut besuchte Länderspiele der Nati, mit dem Höhepunkt 2008, als drei Gruppenspiele der EM in Genf zu sehen waren. Der bisher letzte Nati-Auftritt im Stade de Genève fand am 28. März dieses Jahres statt. Die Schweiz fertigte in der EM-Quali Israel vor 14'819 Fans 3:0 ab – Torschützen waren Ruben Vargas, Zeki Amdouni und Silvan Widmer.

Es gab aber auch schon Eishockey im Stade de Genève zu bestaunen. 2014 spielten im Rahmen der «NLA Winter Classic» Genève-Servette gegen Lausanne vor 30'000 Zuschauern. Und ein Jahr zuvor war auch der Boss zu Besuch. Bruce Springsteen fegte 2013 in strömendem Regen über die Bühne.

Bei diesen spektakulären Erinnerungen ist es enorm schade, dass Servette bei seinen Fussball-Heimspielen keine Euphorie im eigenen Stadion entfachen kann. 8431 Fans kamen durchschnittlich in der sehr erfolgreichen letzten Vizemeister-Saison ins Stade de Genève, um Fussball zu gucken. Und in dieser Saison, in der Trainer René Weiler (49) das Zepter schwingt? 13'644 waren es zusammen in den beiden Super-League-Heimspielen gegen Zürich (2:2, 7103 Fans) und St. Gallen (1:1, 6541). Der attraktive Fussball, den Servette spielt, hätte viel mehr verdient.

Genf steht kopf

Und jetzt? Plötzlich ist alles anders. Genf steht kopf. Am Dienstag wird das Stadion erstmals nach 2003 bei einem Servette-Spiel wieder ausverkauft sein. Bis auf die Pufferzonen zwischen den Genfer Fans und denen der Rangers wird das Stadion rappelvoll sein. Zu diesem Anlass werden die Türen zwei Stunden vor dem Anpfiff (20.30 Uhr) geöffnet, und Servette empfiehlt den Zuschauern nachdrücklich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und frühzeitig nach La Praille zu fahren.

Riesenstimmung und Spektakel sind also programmiert. Als würde man den Schotten zeigen wollen, dass Fussball-Euphorie auch in Genf möglich ist. Im Hinspiel vor einer Woche sorgten 50'000 Rangers-Fans für eine gigantische Stimmung im Ibrox-Stadion. Mit dem 1:2 aus Sicht der Genfer ist für das Rückspiel noch alles möglich – erst recht mit der Unterstützung der Fans.

Würden die Genfer die Hürde Rangers tatsächlich überspringen, würden sie in den Champions-League-Playoffs gegen PSV Eindhoven oder Sturm Graz (4:1 im Hinspiel) um den Einzug in die finanziell extrem lukrative Gruppenphase kämpfen. Die Champions-League-Hymne im Stade de Genève? Das wäre ein Traum für die Genfer Fans und würde der Fussball-Begeisterung in der Uno-Stadt bestimmt einen grossen Schub verleihen.

Champions League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Arsenal FC
Arsenal FC
7
18
21
2
Bayern München
Bayern München
7
13
18
3
Real Madrid
Real Madrid
7
11
15
4
Liverpool FC
Liverpool FC
7
6
15
5
Tottenham Hotspur
Tottenham Hotspur
7
8
14
6
Paris Saint-Germain
Paris Saint-Germain
7
10
13
7
Newcastle United
Newcastle United
7
10
13
8
Chelsea FC
Chelsea FC
7
6
13
9
FC Barcelona
FC Barcelona
7
5
13
10
Sporting Lissabon
Sporting Lissabon
7
5
13
11
Manchester City
Manchester City
7
4
13
12
Atletico Madrid
Atletico Madrid
7
3
13
13
Atalanta BC
Atalanta BC
7
1
13
14
Inter Mailand
Inter Mailand
7
6
12
15
Juventus Turin
Juventus Turin
7
4
12
16
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
7
4
11
17
Galatasaray SK
Galatasaray SK
7
0
10
18
Qarabag FK
Qarabag FK
7
-2
10
19
Olympique Marseille
Olympique Marseille
7
0
9
20
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
7
-4
9
21
AS Monaco
AS Monaco
7
-6
9
22
PSV Eindhoven
PSV Eindhoven
7
1
8
23
Athletic Bilbao
Athletic Bilbao
7
-4
8
24
Olympiakos Piräus
Olympiakos Piräus
7
-5
8
25
SSC Neapel
SSC Neapel
7
-5
8
26
FC Kopenhagen
FC Kopenhagen
7
-6
8
27
FC Brügge
FC Brügge
7
-5
7
28
Bodö/Glimt
Bodö/Glimt
7
-2
6
29
SL Benfica
SL Benfica
7
-4
6
30
Pafos FC
Pafos FC
7
-6
6
31
Union Saint-Gilloise
Union Saint-Gilloise
7
-10
6
32
Ajax Amsterdam
Ajax Amsterdam
7
-12
6
33
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
7
-9
4
34
SK Slavia Prag
SK Slavia Prag
7
-11
3
35
Villarreal CF
Villarreal CF
7
-10
1
36
FC Kairat Almaty
FC Kairat Almaty
7
-14
1
Playoffs
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